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Sprade TV bringt die DEL2 in die Eishockey-Wohnzimmer

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Foto: Sprade TV | 15.04.2015
Sieben Clubs der Liga nutzen die Streaming-Plattform / Live ab 5,50 Euro / Zugriffs-Rekord beim Spiel 6 Frankfurt-Bremerhaven

Die Finalserie in der DEL2 zwischen Vize Bietigheim Steelers und Meister Fischtown Pinguins ist für die beteiligten Clubs und ihre Fans der absolute Höhepunkt der Saison. Und wenn am Freitag um 20.00 Uhr in Bietigheim die Scheibe zum Eröffnungsbully fällt, entgeht auch den Zuschauern, die keine Tickets mehr bekommen haben, dank Sprade TV nichts. Die Live-Stream-Plattform überträgt alle Spiele, mindestens vier oder sogar sieben - sollte es dazu kommen.

Was steckt eigentlich hinter SpradeTV? „Crimmitschau und Weißwasser haben ursprünglich in Eigenregie Eishockey übertragen. Das begann mit Live-Tickern, dann kam das Livestreaming dazu“, erzählt Marcel Linke, einer von zwei Geschäftsführern im operativen Bereich bei SpradeTV. In Zusammenarbeit mit den beiden Vereinen ist dann die Idee entstanden, eine Livestreaming-Plattform zu gründen. Das Konzept ist einfach: Die interessierten Vereine stellen die Kamera-Hardware sowie das Personal zur Bedienung, SpradeTV übernimmt das Signal und stellt es ins Internet.

Die Sports Trade GmbH (kurz Sprade) arbeitet nun bereits im dritten Jahr. Die „Mannschaft“ besteht aus zwei Geschäftsführern für den operativen Bereich, einem Mann für Recht und Strategien und einem für Finanzen und Buchhaltung sowie zwei Technikern und zwei Video-Cuttern für die Highlights. Partner sind die DEL2 sowie sieben Clubs: Eishockey live gibt es aus Crimmitschau, Weißwasser, Bietigheim, Bremerhaven, Rosenheim, Frankfurt und Dresden.  Für die Partner ist es eine „Win-Win“-Situation. An dem erwirtschafteten Umsatz sind die Vereine mehrheitlich beteiligt, so dass die Kosten für eine Saison gedeckt sind. Für die Übertragungen müssen die Vereine neben der Hardware (Kameras), die bis zu 4.000 Euro kosten kann, auch entsprechendes Personal stellen. Das sind die zwei Personen, die das Spiel begleiten und den Stream koordinieren, zwei Kameraleute und ein Kommentator. Dazukommen kann dann noch eine weitere Person für Zeitlupen.

Über die Größe des Teams entscheiden die Vereine selbst. Die Standorte können sich Schritt für Schritt erweitern und den Zuschauern somit mehr Qualität bieten.  Das größte Medienteam beschäftigt  Meister Fischtown Pinguins, der auch eine Kamera unter dem Hallendach positioniert hat. Unaufmerksamkeit am Bildschirm wird verziehen, weil die Pinguins Zeitlupen anbieten. Wer zum Beispiel in Rosenheim nicht aufpasst, hat Pech – aber nicht gleich verloren. Er kann sich die Tore auch noch einmal in den Highlights auf der DEL2-Website ansehen. Wichtigste Grundlage für eine gute Übertragung ist, so Linke, ein „stabiles Signal“ vom Standort des Vereins aus und beim Nutzer von SpradeTV eine ausreichende Internetanbindung wie in den „Voraussetzungen zum Empfangen des Livestreams“ auf www.sprade.tv beschrieben.  

Wenn Marcel Linke erzählt, wie die ersten Live-Streams gelaufen sind, muss man unweigerlich schmunzeln. Denn begonnen hat alles ohne Kommentator. „Später haben wir dann den Radio-Live-Kommentar von Andreas Friebel draufgeschaltet“, erzählt Linke. Friebel ist bei den Lausitzer Füchsen für die Medienarbeit hauptverantwortlich. Nach nun fast drei Jahren zeigen sich die Macher bei SpradeTV sehr zufrieden mit der Entwicklung – und auch mit dem Zuspruch. Den bisherigen Rekordzugriff gab es am Sonntag beim Spiel 6 der Halbfinal-Serie zwischen den Löwen Frankfurt und den Pinguins. „In den Finalspielen werden die Stadien ausverkauft sein. Wer da keine Karte mehr ergattern konnte, für den und die Fans der Gastmannschaft die die lange Fahrt nicht auf sich nehmen möchten, ist SpradeTV die Lösung um das Spiel trotzdem sehen zu können.“ so Linke. SpradeTV bietet die Übertragungen zu fanfreundlichen Preisen von 5,50 Euro pro Spiel an. Und das rechnet sich über die Saison gesehen dann auch für alle Beteiligten.

Bis zur Finalserie hat Sprade ca. 140 Spiele bereits gestreamt. Und es könnten vielleicht schon in der kommenden Saison noch mehr werden. Laut Marcel Linke stehe man mit den restlichen Clubs der Liga in guten Gesprächen.