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Regelecke: Zugesprochenes Tor

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Foto: City Press | 15.03.2017
Schiedsrichter entscheidet auf Tor, obwohl der Puck die Linie nicht überquert hat

Im ersten Playoff-Spiel des Viertelfinals in der DEL2 zwischen Dresden und Kaufbeuren wurde dem Gast-Team ein Tor zugesprochen. Es war der Treffer zum Endstand von 1:4 kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Der Fall des zugesprochenen Tores hat die Besonderheit, dass der Schiedsrichter auf Tor entscheidet, obwohl der Puck die Torlinie überhaupt nicht überquert hat.

Die Regel formuliert die Voraussetzungen dafür, wann der Referee auf ein zugesprochenes Tor entscheidet.

So zum Beispiel, wenn der puckführende Spieler, der bereits außerhalb seiner Verteidigungszone ist - das heißt, er hat „seine“ blaue Linie überquert - allein auf das gegnerische Tor zuläuft. Dann ist auch kein gegnerischer Feldspieler auf dem Weg des Puckführers in Richtung gegnerisches Tor. Kommt noch hinzu, dass der puckführende Spieler auf ein leeres Tor zusteuert, weil der gegnerische Torhüter das Eis verlassen hat, wird dann ein Tor zugesprochen, wenn dem puckführenden Spieler der vermeintliche Torerfolg deshalb genommen wird, weil er von hinten gefoult wird.

So verhielt es sich im Spiel in Dresden gegen Kaufbeuren.

Ein Beinstellen von hinten brachte den angreifenden ESVK-Spieler Max Schmidle zirka fünf Meter vor dem leeren Tor aus der Balance. Daraufhin fiel Schmidle auf das Eis. Es war dem Kaufbeurer deshalb nicht mehr möglich, den Puck im leeren Tor unterzubringen. Der Schiedsrichter sprach ihm ein Tor zu.

Dieser eben geschilderte Fall läuft sozusagen unter dem Kapitel „Foul von hinten in einer Break-Away-Situation in Richtung leeres Tor“. Es gibt aber auch noch andere Kapitel, welche den Fall des zugesprochenen Tores regeln.

An dieser Stelle ein weiterer denkbarer Fall, welcher eher als kurios einzustufen ist: Angenommen, der Torhüter erhält die taktische Anweisung, sich gegen einen zusätzlichen Feldspieler auswechseln zu lassen. Bevor der Goalie dieser Anweisung des Coaches folgt, trifft der Torhüter jedoch noch eine reine Vorsorgemaßnahme. Der Goalkeeper platziert seinen Stock vor der Torlinie. Das verschafft etwas Beruhigung, ehe der Schlussmann das Spielfeld verlässt. Dann passiert es: Das andere Team bringt den Puck auf den Weg in Richtung des leeren Tores. Allerdings schafft es der Puck deshalb nicht über die Torlinie, weil die Vorsorgemaßnahme des Torhüters gegriffen hat. Der Puck bleibt am Stock „hängen“. Entscheidung: Zugesprochenes Tor.

(Mit freundlicher Unterstützung durch Gerhard Müller - DEB Regelreferent)





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