menu logo Netzathleten

Angreifender Spieler im Torraum

/media/news/660/20161027_leerestor_citypres.jpg
Foto: City Press | 20.03.2017

Die Grundfläche des Torraums im Eishockey ist ein Halbkreis. Diese Grundfläche erstreckt sich von der Mitte der Torlinie über einen Radius von 180 Zentimetern. Sie ist in der Farbe Blau markiert. Bis zur Oberkante der Querstange (= 127 Zentimeter) reicht der dreidimensionale Torraum. In diesem zum Teil imaginären Torraum gelten bestimmte Regeln. Da wäre zunächst, dass es einem angreifenden Spieler nicht erlaubt ist, sich darin aufzuhalten. Passiert das trotzdessen, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel und wird mit einem Anspiel in der neutralen Zone an der blauen Linie fortgesetzt.

Desweiteren gibt es den Fall, in welchem der angreifende Spieler ein Tor erzielt. Ist der angreifende Spieler in diesem (kurzen) Moment im Torraum, während er ein Tor erzielt, ist das Tor nur gültig, wenn

- er die Sicht des Torhüters nicht blockiert

und

- er außerdem keinen relevanten Kontakt mit dem Torhüter hat.

"Mit dieser Regel soll erreicht werden, das gut herausgespielte Tore als solche auch Anerkennung finden. Keiner versteht, wenn der Torhüter total ausgespielt an einem Ende des Torraums ist, während am freien Ende des Torraums ein angreifender Spieler den Puck nur noch ins leere Tor zu tippen brauchte.", so Gerhard Müller, Regelreferent des Deutschen Eishockey Bundes.

Dann gibt es den Fall, in welchem ein angreifender Spieler in dem Moment im Torraum ist, in welchem sein Mitspieler ein Tor erzielt. Solange dieser angreifende Spieler die Sicht des Torhüters nicht blockiert und er die Bewegungsfreiheit des Torhüters im Torraum nicht einschränkt, ist das Tor gültig. Blockiert der angreifende Spieler im Torraum jedoch die Sicht des Torhüters oder hat er gar physischen Kontakt (mit einem Körperteil oder seinem Stock) mit dem Torhüter, ist das Tor, welches sein Mitspieler in diesem Moment erzielt, nicht gültig.

An dieser Stelle sei noch der denkbare Fall erwähnt, dass der Penaltyschütze den Torhüter in dessen Torraum elegant umspielt und erfolgreich vollendet. Das auf diese Weise herausgespielte Tor ist gültig. Der Umstand, dass der Penaltyschütze beim eleganten Umkurven des Torhüters in den Torraum gelangte, ist unerheblich.

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis: Das Regelbuch kennt den häufig verwendeten Begriff des Torraumabseits gar nicht. Es verwendet den Begriff „angreifender Spieler im Torraum“. Die verschiedenen Fälle des angreifenden Spielers im Torraum haben mit den Aspekten der Regeln über Abseits gar nichts gemein. Verwendet man den Fehlbegriff des Torraumabseits, läuft man Gefahr, in den Kategorien des Abseits zu denken. Dann verliert man den Blick auf diejenigen Kriterien, auf die es an dieser Stelle ankommt.

(Mit freundlicher Unterstützung durch Gerhard Müller - DEB Regelreferent)





Teilen: