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Franzreb: „Wir müssen den Schwung aus den letzten Spielen mit in die Playdowns nehmen“

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Foto: City Press | 11.03.2018
Im elften Teil unserer Goalie-Serie legen wir den Fokus auf Maximilian Franzreb von den Lausitzer Füchsen

Eishockey liegt in der Familie von Maximilian Franzreb. Sein Vater Markus übte den Sport ebenfalls aus und stand im Tor. Die Faszination eines Goalies war bei dem jungen Maximilian sofort da. Seine ersten Schritte auf dem Eis waren im Alter von drei Jahren in Bad Tölz. „Mein Vater hat früher immer gesagt: Geh lieber nicht ins Tor. Aber zwischen den Pfosten hat es mir immer am besten gefallen“, erklärte Franzreb. Um sich auch die schlittschuhläuferischen Qualitäten anzueignen, stand er in den folgenden Jahren auch als Feldspieler auf dem Eis. Doch mit neun Jahren hat sich das Eishockey-Talent endgültig für die Torhüter-Position entschieden. Der gebürtige Bad Tölzer zog später nach Hamburg und durchlief im Norden Deutschlands seine weiteren Nachwuchsstationen. Zunächst bei dem Hamburger SV und später bei den Freezers. Den größten Teil seines bisherigen Lebens hat der gebürtige Tölzer in der Elbmetropole verbracht, aber in beiden Städten fühlt er sich heimisch. Von dem bayrischen Dialekt ist jedoch bei Franzreb nichts mehr zu hören. „Den habe ich ganz schnell abgelegt. Aber ich kann noch bayrisch sprechen. An meinem ersten Schultag in Hamburg, dachte ich jeder redet so wie ich, aber mich hat keiner verstanden. Also musste ich ganz schnell den Dialekt ablegen“, berichtete der Goalie schmunzelnd.

Jetzt trainiert der 21-Jährige in Weißwasser zusammen mit Torwart-Trainer Sebastian Elwing. In Hamburg hat er mit Boris Rousson zusammengearbeitet, zu ihm hat er auch heute noch ein gutes Verhältnis. Ein direktes Vorbild unter den Goalies hat Franzreb nicht, aber er schaut sich ganz gerne Spiele von den Jonathan Quick von Los Angeles Kings an.

Sein DEL-Debüt gab er bereits 2015. Damit war der Goalie in der Freezers-Historie der erste in Hamburg ausgebildete Spieler, welcher in der Deutschen Eishockey Liga zum Einsatz kam. Doch wenig später musste der Torhüter etwas erleben, was sich kein Profi-Sportler wünscht. Die Insolvenz des Clubs. „Es traf mich unerwartet und hat mich schockiert. Ich hatte zwei Monate zuvor meinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Es war immer mein Ziel bei den Hamburg Freezers zu spielen und ich hätte mir auch mein Karriere-Ende dort vorstellen können. Das war sehr schade, aber kein Grund aufzugeben“, erzählte Franzreb. Der Goalie wurde von den Eisbären Berlin unter Vertrag genommen und spielt seitdem per Förderlizenz für die Lausitzer Füchse. Waren es im letzten Jahr noch 29 Einsätze, absolvierte er in der noch laufenden Saison bereits 45 Spiele zwischen den Pfosten der Füchse und weist eine Fangquote von 91,14 Prozent auf. „Gerade für mich als junger Spieler ist die Kooperation zwischen Weißwasser und Berlin sehr gut. Es kann reichlich Erfahrung und Spielpraxis gesammelt werden. Es ist selten, dass junge Torhüter so eine Chance bekommen und in der DEL2 so viele Spiele bestreiten können“, so Franzreb weiter. Auf die Frage hin, ob es anstrengender ist, jetzt mehr Spiele zu bestreiten, verneint er dies. „Sicherlich war die Spielphase in der Weihnachtszeit sehr intensiv, aber als junger Mensch sollte dies kein Problem sein“, verdeutlichte der Torhüter. Vor einem Spiel hat der 21-Jährige seine routinierte Vorbereitung und jongliert ganz gerne als Aufwärmübung. „Ich bin aber keiner, der vor einem Spiel mit niemanden redet, da bin ich recht locker“, berichtete er.

Für Franzreb ist es wichtig gute Ergebnisse zu erzielen. Jetzt gilt es für ihn mit den Lausitzer Füchsen den Klassenerhalt zu schaffen. In Zukunft wünscht er sich mehr Einsätze in der DEL. Doch der Fokus liegt jetzt ganz klar die Liga zu halten. „Wir haben den Anfang der Saison ein wenig versäumt. Unter Cheftrainer Robert Hoffmann aber gezeigt, dass wir spielen können. Wir haben die letzten fünf Spiele gewonnen, diesen Schwung müssen wir mitnehmen“, verdeutlichte der Goalie. Um den Kopf frei zu bekommen, geht er sehr gerne mit seinen zwei Labrador-Hunden Gassi.

Bei seiner Goalie-Maske kommt seine Verbundenheit zu Berlin und Weißwasser zur Geltung. Auf der rechten Seite ist ein Eisbär und auf der linken Hälfte ein Fuchs zu sehen. Das Design wurde alles per Hand gezeichnet und aufgetragen. Auf dem Kinn ist seine Trikot-Nummer „56“ abgebildet und auf der Stirn sein Name.