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Volker Westhaus neuer Leiter des Schiedsrichterwesens beim DEB

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Foto: DEB | 09.10.2020

Der DEB hat die Position neu besetzt.

Der Deutsche Eishockey-Bund e.V. hat die Position des Leiters des Schiedsrichterwesens neu besetzt und den Erfurter Volker Westhaus dafür gewonnen. Westhaus übernimmt bei der Neustrukturierung der Abteilung auch die Aufgaben des bisherigen Schiedsrichter-Obmanns Gerhard Lichtnecker, bei dem sich der DEB für sein langjähriges Engagement ausdrücklich bedankt. Westhaus (29) war selbst 13 Jahre lang Schiedsrichter, absolvierte insgesamt knapp 600 Spiele, fungierte als PENNY DEL-Hauptschiedsrichter und kam beim Deutschland-Cup 2019 auch auf internationalem Niveau zum Einsatz. Der Thüringer verfügt über ein abgeschlossenes Sportmanagement-Studium an der FSU Jena und soll seinen Verantwortungsbereich auf zukünftige Herausforderungen ausrichten. In einem Interview mit dem DEB beantwortet er zahlreiche Fragen.

Herr Westhaus, wofür ist der Leiter des Schiedsrichterwesens zuständig?

In meinem Aufgabenbereich geht es einerseits um die Erstellung, Organisation und Durchführung der Ausbildungsprogramme für alle Spieloffiziellen des DEB. Darüber hinaus ist die Rekrutierung neuer Schiedsrichter von Bedeutung. Zudem trage ich die gesamtverantwortliche Leitung der Abteilung Spieloffizielle im DEB, bin der fachliche Kontakt für Ligen, Landesfachverbände und Teams und selbstverständlich vernetzt mit allen Abteilungen des DEB, die an der einen oder anderen Stelle einen Bezug zum Thema Schiedsrichter haben. In Bezug auf die PENNY DEL ist der Austausch mit meinem Kollegen Lars Brüggemann im Übrigen schon in regem Gange.

Worauf legen Sie besonders großen Wert?

Auf dem Eis und jetzt abseits des Eises ist meine Grundphilosophie: Vertrauen und unterstützen. Jeder Schiedsrichter genießt mein volles Vertrauen und wird seine Aufgabe mit vollem Einsatz erfüllen. Sie erhalten die Unterstützung durch Ausbildungsinhalte, Videoschulungen und das Feedback zu ihren Leistungen, um ihre Entwicklung voranzutreiben und für die bevorstehenden Aufgaben vorbereitet zu sein.

Wo sind für Sie die wesentlichsten Ansatzpunkte für Ihre Arbeit?

Die Ausbildung der Schiedsrichter ist eine Kernaufgabe des Verbands und die Voraussetzungen sind in den letzten Jahren sehr gut geschaffen worden. Nun gilt es, diese Ressourcen bestmöglich zu nutzen und das dritte Team auf dem Eis kontinuierlich zu verbessern.

Wie und wohin soll sich das Schiedsrichterwesen im deutschen Eishockey aus Ihrer Sicht entwickeln?

Ich möchte einen Karriereweg Schiedsrichter im Eishockey kreieren: Die Eishockeyfamilie ist klein und wir dürfen kein Talent verlieren. Die bewusste Entscheidung, Schiedsrichter werden zu wollen, soll gefördert werden. Eine Teilnahme an einer WM oder Olympia stellt für jeden, Sportler wie Schiedsrichter, das größte Erlebnis dar. Darauf hinzuarbeiten und den Respekt für diese Arbeit zu erhalten, ist das Ziel.

Dass jemand mit 29 Jahren seine aktive Karriere beendet und sich für diese administrative Aufgabe entscheidet, ist ungewöhnlich. Was hat Sie dazu bewogen?

Ich habe mich bewusst dafür entschieden und widme mich mit vollem Elan der Leitungsaufgabe. In meiner Schiedsrichtertätigkeit habe ich vom DEL2-Winterderby über PENNY DEL-Playoffs bis hin zum Deutschland-Cup nahezu alle Facetten erleben dürfen. Jetzt gilt es, diese noch frischen Eindrücke mitzunehmen und selbstbewusst die Aufgaben in der Organisation anzugehen. Es ist auch für mich die Wertschätzung der Arbeit des Verbandes, es nicht als Verlängerung der eigenen Schiedsrichterkarriere zu sehen, sondern sich aktiv und früh den Problemen und Aufgaben in der Struktur zu stellen und sie anzugehen.