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Mein Standort kann: Eine Eishalle selber bauen lassen

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Foto: ETC Crimmitschau | 26.01.2021

In der Nachwuchsserie geht es um den Stammverein der Eispiraten Crimmitschau.

Der Profi-Eishockeysport beginnt mit einer guten Nachwuchsarbeit. Dafür bedarf es interessierte Kinder, die den Sport erlernen möchten. Glücklicherweise hegen derzeit viele ein großes Interesse am Eishockey. Aber ein Problem plagen derzeit die Stammvereine der DEL2-Ligisten. Die Standorte können der Nachfrage nicht so gerecht werden, wie sie es gerne möchten. Das liegt daran, dass es zu wenig Eiszeiten für die Kinder gibt.

Auch dem ETC Crimmitschau war dieses Problem nur allzu gut bekannt. Daher versuchte der Vorstand des ETC diese Problematik anzugehen und wandte sich an die Stadt Crimmitschau. Schnell wurde jedoch klargestellt, dass die Stadt nicht in der Lage ist, in eine weitere Eishalle zu investieren. Für den Verein sicherlich ein Rückschlag, aber kein Grund aufzugeben. Die Verantwortlichen nahmen sich selbst dem Projekt an und versuchte eine weitere Eisfläche eigenständig zu finanzieren.

Dabei war von Anfang an klar, dass die neue Eishalle in direkter Nähe zum Kunsteisstadion im Sahnpark errichtet werden muss. Mit Hilfe der Stadtverwaltung wurde ein passendes Grundstück gefunden und so konnte über die verschiedenen Bau-Varianten gesprochen werden. Wie bereits in Leipzig oder Halle an der Saale erprobt, wurde auch in Crimmitschau über eine Zeltlösung nachgedacht. Aufgrund der unzähligen Vorschriften wurde sich dann aber doch für eine Halle aus isoliertem Aluminium entschieden, bei der das Dach „aufgeblasen“ wird. Somit herrschte Klarheit über die Kosten der Eissporthalle. Daraufhin musste die Finanzierung geregelt werden. Eine große Hilfe war dabei das Land Sachsen, welche circa die Hälfte der Kosten mittels Förderung übernahm. Ein Viertel der Summe übernahm die Stadt Crimmitschau, der Rest musste durch den Verein selbst organisiert werden. Diese Summe wurde durch die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes des ETC mittels Sponsoren aufgebracht. Nicht zu vergessen sind dabei natürlich auch die laufenden Betriebskosten. Diese wurden durch den Namenssponsor der Halle „Canada Life“ für die nächsten fünf Jahre bereits zu einem großen Teil gedeckt.

Nun Stand dem Baubeginn nichts mehr im Weg. Am 25. Juni 2020 war die Grundsteinlegung und derzeit wird die Inbetriebnahme erwartet, welche sich aufgrund der COVID19-Pandemie verzögerte. In der Halle integriert sind außer der 600m² großen Eisfläche noch Kabinen, Büros, Lagerräume und Technikräume. Auch an die Nachhaltigkeit eines solchen Projekts wurde gedacht. So wird die Eismaschine elektrisch betrieben, die neuesten LED-Lampen wurden verbaut und die Maschinen verfügen über eine Wärmerückgewinnung. Als positiver Nebeneffekt konnte eine weitere hauptamtliche Stelle im Verein geschaffen werden. Lutz Höfer kümmert sich nun um die Organisation des Vereins und der „Canada Life Kids-Arena“.

Sollten andere Vereine jetzt Interesse an so einem Projekt gefunden haben, stehen die Verantwortlichen des ETC Crimmitschau e.V. gern für Auskünfte dazu zur Verfügung.

Fotos: ETC Crimmitschau