Von Herzblut getragen. Im Eishockey zuhause.

Rainer Schan wird in Bayreuth „Manager Sport“ und Rich Chernomaz neuer Cheftrainer

/media/news/660/20221129_cherno_av.jpg
Foto: Alex Vögel | 29.11.2022

Bayreuth Tigers stellen sich neu auf

Neben dem Eis wird es bei den Bayreuth Tigers ab sofort grundlegende Änderungen geben. Rainer Schan wird in Bayreuth Manager Sport und er hat bereits seine erste Verpflichtung getätigt. Mit Rich Chernomaz wurde ein neuer Cheftrainer verpflichtet.

Mit Schan kommt ein Mann nach Oberfranken, der über einen großen Erfahrungsschatz verfügt, geht es um die schnellste Mannschaftssportart der Welt und auch im speziellen um die zweithöchste Spielklasse des Landes.

17 Jahre lenkte Schan die Geschicke des Ravensburger Eishockeys. Vor der Gründung der EVR Towerstars GmbH im Mai 2007 war er zunächst Geschäftsstellenleiter des EV Ravensburg. Nach dem Aufstieg des EVR in die zweite Liga und der Ausgliederung des Profispielbetriebs, übernahm der gelernte Industriekaufmann zunächst die kaufmännische Leitung der Towerstars. Von Mai 2012 bis zu seinem Ausscheiden im Juni 2021, war er als Geschäftsführer hauptverantwortlich für den kaufmännischen sowie für den sportlichen Bereich.

Nach fast zwei Jahrzehnten, in welchen Rainer Schan in Oberschwaben Verantwortung trug, hat er mit fünf Halbfinalteilnahmen sowie zwei Meistertiteln, einen entscheidenden Beitrag zum sportlichen Aufschwung des Ravensburger Eishockeys beigetragen. Im Juni 2021 verließ er auf eigenen Wunsch den Club um sich neu zu orientieren.

Schan wird seinen Dienst in Bayreuth zum 1. Dezember aufnehmen und als Manager Sport die Gesamtverantwortung für den sportlichen Bereich übernehmen.

„Rainer Schan verfügt, gerade in der DEL2 über die notwendige Erfahrung. Wichtig für uns war, dass er über ein weitreichendes Netzwerk verfügt, und uns somit schnell weiterhelfen kann. Dass er mit dem nun neu aufgestellten Trainertandem in einem perfekt funktionierenden Team bereits sehr erfolgreich zusammengearbeitet hat, und damit ohne eine übliche Gewöhnungszeit starten kann, ist nur von Vorteil. Wir vermeiden hiermit zudem mögliche Reibungsverluste, die wir uns in unserer derzeitigen Situation nicht leisten können. Zudem habe ich Rainer Schan über Jahre als GF der Towerstars kenne und schätzen gelernt. Sein sportliches Know-how sowie auch die menschliche Komponente sind unbestritten, sodass wir diese in Bayreuth neu geschaffene Position mit voller Überzeugung besetzen“, erklärt Geschäftsführer Matthias Wendel.

Ein erstes Ausrufezeichen der neuen sportlichen Leitung ist die Verpflichtung eines neuen Head-Coaches.

Rich Chernomaz übernimmt bis Saisonende!

Der 59-jährige Kanadier, der sowohl als Spieler, wie auch als Trainer oder Sportmanager seine Duftmarken in der Eishockeywelt hinterlassen hat, war zuletzt in Ravensburg aktiv, wo ihm Marc Vorderbrüggen zur Seite stand. Dies wird auch in Bayreuth so gehandhabt werden.

„Ich freue mich wieder mit Rich zusammen arbeiten zu dürfen. Ich habe größten Respekt vor ihm. Wir hatten eine sehr gute Zeit zusammen in Ravensburg und ich bin mir sicher, dass wir als Trainerteam dort anknüpfen können, wo wir zuletzt gemeinsam aufgehört hatten. Rich ist einer der erfolgreichsten Trainer in Deutschland und ich habe in der Zeit mit ihm sehr viel lernen können. Alle Grundlagen, die das professionelle Eishockey anbetreffen und die ich erworben haben, habe ich im Prinzip Rich zu verdanken. Wir sind zudem fachlich, wie auch privat auf einer Ebene, was die Zusammenarbeit nicht nur leichter, sondern auch produktiv macht. Bayreuth bekommt mit ihm einen hervorragenden Fachmann, der sehr fokussiert arbeitet und sehr detailliert analysiert. Er ist ein harter und akribischer Arbeiter. Jede Organisation, die ihn als Coach bekommen kann, darf sich glücklich schätzen“, sieht Marc Vorderbrüggen der Zusammenarbeit mit Rich Chernomaz äußerst positiv entgegen.

Die Erfolge von Chernomaz, sei es als Spieler oder Trainer, dürften nicht viele dem Eishockeysport verbundene Akteure auf sich vereinen. So bestritt der ehemalige Außenstürmer knapp 1200 Partien in der IHL, AHL, DEL und NHL als Profi, bei welchem ihm gut 1.200 Punkte gelangen. Knapp 2.500 Strafminuten zeigen, dass Chernomaz als Akteur die körperliche Komponente nicht aus den Augen verlor. Seinen zwei Spielzeiten als „Spieler-Co-Trainer“ von 1993 – 1995 in der AHL folgten inzwischen und ab 1999 über zwei Jahrzehnte, die er als Head-Coach sehr erfolgreich absolvierte. So gewann er mit Ravensburg sowie mit Frankfurt (als Sportdirektor) die Meisterschaft in der DEL2. Ebenfalls mit Frankfurt im Jahre 2004 sowie 2002 mit den Kölner Haien führte er zwei unterschiedliche Teams in der DEL zu Meisterehren. Zwei Mal wurde Chernomaz in der DEL zum Trainer des Jahres gewählt. Für insgesamt 14 DEL-Spielzeiten zeichnete der in Manitoba geborene Kanadier bei unterschiedlichen Teams verantwortlich. Sieben Jahre wirkte er zudem in der zweithöchsten Spielklasse des Landes. Zudem stand er mehrfach als Head- und Assistent-Coach an der Bande von Team Canada und war mehrere Jahre für unterschiedliche Nationalteams des ungarischen Verbandes im Einsatz.

„Zunächst einmal möchte ich betonen, dass wir – hätte sich diese spezielle Gelegenheit mit Rich Chernomaz nicht ergeben – mit Marc Vorderbrüggen in dieser Konstellation die Saison durchgezogen hätten. Wir wussten um die gute Zusammenarbeit in der Vergangenheit zwischen Rich und Marc und haben diesen „Deal“, dass Rich Chernomaz bis zum Saisonende als Cheftrainer fungiert in Absprache und mit vollem Einvernehmen von Marc eingefädelt. Chernomaz ist ein absoluter Eishockeyfachmann, der sofort einsteigen kann. Er wird ab der ersten Stunde die aktuelle Situation genauestens analysieren und die entsprechenden Schritte einleiten. Über sein Wirken und Leisten, über seine Erfolge im Eishockeysport bedarf es keiner Diskussion. Sein Fachwissen und seine Autorität wird in der Kabine sofort Eindruck machen, hier sind wir uns sicher. Wir sind sehr froh, dass sich diese Situation ergeben hat und freuen uns auf die kommenden Wochen und Monate mit unserem neu aufgestelltem Trainer-Team“, findet Matthias Wendel klare und passende Worte zum derzeitigen Status Quo.