DEL2 Historie: Die Liga findet ihren Rhythmus
Die Saison 2014/2015 brachte neue Teams, einen neuen Spielmodus und eine Final-Revanche.
Die erste große Veränderung ließ nicht lange auf sich warten. Bereits in der zweiten Saison ging die DEL2 mit 14 statt 12 Mannschaften an den Start. Die EC Kassel Huskies und die Löwen Frankfurt waren nach der Qualifikationsrunde neu dabei und komplettierten damit das Liga-Lineup. Die Richtung war vorgegeben – und auch sportlich entwickelte sich die junge Liga weiter.
DIE LIGA WÄCHST
Mit der Aufstockung auf 14 Teams verschwand auch der besondere Modus der Premierensaison. Statt Haupt- und Zwischenrunde wurde nun eine „klassische“ Hauptrunde mit insgesamt 52 Spieltagen ausgetragen. Die besten sechs Mannschaften qualifizierten sich direkt für das Playoff-Viertelfinale, die Teams auf den Plätzen sieben bis zehn kämpften in den Pre-Playoffs um die verbleibenden beiden Viertelfinaltickets. Für die vier letztplatzierten Clubs begann dagegen der Kampf um den Klassenerhalt in den Playdowns. Damit erhielt die DEL2 eine Struktur, die Fans der Liga bis heute vertraut ist.
BIETIGHEIM GELINGT DIE REVANCHE
Die Bietigheim Steelers waren in der Saison 2014/15 das Maß aller Dinge. Mit 114 Punkten sicherten sie sich souverän den ersten Tabellenplatz und ließen anschließend auch in den Playoffs kaum Zweifel daran, wer in dieser Spielzeit den Ton angab. Sowohl das Viertelfinale als auch das Halbfinale entschieden die Steelers jeweils mit 4:0 für sich und zogen ohne Umwege in die Finalserie ein.
Dort wartete ausgerechnet der Gegner, gegen den Bietigheim ein Jahr zuvor im ersten DEL2-Finale den Kürzeren gezogen hatte: die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Diesmal schien alles auf eine schnelle Revanche hinauszulaufen. Bereits in Spiel fünf hätte Bietigheim vor heimischer Kulisse den Titel perfekt machen können, der Meisterpokal stand bereits bereit. Doch Bremerhaven spielte nicht mit, gewann die Partie deutlich und erzwang ein sechstes Spiel.
Die Entscheidung fiel schließlich doch zugunsten der Steelers. In Spiel sechs setzte sich Bietigheim mit 3:2 nach Verlängerung durch, gewann die Finalserie mit 4:2 und holte sich den DEL2-Meistertitel. Die Revanche war geglückt.
Auch die Stimmen nach dem Finale machten deutlich, welche Bedeutung der Erfolg hatte. „Ich freue mich riesig. Ich bin stolz auf dieses Team, auf die Moral, die es gezeigt hat“, sagte Steelers-Cheftrainer Kevin Gaudet nach dem Titelgewinn. Anerkennung gab es auch vom Finalgegner. „Bietigheim ist ein würdiger Meister. Ihnen gilt mein Respekt“, erklärte Bremerhavens Geschäftsführer Hauke Hasselbring.
EIN ABSTIEG MIT BESONDEREM NACHSPIEL
Nicht weniger bemerkenswert verlief der Kampf um den Klassenerhalt. Nach den Playdowns mussten die Heilbronner Falken als sportlicher Absteiger den Gang in die Oberliga antreten. Das letzte Wort war damit allerdings noch nicht gesprochen. Nachdem dem EV Landshut im Sommer 2015 die DEL2-Lizenz entzogen worden war, rückten die Falken nach und blieben der Liga trotz der Playdown-Niederlage erhalten.
DIE BESTEN DER SAISON
Neben den Mannschaften prägten auch einige Einzelspieler die zweite DEL2-Spielzeit. Kassels Mike Collins sicherte sich mit 81 Scorerpunkten die Topscorer-Krone. Zum Spieler des Jahres wurde Husky Mika Järvinen gewählt. Als wertvollster Spieler der Playoffs wurde Bietigheims David Wrigley ausgezeichnet und rundete damit eine Saison ab, in der die Steelers sportlich den Takt vorgaben.
Die zweite DEL2-Saison zeigte, dass die Liga ihren eigenen Rhythmus gefunden hatte. Der neue Spielmodus etablierte sich, das Teilnehmerfeld wuchs auf 14 Mannschaften und mit Bietigheim setzte sich nach einer dominanten Saison ein verdienter Meister durch. Gleichzeitig sorgte das Nachspiel um den sportlichen Abstieg der Heilbronner Falken dafür, dass die Saison auch über das letzte Finalspiel hinaus Gesprächsstoff bot. Die nächsten Veränderungen ließen jedoch nicht lange auf sich warten – und genau darum geht es in Teil 3 der Historie der DEL2.