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Im Gespräch mit… U20-WM-Fahrer Tobias Schwarz
27.12.2025Bild: Christine Vincon

Im Gespräch mit… U20-WM-Fahrer Tobias Schwarz

Landshuts Tobias Schwarz über seine Entwicklung und die U20-WM.

In der Nacht zum Samstag hat in Ottawa, Kanada, die U20-Weltmeisterschaft für Team Deutschland begonnen. Mit dabei als einer von neun Akteuren aus der DEL2 ist Tobias Schwarz. Im Interview spricht der 19-Jährige Landshuter über seine Entwicklung und die Ziele für das aktuelle U20-Turnier.

Tobias, du hast bereits 69 DEL2-Spiele in drei Saisons für deinen Heimatclub absolviert. Der EVL steht aktuell auf Platz 4. Was ist euer Erfolgsrezept in dieser Saison?

Tobias Schwarz: „Wir haben eine super Mannschaft, mit einem hervorragenden Teamgeist, die sowohl aus sehr starken top motivierten älteren Spielern besteht, die viel Erfahrung mit ins Team bringen und dazu viele junge, ehrgeizige Spieler die sich weiterentwickeln wollen und enorme Motivation mitbringen und auch von den älteren Teamkameraden lernen wollen. Unsere Trainer, Uwe Krupp und Ales Jirik, haben es geschafft diese unterschiedlichen Spielertypen bestmöglich miteinander zu kombinieren um somit erfolgreich als Team zu sein.“ 

Sechs Tore und fünf Assists stehen bislang für dich zu Buche. Wie zufrieden bist du mit deiner persönlichen Entwicklung in dieser Spielzeit?

Schwarz: „In dieser Saison bin ich mit meiner persönlichen Entwicklung sehr zufrieden, im Moment läuft es ganz gut bei mir. Ich freue mich sehr, dass die Trainer mir das nötige Vertraue geben und auch in spielentscheidenden Situationen auf mich setzen. Ich gebe immer mein Bestes das Vertrauen zurückzugeben und dann ist es natürlich super, wenn es mit dem Scoring auch läuft. Natürlich gibt es noch viel Luft nach oben und ich muss weiterhin täglich hart an mir arbeiten, um mich stetig weiterentwickeln zu können.“ 

Statistiken zeigen nicht alles: In welchem Bereich deines Spiels hast du dich in dieser Saison besonders verbessert, auch abseits des Scoresheets?

Schwarz: „Ich finde, dass ich mich läuferisch gut weiterentwickelt habe und so auch mit meiner Geschwindigkeit gute Akzente setzen kann. Zudem spiele ich diese Saison viel ruhiger mit der Scheibe, was natürlich auch mit dem Vertrauen, das ich vom Trainer bekomme, zusammenhängt. Aber das macht mein Spiel auch besser. Und man merkt natürlich auch dass man körperlich ein Jahr älter ist, was in vielen Situationen auch sehr hilfreich ist.“

Konstanz ist für junge Spieler auch mental eine Herausforderung. Wie gehst du mit Druck um – und wie findest du nach einem schwächeren Spiel schnell wieder in deinen Rhythmus?

Schwarz: „Natürlich versucht man immer seine Leistung auf konstant hohem Niveau abzurufen. Aber auch im Leistungssport läuft nicht jeder Tag gleich gut. Man muss versuchen, seine Lehren aus den weniger guten Momenten zu ziehen, um sich hier gezielt zu verbessern. Außerdem helfen mir gewisse Routinen um dann nicht zu sehr aus dem Rhythmus zu kommen und den Fokus wieder auf das nächste Spiel legen zu können.“

Anfang 2025 hast du bei Kouvolan KooKoo in Finnland gespielt. Was hast du aus dem skandinavischen Hockey für dein Spiel und dein Training mitgenommen?

Schwarz: „Das skandinavische Spiel ist extrem schnell und sehr laufintensiv. Man steht permanent unter Druck und muss daher die Entscheidungen am Eis sehr schnell treffen. Es war für mich eine sehr gute Erfahrung und ich habe dort viel von den erwähnten Dingen für mein Training und Spiel gelernt.“

Du bist einer von neun DEL2-Spielern im U20-WM-Kader. Wo liegen für dich die größten Unterschiede zwischen DEL2-Eishockey und internationalem U20-Niveau – und welche Lehren hast du aus deiner ersten WM gezogen?

Schwarz: „Einige Nationen - vor allem die großen Eishockeynationen - haben im U20-Bereich schon ein unglaublich hohes Niveau. Vor allem in der Schnelligkeit und Präzision des Spiels, was auch dem Spiel in der DEL2 überlegen ist. Jedoch spielt man hier mit Gleichaltrigen, die sich auf einem ähnlichen physischen Level befinden im Gegensatz zur DEL2, dort sind diese teilweise auf Grund ihrer Erfahrung, Alters und Physis einem überlegen. Aus der letztjährigen WM muss man auf alle Fälle die Lehre ziehen, dass man die Lücke zu den Top-Nationen verkleinern muss, in dem man vor allem an der Schnelligkeit und Präzision des Spiels arbeitet.“

Mit Blick auf die diesjährige U20-WM: Welches persönliche Ziel hast du dir gesetzt – für dich selbst und für das Team?

Schwarz: „Für die U20 WM ist der Anspruch, dass ich mich persönlich und auch wir als Team im Vergleich zur letzten WM steigern und es den Top-Nationen gegen uns so schwer wie möglich machen. Wir haben ein sehr starkes Team, mit einem super Zusammenhalt und ein hervorragendes Trainer-und Staffteam. Unser oberstes Ziel ist es die Klasse zu halten, um weiterhin erstklassig spielen zu können.“

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