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Playoff-Duell: Der große Final-Showdown der Top-Gesetzten
15.04.2026Bild: Yvonne Brands, Jan-Malte Diekmann

Playoff-Duell: Der große Final-Showdown der Top-Gesetzten

Hauptrundensieger Krefeld und Hauptrunden-Zweiter Kassel treffen im DEL2-Finale aufeinander.

Unaufhaltsam trifft auf unbeugsam: Mit den Krefeld Pinguinen und dem EC Kassel Huskies stehen sich im Finale der DEL2-Playoffs die beiden konstantesten Teams der Saison gegenüber. Während Krefeld als dominanter Hauptrundenmeister und bislang makelloses Playoff-Team in die Serie geht, musste Kassel auf dem Weg ins Finale deutlich mehr Widerstände überwinden. Die Voraussetzungen deuten auf ein Duell hin, in dem sich Dominanz und Resilienz gegenüberstehen.


Saisonverlauf

Krefeld

Die Pinguine spielten eine herausragende Hauptrunde und sicherten sich mit 114 Punkten souverän Platz eins. Mit 194 erzielten Treffern stellte Krefeld die beste Offensive der Liga, gleichzeitig ließ man mit nur 116 Gegentoren die wenigsten Treffer zu. Auch die Special Teams bewegten sich auf Topniveau (27,4% Powerplay, 83,3% Penaltykilling).

In den direkten Duellen mit Kassel zeigte sich bereits die Ausgeglichenheit dieses Finales: Beide Teams gewannen jeweils zwei Partien.

In den Playoffs knüpften die Pinguine nahtlos an ihre Form an und unterstrichen ihre Dominanz eindrucksvoll. Sowohl im Viertelfinale gegen Landshut als auch im Halbfinale gegen Regensburg setzte sich Krefeld jeweils mit 4:0 durch. Acht Spiele, acht Siege – alle in regulärer Spielzeit. Dabei erzielten die Pinguine 46 Tore (5,8 pro Spiel) und ließen nur 16 Gegentreffer zu (2,0 pro Spiel). Während die Serie gegen Landshut phasenweise enger verlief, präsentierte sich Krefeld im Halbfinale noch souveräner.

Kassel

Der Weg durch die Playoffs gestaltete sich für die Huskies deutlich anspruchsvoller. Sowohl im Viertelfinale gegen die Lausitzer Füchse als auch im Halbfinale gegen Bietigheim setzte sich Kassel jeweils mit 4:2 durch. In insgesamt zwölf Spielen erzielten die Huskies 38 Tore (3,2 pro Spiel) und kassierten 31 Gegentreffer (2,6 pro Spiel).

Auffällig: Nahezu jede Partie war eng, mehrfach ging es in die Verlängerung, häufig entschied nur ein Treffer. Kassel bewies dabei vor allem Nervenstärke und defensive Stabilität – unter anderem mit starken Leistungen von Goalie Philipp Maurer, der zuletzt 47 Schüsse parierte.


Stärken

Krefeld

Krefeld bringt weiterhin ein nahezu komplettes Gesamtpaket aufs Eis. Die Offensive ist mit durchschnittlich 5,8 Treffern pro Spiel die gefährlichste der Playoffs, gleichzeitig stellt man mit nur zwei Gegentoren pro Partie die stabilste Defensive.

Hinzu kommt eine starke Faceoff-Quote von 60,7%, die es den Pinguinen ermöglicht, Spiele früh zu kontrollieren. Die Kombination aus Effizienz, Tiefe und Spielkontrolle macht Krefeld auch im Finale zum Maßstab.

Kassel

Die Huskies überzeugen vor allem durch ihre Ausgeglichenheit und Widerstandsfähigkeit. Defensiv gehört Kassel auch in den Playoffs zu den besten Teams (2,6 Gegentore pro Spiel), zudem zeigte die Mannschaft mehrfach ihre Stärke in engen Spielsituationen.

Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit, enge und umkämpfte Spiele für sich zu entscheiden – ein Faktor, der gerade in einer Finalserie von entscheidender Bedeutung sein kann.


Schwächen

Krefeld

Ein möglicher Ansatzpunkt bleibt die Disziplin. Bereits in der Hauptrunde sammelten die Pinguine vergleichsweise viele Strafminuten. In den Playoffs zeigte sich zudem das Powerplay mit 16,7% deutlich weniger effektiv als noch im Saisonverlauf.

Kassel

Bei den Huskies offenbaren sich die größten Ansatzpunkte in den Special Teams und der Offensive. Mit 14,3% stellt Kassel aktuell das schwächste Powerplay der Playoff-Teams, auch das Penaltykilling (72,7%) ist ausbaufähig.

Zudem fällt die Offensive im Vergleich zu Krefeld deutlich ab, was sich im Schnitt von 3,2 Treffern pro Partie widerspiegelt.


Playoff-Topscorer

Krefeld

Die Offensive der Pinguine wird weiterhin von Max Newton und Mathew Santos angeführt, die bereits in der Hauptrunde zu den prägenden Akteuren zählten. In den Playoffs haben beide ihre Form bestätigt. Santos ist aktuell Topscorer der Pinguine mit 14 Punkten, dicht gefolgt von Newton (11 Punkte).

Zusätzlich sorgen Spieler wie Jonathan Matsumoto (11 Punkte) und Philip Gogulla (6 Tore) für weitere Tiefe. Im Tor überzeugt Felix Bick mit einer Fangquote von 91,44%.

Kassel

Bei den Huskies prägten in der Hauptrunde vor allem Tyler Benson (59 Punkte), Hunter Garlent (56 Punkte) und Tristan Keck (45 Punkte) das Offensivspiel.

In den Playoffs hat sich insbesondere Yannik Valenti hervorgetan (11 Punkte, 7 Tore), während auch Garlent (10 Punkte) und Dominic Turgeon (8 Punkte) wichtige Impulse setzen. Im Tor liefert Philipp Maurer mit 91,39% konstant starke Leistungen.


X-Faktor

Krefeld

Neben den bekannten Offensivkräften ist vor allem Davis Vandane ein entscheidender Faktor im Pinguine-Spiel. Zwar steuerte er in den Playoffs "nur" sieben Punkte bei, doch mit einer Eiszeit von über 24 Minuten pro Spiel und einer astronomischen Plus-Minus-Wertung von +18 ist er ein echter Unterschiedspieler.

Kassel

Auf Seiten der Huskies gehört Laurin Braun zu den Spielern, die mit ihrer unglaublichen Erfahrung und Kaltschnäuzigkeit eine Finalserie entscheiden können. Seine Bilanz von +6 gepaart mit 5 Punkten zeigt, dass er ein Spieler ist, der eine Schlüsselrolle einnimmt in Kassel.


Krefeld geht als das bislang dominierende Team der Playoffs in die erste Finalserie des Teams seit 2003 und bringt sowohl statistisch als auch spielerisch klare Vorteile mit. Die makellose Bilanz und die deutlichen Leistungswerte unterstreichen die Favoritenrolle der Pinguine.

Doch Kassel hat auf dem Weg ins Finale mehrfach bewiesen, dass man auch unter Druck bestehen kann. Die Huskies bringen die Erfahrung aus engen Spielen sowie die nötige Widerstandsfähigkeit mit, um die Serie für sich zu gestalten.

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