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Playoff-Duell: Titelfavorit Krefeld fordert hungrige Landshuter
18.03.2026Bild: City Press, Jan-Malte Diekmann

Playoff-Duell: Titelfavorit Krefeld fordert hungrige Landshuter

Krefeld und Landshut treffen im Viertelfinale aufeinander.

Die unangefochtene Nummer 1 der regulären Saison greift ins Playoff-Geschehen ein: Die Krefeld Pinguine fordern den EV Landshut im Viertelfinale der DEL2-Playoffs 2025/2026. Auf dem Papier mag vieles für die Pinguine sprechen. Doch Landshut wird sich nach überzeugenden Pre-Playoffs nicht kampflos geschlagen geben. Wir nennen euch die Stärken und Schwächen beider Teams und verraten euch, welche Spieler auf beiden Seiten den Unterschied machen könnten.


Saisonverlauf

Krefeld

Vermutlich hätte die Hauptrunde für Krefeld kaum besser laufen können. Souverän krönten die Pinguine sich zum Hauptrunden-Meister und lösten bereits an Spieltag 43 das Playoff-Ticket. Der Weg dorthin war beeindruckend: 114 Punkte aus 52 Partien, 32 Siege in regulärer Spielzeit, zusätzlich konnte man noch sieben Mal den Extrapunkt im „Nachsitzen“ holen. Sowohl offensiv als auch defensiv war Krefeld das Maß aller Dinge. Besonders beeindruckend: im Januar gewannen die Pinguine 11 Partien in Folge und setzten sich so deutlich von der Konkurrenz ab.

Landshut

Die Saison des EV Landshut war durchwachsen. Phasenweise zeigten die Niederbayern sich bärenstark, dann fehlte wieder die Konstanz und man verlor Boden. Letztendlich qualifizierte man sich mit Rang 8 für die Pre-Playoffs, in denen sich der EVL deutlich mit 2 Siegen gegen die Düsseldorfer EG durchsetzte und dabei vor allem mit Offensivstärke überzeugte. In der Hauptrunde konnten die Niederbayern 20 Siege nach 60 Minuten verzeichnen, weitere sechs Mal ergatterte man auch den Zusatzpunkt. Dem entgegen stehen aber auch 22 Niederlagen und vier Partien, in denen der Zusatzpunkt an die Gegner ging.


Stärken

Krefeld

Wenn wir über die Stärken der Pinguine sprechen, gibt es kaum einen Aspekt, der nicht erwähnt werden muss: 194 Treffer erzielte die torgewaltigste Offensive der DEL2, dagegen ließ das Abwehrbollwerk nur 116 Gegentore zu. Auch in Überzahl agiert Krefeld stark, 27,4% Powerplay-Quote sind Liga-Bestwert. In Sachen Penaltykilling sind einzig die Eisbären Regensburg stärker als die Pinguine. Zusammenfassend: Krefeld hat Stärken in allen Bereichen – doch jetzt geht es darum, die PS auch auf die Straße bzw. aufs Eis zu bringen.

Landshut

Doch auch Landshut muss sich nicht verstecken. Grade offensiv haben die Niederbayern einiges zu bieten: 167 Tore erzielte der EVL und belegt damit Rang 4 im ligaweiten Vergleich. Besonders hervorzuheben ist das Überzahlspiel: mit 27,1% Powerplay-Quote ist Landshut nur 0,3% weniger effektiv als Krefeld und damit ebenfalls an der Spitze angesiedelt.


Schwächen

Krefeld

Bei den Pinguinen Schwächen zu finden, gestaltet sich schwierig. Immerhin ist man in beinahe allen Werten Spitzenreiter. Ein Faktor, der allerdings eine Rolle spielen kann, ist das Thema Disziplin. Insgesamt erhielten die Krefelder Spieler 522 Strafminuten. Pro Partie bedeutet das im Schnitt 10 Minuten Strafzeit – und diesen Punkt könnte Landshut ausnutzen.

Landshut

Der EV Landshut hat vor allem in Sachen Verteidigung Nachholbedarf. Zwar gelangen den Niederbayern 167 Treffer – aber beinahe genauso viele Gegentore musste man auch hinnehmen. 3,2 Mal treffen die Gegner des EVL im Schnitt pro Partie und gerade gegen ein offensiv so starkes Team wie Krefeld muss man auf Landshuter Seite dringend eine Lösung finden. Auch in Unterzahl könnte das Team von Uwe Krupp souveränder agieren, 78,7% Penalty-Killing sind ligaweit nur Mittelfeld. Und auch in Sachen Disziplin liegt der EVL nur knapp vor Krefeld, insgesamt gab es 515 Strafminuten.


Top-Spieler

Krefeld

Wie bei den meisten Mannschaften ist es auch bei Krefeld kaum möglich, den EINEN Top-Spieler zu benennen. Immerhin kann man sich Erfolge nur als Team erarbeiten. Besonders zu erwähnen ist aber auf jeden Fall Max Newton, der sich mit 73 Punkten (29 Tore, 44 Assists) zum Top-Scorer der Hauptrunde krönte. Doch auch Mathew Santos punktete 67 Mal (34 Tore, 33 Assists). Und häufig war es Goalie Felix Bick, der mit einer beeindruckenden Quote von 91,51% große Stücke dazu beitrug, dass die Pinguine nur 116 Gegentore hinnehmen mussten.

Landshut

Auch auf Seiten des EVL gibt es beeindruckende Akteure, angeführt von Tor Immo, der 62 Punkte für Landshut erzielte (27 Tore, 35 Assists). Auch an Trevor Gooch führt kein Weg vorbei: der Amerikaner sammelte 53 Zähler (24 Tore, 29 Assists). Beide trafen zuletzt auch in der offensivgewaltigen Pre-Playoff-Serie gegen die Düsseldorfer EG und sicherten dem EVL so den Einzug in die Playoffs. Auch Tobias Lindberg beeindruckte über die gesamte Saison mit starken Leistungen (45 Punkte und 27 Treffer).


X-Faktor

Krefeld

Wer im Viertelfinale den entscheidenden Unterschied machen könnte, ist für die Pinguine Adam Payerl. Der Routinier steuerte in der Hauptrunde 14 Tore (davon drei im Powerplay) und 20 Punkte bei und überzeugte mit jeder Menge Spielverständnis. Außerdem wird ihm seine DEL- und AHL-Erfahrung zugute kommen, sodass er eine wichtige Rolle für Krefeld spielen wird.

Landshut

Für den EV Landshut soll Jesse Koskenkorva der berühmte X-Faktor sein. Der Finne erzielte in 49 Partien 23 Scorerpunkte und zeigt auch mit einer Plus-Minus-Bilanz von +13 seinen Wert für das Team. Ihn zeichnet ein hoher „Hockey-IQ“ aus, er habe die Fährigkeit, seine Mitspieler besser zu machen. In der Kabine und auf dem Eis sei der Finne ein richtiger Anführer, der den EVL durch die Playoffs manövrieren soll.


Das sagen die Spieler

Krefeld

Adam Payerl prognostiziert vorab jede Menge Spannung: „Ich glaube, dass die Serie gegen Landshut eine lange und schwere werden wird.“ Für den Gegner findet er lobende Worte: „Meiner Meinung nach ist Landshut der stärkste Gegner, der in den Pre-Playoffs gespielt hat." 

Landshut

Auch Andreas Schwarzer erkennt die Leistung des Gegners vorab an: „Mit Krefeld wartet jetzt der Ligaprimus auf uns. Sie haben in der Hauptrunde mit der besten Offensive und Defensive gezeigt, wie stark sie sind und verfügen über viele Spieler mit hoher individueller Qualität.“ Doch auch der EVL ist bereit: „Wir haben in den Pre-Playoffs Selbstvertrauen gesammelt und freuen uns auf die Viertelfinalserie.“ Voller Vorfreude – und Ehrgeiz – kann die Serie laut Schwarz starten: „In beiden Stadien wird sicher eine tolle Atmosphäre herrschen – und wir werden alles reinwerfen.“

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