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Rückblick: Blue Devils blicken nach schwieriger Saison nach vorn
22.04.2026Bild: Tobias Neubert

Rückblick: Blue Devils blicken nach schwieriger Saison nach vorn

Nach dem Verbleib in der DEL2 spricht Tommy Muck über eine Saison voller Herausforderungen.

Nach einer von Rückschlägen geprägten Saison konnten die Blue Devils Weiden am Ende doch durchatmen: Der Klassenerhalt in der DEL2 konnte gesichert werden. In der zweiten Runde der Playdowns setzte sich das Team gegen den ESVK Kaufbeuren durch und machte mit einem 5:1-Heimsieg vor ausverkauftem Haus den Verbleib in der Liga perfekt.

Entsprechend groß war die Erleichterung nach dem entscheidenden Erfolg. „Es ist natürlich wahnsinnig erleichternd. Es gab über das Jahr so einige Auf und Abs, aber das Team hat zusammengehalten. Es war keine einfache Situation, in der wir uns befunden haben, aber wir hatten alle das gleiche Ziel – nämlich in der DEL2 zu bleiben – und am Ende haben wir genau das erreicht“, blickt Verteidiger Tommy Muck zurück.

Schwierige Ausgangslage nach der Hauptrunde

Die Grundlage für die nervenaufreibenden Wochen in den Playdowns wurde bereits in der Hauptrunde gelegt. Weiden schloss diese mit 57 Punkten auf Rang 12 ab und musste damit den Weg über die Abstiegsrunde gehen. Eine von zahlreichen Verletzungen geprägte Saison erschwerte es dem Team immer wieder, Konstanz zu entwickeln.

Besonders schwer wog der langfristige Ausfall von Kapitän Tomas Rubes, der nur 20 Spiele bestreiten konnte und sich im Dezember einer Operation unterziehen musste. Über weite Strecken war die Mannschaft gezwungen, personelle Rückschläge zu kompensieren und immer wieder neue Konstellationen zu finden.

Auch sportlich blieb der erhoffte Rhythmus aus: In der Hauptrunde gelangen lediglich 14 Siege. In der ersten Playdown-Runde unterlag Weiden Bad Nauheim deutlich mit 0:4 und geriet so in eine Situation, in der es um alles ging.

Stabil in der entscheidenden Phase

In der Serie gegen Kaufbeuren fand das Team von Head Coach Adam Letang, der erst kurz vor Ende der Hauptrunde für den freigestellten Sebastian Buchwieser übernahm, schließlich die nötigen Antworten. Mit einer fokussierten Herangehensweise und größerer Konsequenz in den entscheidenden Situationen sicherten sich die Blue Devils die Serie mit 4:2 und damit den Klassenerhalt.

„In der Post-Season machen minimale Aspekte den Unterschied. Wir haben nichts Großes verändern müssen. Der Fokus lag auf den kleinen Details und vor allen Dingen darauf, diese Sachen in den Schlüsselmomenten umzusetzen“, erklärt Muck.

Der entscheidende Heimsieg vor eigenem Publikum unterstrich diese Entwicklung und markierte den Schlusspunkt einer intensiven Saisonphase.

Muck übernimmt Führungsrolle

Auch persönlich war die Spielzeit für Tommy Muck von besonderer Bedeutung. Nach der Verletzung von Rubes übernahm der US-Amerikaner als Ersatzkapitän zusätzliche Verantwortung – in einer Phase, in der Stabilität innerhalb der Mannschaft besonders gefragt war.

„Tomas Rubes zu verlieren war hart. Er ist ein toller Spieler und vor allem ein toller Mensch, den man einfach in seinem Team haben will“, sagt Muck. „Ich habe nicht viel an meinem Verhalten verändert. Ich versuche, mit gutem Beispiel voranzugehen und an jedem Spieltag mein Bestes zu geben. Ich kommuniziere viel und spreche die Dinge an, die gesagt werden müssen.“

Diese Rolle füllte der Verteidiger in einer Saison aus, die von vielen Unwägbarkeiten geprägt war – und in der auch jüngere Spieler verstärkt Verantwortung übernehmen mussten.

Junge Spieler nutzen ihre Chance

Die Verletzungssituation eröffnete insbesondere Nachwuchsspielern größere Einsatzzeiten, die diese Gelegenheit zu nutzen wussten. Spieler wie Paul Vinzens und Noah Samanski rückten in den Fokus und setzten mit starken Leistungen wichtige Impulse.

Samanski wurde in der Saison gleich mehrfach als U21-Spieler des Monats ausgezeichnet, während Vinzens diese Ehrung ebenfalls erhielt und zudem zum U21-Förderspieler des Jahres gewählt wurde. Ihre Entwicklung steht stellvertretend für den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft in einer schwierigen Phase.

„Neben den Verletzungen hatten wir mit einigen Dingen zu kämpfen, die nicht in unserer Kontrolle waren“, ordnet Muck ein. „In der Zukunft können wir diese ‚Next man up‘-Mentalität nutzen, die wir uns erarbeitet haben, um in allen möglichen Situationen Spiele zu gewinnen.“

Umbruch und Neustart im Sommer

Mit dem gesicherten Klassenerhalt richtet sich der Blick nun auf die kommende Spielzeit – die für die Blue Devils mit personellen Veränderungen verbunden sein wird. Mehrere Leistungsträger werden den Verein verlassen: Tomas Rubes zieht es nach Rosenheim, Topscorer Tyler Ward wechselt nach Regensburg, und das Trio Noah Samanski, Paul Vinzens und Felix Noack wagt den Schritt in die PENNY DEL. Zudem wurde der Vertrag mit Kontingentspieler Zach Tsekos nicht verlängert. Außerdem verlässt auch Co-Trainer Martin Mazanec die Blue Devils.

Dafür steht auch der erste Neuzugang fest: Charlie Jahnke, der zuletzt für die Lausitzer Füchse auf dem Eis stand, wechselt in die Oberpfalz.

Für Muck selbst steht der Weg in Weiden fest: Der Verteidiger hat seinen Vertrag vorzeitig verlängert und wird auch in der kommenden Saison Teil der Mannschaft sein.

„Es gefällt mir wirklich gut in Weiden und ich freue mich über das Vertrauen, das der Verein in mich hat“, sagt der 30-Jährige. „Die Fans sind unglaublich und es macht so viel Spaß, vor ihnen zu spielen. Sie haben uns durch alle Aufs und Abs unterstützt. Wir sind unendlich dankbar für den Support bis zur letzten Sekunde.“

Der Klassenerhalt bildet damit den Abschluss einer kräftezehrenden Saison – und zugleich die Grundlage für einen personellen und sportlichen Neustart.

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