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Spiel der Woche: Die Hoffnung auf einen starken Schlussspurt
22.01.2026Bild: Achim Keller, Andy Chuc

Spiel der Woche: Die Hoffnung auf einen starken Schlussspurt

Freiburg und Bad Nauheim in einem wegweisenden Duell zweier Tabellennachbarn.

Die DEL2-Saison 2025/2026 biegt so langsam auf die Zielgerade. Maximal 16 Spiele haben die Clubs noch vor sich bis zum Ende der regulären Saison. Zeit, einen Gang höher zu schalten, aber auch Zeit genug, um sich im Endspurt noch viele wichtige Zähler zu sichern.

Vor allem für die Teams im unteren Tabellendrittel kann jeder Punkt einen großen Unterschied machen. Und genau deshalb ist das Duell zwischen dem EHC Freiburg und dem EC Bad Nauheim so wichtig für beide Teams.

Nachbar-Duell im „Untergeschoss“

Am 22. Spieltag rangierten die Roten Teufel auf dem so wichtigen 10. Platz, dem finalen Rang für die Pre-Playoff-Teilnahme. Sie hatten zu diesem Zeitpunkt elf Punkte Vorsprung auf die Freiburger. Aktuell trennen beide Clubs nur noch zwei Zähler und man ist direkter Tabellennachbar – Bad Nauheim auf Platz 12 (43P), der EHC auf Platz 13 (41P).

Das „rettende Ufer“ – also der zehnte Rang – liegt sechs, beziehungsweise acht Punkte entfernt. Nur, wer in dieser entscheidenden Phase der Saison ins Rollen kommt, kann sich da noch herankämpfen. Entsprechend wegweisend ist dieses direkte Duell.

Erst bergauf, dann bergab, und jetzt?

Nach einem verkorksten Start in die Saison sah es lange Zeit so aus, als würde Freiburg die Kurve nicht mehr bekommen können. Doch Ende November kam Juraj Faith als neuer Trainer an Bord und unter dem Slowaken gewannen die Wölfe bis Weihnachten sechs aus neun Spielen.

Doch nach den Feiertagen hatten die Breisgauer plötzlich nicht mehr viel zu lachen. Von den nächsten neun Spielen verloren sie sieben. Vergangenen Dienstag beendeten sie endlich die Talfahrt mit einem hart erkämpften 4:1-Erfolg gegen die vorher fünf Spiele in Folge ungeschlagenen Eisbären Regensburg.

Ilestedt: „Müssen etwas effektiver sein“

Einmal mehr hatte dabei Fabien Ilestedt einen großen Anteil am Erfolg. Drei Tore steuerte der Schwede zum Erfolg bei. Mit 40 Punkten gehört er zu den zehn besten Scorern der Liga. Seine 30 Assists sind der drittbeste Wert aller Spieler diese Saison. Allein in den vergangenen zehn Partien war er an 16 Treffern beteiligt.

„In letzter Zeit haben wir die Reihen umgestellt, aber ich denke, dass die Chemie unabhängig von der Aufstellung gut ist und wir viele Torchancen herausgespielt haben“, sagt Ilestedt zu seiner aktuellen Form. „Wir müssen nur etwas effektiver sein und den Puck ins Netz bringen.“

Damit wollen die Wölfe am liebsten direkt am Freitag beginnen. Und Ilestedt weiß um die Wichtigkeit der Partie: „Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns. Bad Nauheim steht in der Tabelle direkt vor uns, daher ist es eigentlich ein Sechs-Punkte-Spiel. Wir wissen, dass sie eine hart arbeitende Mannschaft sind und mit viel Intensität spielen werden. Für uns geht es darum, an unserer Struktur festzuhalten, defensiv stark zu sein und unsere Chancen zu konsequent zu nutzen. Wenn wir diszipliniert spielen und 60 Minuten lang kämpfen, haben wir gute Chancen zu gewinnen.“

Die vom Stürmer angesprochene Chancenverwertung war in diesem Kalenderjahr ein großes Thema. Denn kein Team traf 2026 seltener als die Breisgauer. 11 Tore machten sie seit Jahresbeginn – und zwei davon waren Empty-Netter.

Koch: „Ziehen Selbstvertrauen aus diesen knappen Spielen“

Und jetzt kommt mit Bad Nauheim eine Mannschaft, die dem EHC zuletzt nicht sonderlich lag. Alle drei Aufeinandertreffen in dieser Saison gingen an die Kurstädter – zuletzt gewann Bad Nauheim zwei Mal zu Null gegen Freiburg.

Dabei war der letzte Erfolg gegen den EHC (6:0 am 4. Januar) einer von nur zwei Siegen aus zehn Spielen seit Weihnachten für die Hessen, die es gern spannend machen. 20 ihrer 36 Partien wurden mit nur einem Tor Unterschied entschieden, wobei sie elf Mal dabei das Nachsehen hatten.

Allein die vergangenen vier Partien gingen mit je einem Tor Unterschied verloren. Dabei fiel die Entscheidung in allen vier Begegnungen erst nach der 56. Minute oder gar erst in der Verlängerung.

Für Davis Koch sind diese Ergebnisse aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken – im Gegenteil. „Wir ziehen aus diesen knappen Spielen Selbstvertrauen. Manche mögen der Meinung sein, dass es frustrierend ist, wenn man so enge Spiele verliert, doch in meinen Augen zeigen diese Spiele und Ergebnisse den Einsatz und die Widerstandsfähigkeit, mit denen unser Team arbeitet“, erklärt der Angreifer. „So nah dran zu sein, sorgt dafür, dass wir uns für jedes Spiel noch intensiver vorbereiten, und es macht uns nur noch hungriger auf Erfolg. Wir glauben daran, dass wir gewinnen werden und dass wir die Kurve bekommen werde.“

Den Startschuss für die Kehrtwende wollen die Kurstädter am Freitag abgeben. Koch, der in sechs der vergangenen sieben Spiele punkten konnte, weiß um die Wichtigkeit des Duells in Freiburg: „Jedes Spiel ist wichtig, aber das Spiel in Freiburg ist noch wichtiger, da sie direkt hinter uns stehen in der Tabelle. Wir wollen das Spiel gewinnen und unser Ansatz muss derselbe sein wie in den vergangenen Spielen: Wir müssen härter arbeiten als sie, wir müssen uns durchbeißen und mit drei Punkten aus dem Spiel kommen.“

Wie man es auch dreht und wendet, dieses Duell verspricht Spannung pur und die Hoffnung, mit einem Sieg einen Endspurt einzuleiten. Alle Fans, die das Spiel nicht vor Ort verfolgen können, haben auf sporteurope.tv die Möglichkeit, live dabei zu sein.

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