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Spiel der Woche: Krefeld gewinnt umkämpftes Spitzenspiel
18.01.2026Bild: Jan-Malte Diekmann

Spiel der Woche: Krefeld gewinnt umkämpftes Spitzenspiel

Pinguine bauen Tabellenführung durch Sieg gegen kämpferische Huskies weiter aus.

Im Spiel der Woche der DEL2 ging es für Tabellenführer Krefeld zu den Kassel Huskies, die als direkter Verfolger dringend den Rückstand auf die Pinguine verkürzen wollten.

Schon vorab versprachen Statistiken und die Atmosphäre ein echtes Spitzenspiel, und manch einer vermutete, dass die Partie Playoff-Charakter haben würde. Am Ende setzten sich die Pinguine in einer intensiven Begegnung knapp mit 2:1 durch und bauten ihre Führung in der Tabelle weiter aus.

Krefeld nutzt frühe Gelegenheit

Zügig ging es los in der Probonio Arena am Sonntagabend. Beide Teams fanden schnell in die Partie und legten Wert auf einen kontrollierten Spielaufbau. Den ersten nennenswerten Abschluss verzeichneten die Hausherren, als Tristan Keck frei zum Schuss kam, Pinguine-Goalie Felix Bick jedoch sicher parierte. Kassel erhöhte anschließend den Druck, während Krefeld defensiv kompakt blieb – und auf der Gegenseite effektiv zuschlug: Nach einem klugen Stretchpass von Erik Buschmann tauchte Mathew Santos plötzlich allein vor Philipp Maurer auf und brachte die Gäste früh in Führung (4.).

Der Treffer verlieh den Pinguinen sichtbar Selbstvertrauen. Sie störten früh, suchten konsequent den Abschluss, doch Maurer zeigte sich ebenso aufmerksam wie sein Gegenüber. Auch Felix Bick war mehrfach gefordert, unter anderem bei einem Konter der Huskies, als Michael Bartuli dicht vor dem Ausgleich stand, der Krefelder Schlussmann reagierte jedoch stark.

Die erste Strafe der Partie traf Krefeld, Torschütze Santos musste für zwei Minuten auf die Strafbank. Kassel brachte das drittstärkste Powerplay der DEL2 in Position und kam dabei auch zu Möglichkeiten: Tristan Keck scheiterte per Direktschuss, wenig später traf Hunter Garlent nur das Außennetz. Zudem blieb Bick auch bei der Großchance von Darren Mieszkowski souverän und hielt die Null in Unterzahl.

Nach Ablauf der Strafe übernahmen die Gäste wieder die Initiative, ehe eine Zeitstrafe gegen Kassels Laurin Braun Krefeld das erste Überzahlspiel ermöglichte. Doch das Penaltykilling der Huskies ließ keinen Treffer zu. Trotz der knappen Führung zeigten sich die Pinguine zur ersten Pause zufrieden, Verteidiger Davis Vandane erklärte: „Wenn wir so weitermachen und unser Spiel durchziehen, werden wir am Ende erfolgreich sein.“

Kassel tut sich schwer

Auch der Mittelabschnitt begann mit hohem Tempo. Kassel erspielte sich erneut die ersten Abschlüsse, doch Felix Bick zeigte sich weiterhin sicher. Kurz darauf durften die Pinguine erstmals im zweiten Drittel in Überzahl agieren. Die Gäste bewegten die Scheibe gut, Kassel hielt jedoch konsequent dagegen, sodass die Krefelder Überzahl letztlich an Philipp Maurer scheiterte.

In der Folge schlichen sich bei den Huskies einige Ungenauigkeiten ein, wodurch die Partie insgesamt etwas fahriger wurde als in den ersten 20 Minuten. Zwar brachte Kassel weiterhin Schüsse auf das Tor, doch der Ausgleich wollte nicht fallen – erneut war Bick zur Stelle. Effektiver präsentierten sich auf der Gegenseite die Pinguine: Aus spitzem Winkel traf Adam Payerl zum 0:2 (31.), der Videobeweis bestätigte den Treffer und die ausgebaute Führung der Gäste.

Die Huskies suchten anschließend die schnelle Antwort und setzten Krefeld mit einer intensiven Druckphase unter Druck, blieben dabei jedoch ohne zählbaren Erfolg. Ein weiteres Powerplay bot Kassel die nächste Gelegenheit, doch die Pinguine befreiten sich früh und erschwerten den Hausherren auch im weiteren Verlauf den strukturierten Spielaufbau. So blieb auch diese Überzahlsituation ungenutzt.

Bis zur zweiten Pause verlagerten die Gäste das Spielgeschehen zunehmend in die Kasseler Zone. In einer unübersichtlichen Szene behielt Philipp Maurer den Überblick und verhinderte einen weiteren Gegentreffer, sodass es mit einem 0:2 aus Sicht der Huskies in die Kabine ging. Dominic Turgeon formulierte den Plan für den Schlussabschnitt klar: „Wir müssen uns an unseren Gameplan halten und vor allen Dingen unsere Chancen auch machen. Das Ziel ist es, so viel Zeit in der Offensivzone zu spielen wie möglich.“

Huskies verkürzen, Gäste siegen

Mit viel Intensität starteten beide Teams in den Schlussabschnitt und setzten sich von Beginn an unter Druck. Erstmals jubeln durften dabei die Hausherren: Verteidiger Simon Schütz verwertete einen Onetimer zum 1:2-Anschlusstreffer (45.) und brachte die Huskies zurück ins Spiel. Der Treffer verlieh Kassel spürbar Auftrieb, nur wenig später ging die Scheibe nach einem weiteren Abschluss knapp am Krefelder Tor vorbei.

In der Folge erhöhten beide Mannschaften die Schlagzahl, ohne sich zunächst zwingende Chancen zu erspielen. Nach einem vielversprechenden Angriff der Gäste gelang Kassel die Befreiung, Yannik Valenti zog ab, traf jedoch nur den Pfosten. Auf der Gegenseite starteten die Pinguine einen schnellen Gegenstoß, Jan Nijenhuis scheiterte ebenso an Philipp Maurer wie wenig später Max Newton mit einem wuchtigen Abschluss.

Krefeld blieb in dieser Phase am Drücker und suchte die Vorentscheidung, doch Maurer war auch gegen Marcel Müller erneut zur Stelle. In den letzten beiden Spielminuten warfen die Huskies noch einmal alles nach vorne. Ein Schuss von Topscorer Hunter Garlent sprang unglücklich ab, der Puck blieb jedoch zunächst in Kasseler Besitz, sodass Maurer zugunsten eines sechsten Feldspielers das Eis verließ. Erneut kam Garlent zum Abschluss, diesmal klärten die Pinguine und leiteten selbst noch einen Angriff ein. Kurz vor der Schlusssirene verfehlte Max Newton das leere Tor, sodass es beim knappen 2:1-Erfolg für Krefeld blieb.

Torschütze Mathew Santos ordnete die Partie anschließend ein: „Wir sind die beiden Top-Mannschaften der Liga und waren beide heiß auf den Sieg. Da erwartet man natürlich ein gutes Spiel. Zum Glück haben wir gewonnen.“

Damit riss die starke Siegesserie der Huskies, während Krefeld sowohl seine Erfolgsserie als auch die Tabellenführung weiter ausbaute. Mit einem Spiel mehr auf dem Konto liegen die Pinguine nun neun Punkte vor Kassel als direktem Verfolger. Für beide Teams geht es anschließend zuhause weiter: Krefeld empfängt die Eispiraten Crimmitschau, die zuletzt mit 3:6 in Landshut unterlagen, während die Huskies auf die Bietigheim Steelers treffen, die gegen Weiden erfolgreich waren.

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