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Spiel der Woche: Playoffs im Visier, Pinguine vor der Brust
05.03.2026Bild: Melanie Feldmeier, Christoph Jürgens

Spiel der Woche: Playoffs im Visier, Pinguine vor der Brust

Regensburg fordert den Hauptrundensieger in entscheidendem Duell.

Das letzte Wochenende der Hauptrunde der DEL2-Saison 2025/2026 bietet noch jede Menge Entscheidungen. Hier und da sind mögliche Veränderungen vielleicht nur noch rein rechnerisch möglich, doch bei einigen Clubs und Spielen geht es um Fakten für die Postseason.

Bei keinem Spiel wird das deutlicher als beim Duell der Eisbären Regensburg gegen die Krefeld Pinguine. Denn ein Sieg katapultiert die Regensburger direkt in die Playoffs.

Alles besser in dieser Saison

Es wäre die zweite Playoff-Teilnahme seit dem Aufstieg in die DEL2 vor vier Jahren. Bedenkt man, wo sich die Eisbären noch vor knapp einem Jahr befanden, ist diese Tatsache noch beeindruckender. Da standen sie bereits mit einem Bein in der Oberliga, konnten erst in der zweiten Runde der Playdowns den Klassenerhalt sichern.

Doch in dieser Saison machte das gefürchtete Abstiegsgespenst einen großen Bogen um Regensburg. Von Anfang an stand die Mannschaft von Cheftrainer Peter Flache für eine gefestigte Defensive und effektive Offensive, gepaart mit einer außergewöhnlichen Saison von Torhüter Jonas Neffin.

Wie gefestigt die Mannschaft in dieser Saison ist, zeigte sie zuletzt wieder am Sonntag. In Bad Nauheim rannte man einem sehr frühen Rückstand hinterher und sah sich einem Team gegenüber, dass mit viel Feuer spielte. Doch die Eisbären blieben bei sich, spielten geduldig und holten am Ende nach zuvor zwei Niederlagen den so wichtigen „Dreier“.

Mit Rückenwind ins Topspiel

„Der Sieg am Sonntag war extrem wichtig für uns“, erinnert sich Pierre Preto. „Nicht nur wegen der Punkte, sondern vor allem fürs Selbstvertrauen. In dieser Phase der Saison zählt jeder Erfolg doppelt – mental und tabellarisch. Man hat gemerkt, dass wir als Mannschaft geschlossen aufgetreten sind und füreinander gearbeitet haben. So ein Sieg gibt natürlich enormen Rückenwind, gerade mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Dank ihrer Geschlossenheit konnten die Eisbären schon so manche schwere Hürde meistern in dieser Saison. Sie stellen die viertbeste Abwehr (137 Gegentore). Kein Team ließ vor heimischer Kulisse weniger Gegentore zu als die Oberpfälzer (54). Nur alle 11,6 Schüsse erlauben die Regensburger ein Tor (Platz 3). Auf der anderen Seite sind sie das zweiteffektivste Team der DEL2 mit einem Tor pro alle 8,9 Schüsse.

Der kommende Gegner wird ihnen nun alles abverlangen. Das weiß auch Preto, der in dieser Saison 27 Punkte beisteuern konnte für seine Farben: „Mit den Krefeld Pinguinen wartet definitiv eine Hammeraufgabe auf uns. Krefeld hat viel Qualität im Kader und gehört nicht umsonst zu den Top-Teams. Gleichzeitig sehen wir das Spiel als große Chance. Wenn du die Playoffs erreichen willst, musst du genau solche Spiele annehmen und liefern.“

„Wir werden mit hoher Intensität, viel Disziplin und vollem Fokus ins Spiel gehen. Für uns geht es darum, unser System konsequent durchzuziehen, die Zweikämpfe anzunehmen und von der ersten Minute an da zu sein. Am Ende entscheiden oft Kleinigkeiten – und genau da wollen wir bereit sein“, erklärt Preto.

Das Maß aller Dinge

Die Pinguine werden den Eisbären das sicher nicht leicht machen. Die letzten fünf Aufeinandertreffen beider Clubs gewann Krefeld. Und nicht nur das. Sie sind Hauptrundensieger mit elf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten, schossen die meisten Tore (189), kassierten die wenigsten Gegentore (114), gaben die meisten Schüsse (1.810) ab, erlaubten die wenigsten Schüsse (1.264), haben das zweitbeste Powerplay (27,5%) und das zweitbeste Unterzahlspiel (83,3%). Und natürlich sind die Pinguine auch die beste Auswärtsmannschaft der Liga (54 Punkte).

Krefeld verfügt über jede Menge individuelle Klasse. Mathew Santos ist einer dieser Spieler, die eine Partie im Alleingang entscheiden können. Doch in seinen Augen ist Krefeld vor allem aufgrund der Kameradschaft so stark: „Was dieses Team so auszeichnet und besonders macht, ist die Tatsache, dass wir uns alle wohlfühlen in der Nähe der anderen. Wir reden viel miteinander – sei es über Eishockey, das Leben allgemein oder was auch immer. Wir können auf dem Eis und auch neben dem Eis wir selbst sein. Das ist sehr wichtig.“

Nachdem es für die Pinguine in den beiden verbleibenden Spielen sportlich gesehen um nichts mehr geht, könnte man meinen, sie nehmen den Fuß vom Gas und rollen gemütlich in die Playoffs. Doch den Gedanken schiebt Santos sofort beiseite. „Es ist sehr leicht, locker zu lassen und nicht mehr sein Bestes zu geben. Für uns muss daher darum gehen, die Einstellung und die Arbeitseinstellung zu finden, mit der man in den Playoffs spielen will. Darum geht es. Wir wollen weiterhin unser Spiel spielen.“

Die Partie zwischen den Eisbären und den Pinguinen verspricht ein packendes Duell mit jeder Menge Brisanz zu werden. Wer das Spiel der Woche nicht live in Regensburg sehen kann, der kann es auf Sporteurope.TV schauen.

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