1. DEL2 Event Game auch im TV ein Hit – DEL2 hat einen neuen Primus
Pinguins werden überrumpelt / Crimmitschau schnappt sich einen Playoff-Platz
Das 1. DEL2 Event Game war das Highlight des Wochenendes – auch im TV: Derweil 31.853 Zuschauer im ausverkauften Dresdner Fußball-Stadion für einen Eintrag in die Rekord-Bücher sorgten, war die Premiere eines Freiluftspektakels in der der zweiten Liga auch ein Quotenhit. Die Live-Übertragung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) ereichte einen Marktanteil von 8,5 Prozent.
Klar, dass bei René Rudorisch, Geschäftsführer der DEL2, eitel Sonnenschein herrschte: „Dieses Spiel hat gezeigt, dass wir als Liga gewachsen sind und uns gut entwickelt haben. Als Event steht ein solches Spiel dem DEL Winter Game in nichts nach.“
In Anbetracht des unbestrittenen Saison-Highlights geriet das Geschehen in den anderen Eis-Arenen etwas in den Hintergrund. Und das, obwohl es rund um das Freiluftspiel in Dresden einige bemerkenswerte Entwicklungen gab. Der große Sieger an diesem Wochenende, aber auch während der gesamten Feiertagssause war Meister Bietigheim Steelers.
Zunächst feierte die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet am Freitag mit einem überzeugenden 2:0 den ersten Sieg in dieser Saison gegen den Final-Dauerrivalen Fischtown Pinguins und übernahm am Sonntag mit dem 9:1 in Kaufbeuren auch noch die Tabellenführung von Bremerhaven, das sich gleichzeitig ein 2:3 nach Verlängerung gegen Aufsteiger Freiburg leistete.
"Ich bin glücklich. Unsere Bilanz ist unglaublich. Wenn mir jemand vor ein paar Wochen so eine Serie prophezeit hätte, hätte ich ihm unterstellt, dass er wohl ein paar Bier zu viel getrunken habe", sagte Coach Gaudet nach dem Schützenfest im Allgäu. Klar, am 4. Oktober des vergangenen Jahres hatte der Kanadier nach dem 3:7 der Steelers in Freiburg auf dem Podium ein wenig über mögliche Motivationsprobleme bei seinen Spielern nach dem Titelgewinn im April gesprochen. Die Steelers kamen im ganz großen Stil zurück. Zunächst katapultierte sich der Meister mit zehn Siegen in Folge vom siebten auf den zweiten Rang, dann knackte Bietigheim diesen Saisonrekord in Kaufbeuren mit dem elften Sieg in Folge seit dem 0:5 in Heilbronn am 11. Dezember.
Und Gaudet musste in dieser Phase rund um Weihnachten und Silvester zahlreiche Ausfälle wegen Verletzung und Krankheit verkraften. Auch in Kaufbeuren standen nur 15 Feldspieler zur Verfügung. Zu den Langzeitverletzten wie Markus Gleich, Shawn Weller und Marcel Kahle gesellte sich nun auch Marcus Sommerfeld, der sich im Spiel gegen Bremerhaven einen Armbruch zuzog und zwei bis drei Monate ausfällt.
(Foto: Sven Wanke) Bremerhaven hingegen hat nach Wochen des Erfolges offenbar einen kleinen Hänger. Die Mannschaft von Trainer Ben Doucet verlor erstmals in dieser Spielzeit zwei Spiele in Folge. Der Coach erkannte nach der Niederlage gegen den Aufsteiger neben dem physischen Kräfteverschleiß auch fehlende geistige Frische. Seine besten Spieler hätte Fehler gemacht, die sie sonst nicht machen, sagte der einstige Düsseldorfer Meisterspieler. „Wie allen anderen Teams hat uns das intensive Programm mit zehn Spielen zu schaffen gemacht. Besonders die langen Reisen und harte Spiele“, sagte Doucet mit Blick auf die Duelle in Rosenheim (4:2) und Bietigheim sowie gegen Kassel (4:3 SO). Aber Doucet gab sich optimistisch: „Ich glaube an meine Mannschaft. Ich denke, dass wir am Ende der Hauptrunde Rang eins oder ganz knapp Rang zwei belegen werden.“
Am unteren Ende des Tableaus hat sich ebenfalls etwas getan. Die Eispiraten Crimmitschau nutzten die Schwächephase des ESV Kaufbeuren und verdrängten die Allgäuer mit einem bemerkenswerten 4:1 in Bad Nauheim vom zehnten Rang, der die Teilnahme an den Pre-Playoffs bedeutet. „Wir haben derzeit einen Lauf, was aber nicht nur an den neuen Spielern liegt. Wir haben jedoch nicht mehr diesen Minikader, was unter dem Strich viel ausmacht. Wichtig war das 1:0 für uns sowie die Torhüterleistung", sagte Crimmitschaus Trainer Chris Lee nach dem fünften Sieg in den vergangenen sechs Spielen, an dem Goalie Ryan Nie einen großen Anteil hatte.