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Im Gespräch mit... Paul Vinzens
28.01.2026Bild: Tobias Neubert

Im Gespräch mit... Paul Vinzens

Der U21-Spieler des Monats Dezember über Form, Druck und vieles mehr...

Bei den Blue Devils Weiden stehen junge Spieler und Talente – nicht nur aufgrund der anhaltenden Verletzungsmisere – immer wieder im Fokus. Einer von ihnen ist Paul Vinzens. Der 20-Jährige wurde aufgrund seiner anhaltend starken Leistungen zum U21-Spieler des Monats Dezember gewählt.

Im Interview spricht Vinzens über seine Form, den Umgang mit Drucksituationen und seine internationalen Erfahrungen.

Paul, Herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung zum U21-Spieler des Monats Dezember! Was glaubst du, wie du am meisten überzeugen konntest – gab es etwas, auf das du besonders stolz bist?

Paul Vinzens: „Ich habe von Anfang an vom Trainerteam viele Chancen bekommen, um mich zu beweisen. Ich stand oft auf dem Eis, grade auch in den wichtigen Momenten und das bringt mich extrem weiter. Vor allem bin ich stolz darauf, so viel Verantwortung übernehmen zu können und mich von Spiel zu Spiel zu steigern.“

Wie empfindest du die Zusammenarbeit mit deinen Mitspielern und dem Trainerteam bei den Blue Devils Weiden – was hilft dir aktuell am meisten in deiner Entwicklung?

Vinzens: „Die Zusammenarbeit in Weiden ist wirklich toll, egal ob es um Mitspieler oder das Trainerteam geht. Wir reden viel miteinander und man lernt voneinander. Die anderen Spieler helfen mir sehr weiter und auch die Coaches stehen nach dem Training oft noch mit uns auf dem Eis, um an Kleinigkeiten zu arbeiten.“

Du hast zuvor internationale Erfahrung und Einsätze in anderen Ligen gesammelt. Inwiefern helfen dir diese Erfahrungen, dich in der DEL2 zu behaupten?

Vinzens: „Die Erfahrungen helfen mir natürlich, grade was Tempo und Härte angeht, konnte ich direkt in der Liga ankommen. Die DEL2 hat heuer nochmal einen großen Schritt nach vorn gemacht und ist perfekt für junge Spieler, um sich weiterentwickeln zu können.“

Du kommst aus dem Weidener Nachwuchs und bist heimatnah in die DEL2 zurückgekehrt. Inwiefern motiviert dich dieser „Heimkehr-Effekt“ im täglichen Training und Spiel?

Vinzens: „Es gibt einem natürlich einen Motivationsschub, weil man hier in der Gegend die Leute kennt und denen zeigen will, was man drauf hat [lacht]. Das ist aber auch mit einem gewissen Druck verbunden, weil man erst recht Leistung bringen will. Am Anfang hat mich das ein bisschen zurückgehalten, aber jetzt passt es gut und ich habe viel Spaß.“

Welche Rolle spielt für dich die Atmosphäre am Standort Weiden – auf und neben dem Eis?

Vinzens: „Es ist großartig, wie toll die DEL2 in Weiden angenommen wird. Fast an jedem Spieltag ist das Stadion voll und grade weil ich früher selbst als Fan in der Kurve stand, freut mich das. Allgemein entwickelt sich Weiden zu einer richtigen Eishockeystadt und es gibt viel Potenzial hier.“

Wie gehst du mit Phasen um, in denen es persönlich vielleicht nicht ganz so gut läuft?

Vinzens: „Das ist ein Punkt, an dem viel gearbeitet habe und auch noch weiter dranbleiben muss. Geholfen hat mir vor allem der Psychologe in Salzburg [Anm. d. Red.:  Anbindung an Psychologen der Red Bull Eishockey Akademie im Rahmen der Ausbildung dort], mit dem ich viel geredet habe. Das Wichtigste ist, sich auf die Basics zu besinnen, die immer funktionieren, und dass man erst recht an sich glaubt. Wenn man den Kopf nicht hängen lässt und dranbleibt, dann springen die Scheiben auch wieder für dich.“

Welche Aspekte deines Spiels möchtest du in den kommenden Monaten noch verbessern – gibt es aktuell einen klaren Entwicklungsschwerpunkt?

Vinzens: „Ich möchte vor allem an meiner defensiven Stabilität und Stärke arbeiten, damit ich auch in dem Bereich mehr Verantwortung übernehmen kann. Offensiv will ich mehr Zug zum Tor finden und kaltschnäuziger werden, damit wir uns am Ende als Team mehr belohnen können.“

Abschließend: Was würdest du jungen U21-Spielern raten, die ebenfalls den Sprung in die DEL2 schaffen möchten?

Vinzens: „Das Wichtigste ist, fleißig zu sein und hart zu arbeiten. Grade in den schweren Phasen muss man geduldig sein und dranbleiben. Letztendlich zählt es aber genauso viel, dass man es wirklich will und Spaß am Eishockey hat – und dass man es für sich selbst macht und nicht für irgendjemand anderen. Außerdem ist es wichtig, dass man mutig ist und sich selbst etwas zutraut. Dann kann jeder Nachwuchsspieler es schaffen.“

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