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Playoff-Duell: Dominante Pinguine und hungrige Eisbären im Kampf um Finalticket
01.04.2026Bild: Yvonne Brands, Melanie Feldmeier

Playoff-Duell: Dominante Pinguine und hungrige Eisbären im Kampf um Finalticket

Krefeld und Regensburg treffen im Halbfinale aufeinander.

Die Krefeld Pinguine haben ihre Favoritenrolle bislang eindrucksvoll untermauert – nun wartet im Halbfinale mit den Eisbären Regensburg jedoch ein Gegner, der sich Schritt für Schritt nach oben gearbeitet hat. Im letzten Jahr kämpfte Regensburg noch um den Klassenerhalt, dieses Jahr gelang die direkte Playoff-Qualifikation. Während der Hauptrunden-Meister bislang nahezu unaufhaltsam wirkt, bringen die Oberpfälzer neben defensiver Stabilität vor allem eine bemerkenswerte Entwicklung mit in die Serie.


Saisonverlauf: Hauptrunde

Krefeld

Die Pinguine spielten eine Hauptrunde der Superlative. Mit 114 Punkten sicherte sich Krefeld souverän Platz eins und stellte sowohl die beste Offensive als auch die stabilste Defensive der Liga. 194 erzielte Treffer und nur 116 Gegentore sprechen eine klare Sprache, dazu überzeugten die Rheinländer mit starken Special-Teams. Im direkten Vergleich hatte Krefeld die Nase vorn und gewann alle vier Duelle gegen Regensburg.

Regensburg

Die Eisbären beendeten die Hauptrunde auf Rang sechs und überzeugten vor allem mit ihrer defensiven Organisation. Vor allem das Penaltykilling setzte ligaweit Maßstäbe. Offensiv zeigte sich hingegen noch Luft nach oben. Dennoch reichte die Ausgeglichenheit, um sich direkt für das Viertelfinale zu qualifizieren. Die Hauptrunden-Duelle mit Krefeld gingen allesamt an die Pinguine – doch die Playoffs schreiben ihre eigenen Gesetze.

Viertelfinale

Krefeld

Der Hauptrunden-Meister knüpfte nahtlos an seine starke Saison an und ließ dem EV Landshut beim 4:0-Sweep keine Chance. Auffällig dabei: Die Serie war phasenweise deutlich enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Dennoch zeigte sich Krefeld extrem effizient – im Schnitt erzielten die Pinguine sieben Tore pro Partie (ein Spiel konnte Krefeld sogar mit 12:4 gewinnen) und präsentierten sich gleichzeitig defensiv stabil.

Regensburg

Die Eisbären mussten über sechs Spiele gehen, setzten sich am Ende aber mit 4:2 gegen Rosenheim durch. Besonders auffällig: Regensburg bewies in engen Situationen Nervenstärke und entschied gleich zwei Partien nach Verlängerung für sich. Gleichzeitig offenbarte die Serie aber auch defensive Anfälligkeiten, die in der regulären Saison selten zu sehen waren.


Stärken

Krefeld

Krefeld bringt weiterhin ein nahezu komplettes Gesamtpaket aufs Eis. Die offensive Durchschlagskraft bleibt beeindruckend, was sich auch in den Playoffs mit einem Schnitt von sieben Treffern pro Spiel zeigt. Gleichzeitig überzeugt die Defensive weiterhin (durchschnittlich 2,8 Gegentore pro Partie), und auch bei den Faceoffs zählen die Pinguine zu den stärksten Teams (60,7%). Die Mischung aus Qualität, Tiefe und Effizienz macht Krefeld zum klaren Maßstab.

Regensburg

Die Eisbären punkteten vor allem mit Struktur und Disziplin aus der Hauptrunde heraus. Das Penaltykilling gehört auch weiter zu den besten der Liga, zudem agierte Regensburg über weite Strecken als eines der fairsten Teams. In den Playoffs zeigte die Mannschaft viel Moral und die Fähigkeit, enge Spiele für sich zu entscheiden – ein Faktor, der in einer langen Serie entscheidend sein kann.


Schwächen

Krefeld

Ein kritischer Punkt bei den Krefeldern bleibt die Disziplin. Bereits in der Hauptrunde sammelten die Pinguine vergleichsweise viele Strafminuten. Zudem zeigte sich das Powerplay in den Playoffs bislang weniger effektiv als noch zuvor – ein Aspekt, der gegen ein starkes Unterzahlspiel wie das der Regensburger ins Gewicht fallen könnte.

Regensburg

Die Eisbären kämpfen weiterhin mit offensiven Schwankungen und einem insgesamt ausbaufähigen Überzahlspiel. In den Playoffs kamen zudem vermehrt Strafzeiten hinzu (142 in sechs Spielen), was gegen ein Top-Team wie Krefeld problematisch werden kann. Auch die Anzahl an Gegentoren lag zuletzt deutlich höher als noch in der Hauptrunde.


Playoff Topscorer

Krefeld

Angeführt wird die Offensive weiterhin von Max Newton und Mathew Santos, die bereits in der Hauptrunde zu den prägenden Figuren zählten (Newton 73 Punkte, Santos 67 Punkte). In den Playoffs konnten sich aber auch andere Akteure ins Rampenlicht spielen. Bester Scorer im Viertelfinale war Jonathan Matsumoto (9 Punkte) mit drei Toren und sechs Assists.

Regensburg

Bei den Eisbären ragen weiterhin Corey Trivino und Jeremy Bracco heraus, die sowohl in der Hauptrunde als auch in den Playoffs zuverlässig punkten (Trivino Hauptrunde 45 Punkte, Playoffs 8 Punkte; Bracco Hauptrunde 38 Punkte, Playoffs 8 Punkte). In der K.o.-Phase hat sich aber vor allem Bryce Kindopp auszeichnen können. Nachdem er zu Beginn der Serie nicht einmal im Lineup stand, erzielte er in nur vier Einsätzen neun Punkte (sechs Tore, drei Assists). Zwei seiner Treffer waren spielentscheindend.


X-Faktor

Krefeld

Die Pinguine haben viele Spieler, die Spiele entscheiden können. In den Playoffs tat sich aber jemand hervor, der noch nicht lange im Kader ist: C.J. Suess kann bisher auf eine Plus-Minus-Bilanz von +10 und bereits 8 Scorerpunkte blicken.

Regensburg

Auf Seiten der Eisbären überzeugten während der Hauptrunde vor allem Kevin Slezak (Plus-Minus-Bilanz +11, 30 Punkte) und Kapitän Donat Peter (Plus-Minus-Bilanz +7, 22 Punkte). In den Playoffs bewies Sean Giles (Plus-Minus-Bilanz +5, 4 Punkte), dass sie für ihr Team entscheidend sein kann.

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