Schiedsrichter 1x1: Das aberkannte Eigentor
Erklärung zur Spielsituation „Aberkanntes Eigentor“ Bad Nauheim – Weiden vom 09.01.2026.
Eishockey ist der schnellste Mannschaftssport der Welt. Und genauso schnell müssen Schiedsrichter und Schiedsricherinnen knifflige Entscheidungen treffen. Die DEL2 möchte euch Fans in unregelmäßigen Abständen die eine oder andere Entscheidung der Unparteiischen erklären.
Erklärung zur Spielsituation „Aberkanntes Eigentor“ Bad Nauheim – Weiden | 09.01.2026
Beim Spiel des EC Bad Nauheim gegen die Blue Devils Weiden am 9. Januar 2026 kam es zu einer sehr seltenen Aktion, die zu vielen Diskussionen geführt hat. Gern wollen wir diese Situation und die Entscheidung, die die Schiedsrichter getroffen haben, genauer beleuchten.
Die Spielsituation:
Bei einer Spielzeit von 14:52 Minuten im 1. Drittel der Partie war gegen Weiden eine Strafe angezeigt worden. Bad Nauheim befand sich zu diesem Zeitpunkt in Puckbesitz, zog den Torhüter für einen zusätzlichen Feldspieler und startete einen Angriff auf das Weidener Tor. Im weiteren Verlauf der Szene wurde der scheibenführende Stürmer von Bad Nauheim durch einen verteidigenden Spieler von Weiden attackiert. In diesem Zusammenhang missglückte ein Rückpass auf den eigenen Verteidiger, wodurch der Puck ins eigene Tor ging.
Die Schiedsrichter haben in dieser Situation sofort die richtige Entscheidung getroffen und das Tor korrekt annulliert.
Die Regel:
Bei dieser Situation kam die Regel 78.5 (Aberkannte Tore) des IIHF-Regelwerks zur Geltung. Diese besagt:
Während einer angezeigten Strafe kann die fehlbare Mannschaft kein Tor erzielen, außer die nicht fehlbare Mannschaft schießt den Puck selbst ins eigene Tor. Das bedeutet: Jede Abfälschung durch einen Spieler der fehlbaren Mannschaft oder jede körperliche Aktion eines Spielers der fehlbaren Mannschaft, die dazu führt, dass der Puck ins Tor der nicht fehlbaren Mannschaft gelangt, gilt nicht als reguläres Tor. Das Spiel ist – wenn möglich – vor dem Überqueren der Torlinie zu unterbrechen und die angezeigte Strafe gegen die fehlbare Mannschaft auszusprechen.
Fazit:
Gordon Schukies, DEL2-Schiedsrichterbeauftragter: „Die Schiedsrichter haben in dieser Szene absolut korrekt entschieden. Der Bad Nauheimer Angreifer wurde in Scheibenbesitz stark bedrängt, was zur Folge hatte, dass der Puck nach einem verunglückten Zuspiel im eigenen Tor landete. Hier griff Regel 78.5 und der Treffer wurde zurecht nicht gegeben.“