Spiel der Woche: Huskies mit spätem Lucky Punch
Spannendes Duell in Ravensburg wird spät entschieden.
Zum Spiel der Woche des 33. Spieltages waren die EC Kassel Huskies zu Gast bei den Ravensburg Towerstars. Nach einigen schwierigen Wochen hat sich Ravensburg zuletzt zurückgekämpft und fünf Spiele in Folge gewinnen können, während Kassel weiter ganz oben mitspielt. Die Partie hielt, was die Ansetzung versprach:
Beide Mannschaften agierten intensiv, suchten früh den Weg nach vorne und sorgten für ein temporeiches Spiel. Kassel nutzte die Anfangsphase des 2. Drittels effektiv und ging in Führung, doch Ravensburg kämpfte sich zurück und glich zwischenzeitlich aus. In der spannenden Schlussphase setzten die Huskies schließlich die entscheidenden Treffer.
Struktur statt Risiko
Das Eröffnungsbully ging an die Gäste, insgesamt verlief der Start in die Partie ausgeglichen. Die erste Offensivaktion verbuchten die Kassel Huskies nach einem frühen Konter, doch Ravensburgs Goalie Ilya Sharipov parierte sicher. Auf der Gegenseite kamen auch die Towerstars zu einem vielversprechenden Angriff, scheiterten jedoch an Kassels Schlussmann Oleg Shilin. Beide Teams bemühten sich in der Anfangsphase um einen ruhigen, strukturierten Spielaufbau, klare Großchancen blieben zunächst aus.
Kurz vor der Pause folgte die erste Strafzeit der Partie gegen Kassel: Dominic Turgeon musste für zwei Minuten in die Kühlbox, sodass Ravensburg die erste Überzahl erhielt. Die Towerstars fanden schnell in ihre Formation und bauten Druck auf, konnten das Powerplay jedoch nicht nutzen. Stattdessen kam es kurz vor Ablauf der Überzahl zu einer Strafe gegen Ravensburg, Robbie Czarnik nahm auf der Strafbank Platz. Auch Kassel zeigte in Überzahl einen geordneten Aufbau, doch Sharipov war im entscheidenden Moment zur Stelle und leitete sogar eine Kontermöglichkeit für die Towerstars ein. Auch im weiteren Verlauf des Powerplays verhinderte der Ravensburger Schlussmann einen Treffer der Gäste.
Im Interview vor der Pause zeigte sich Louis Latta selbstbewusst: „Kassel hat gute, schnelle Spieler, aber wir haben gut dagegengehalten. Vermutlich wird es nicht um die schönen Spielzüge gehen. Wir müssen dranbleiben, über’s Forechecking Chancen generieren und dann können wir hoffentlich an die Erfolge der letzten Wochen anknüpfen.“
Huskies treffen früh, Ravensburg reagiert
Nach der ersten Pause erwischten die Kassel Huskies den deutlich besseren Start. Die Gäste setzten Ravensburg früh unter Druck und nutzten die Anfangsphase konsequent: In der 23. Minute traf Jake Weidner nach Vorarbeit von Yannik Valenti zur Führung. Kassel blieb anschließend tonangebend und erhöhte nur rund eineinhalb Minuten später durch Manuel Schams auf 2:0. Der Treffer wurde zwar per Videobeweis überprüft, die On-Ice-Entscheidung jedoch bestätigt.
Ravensburg antwortete mit einem Powerplay und nutzte die Überzahl effektiv. Eine Sekunde vor Ablauf der Strafzeit verkürzte Erik Jinesjö Karlsson auf 1:2 und brachte die Towerstars zurück ins Spiel. Wenig später kam es nach einer zunächst unübersichtlichen Szene im Kasseler Drittel erneut zum Videobeweis: Gegen Michael Bartuli wurde wegen eines Bandenchecks eine Fünf-Minuten-Strafe samt Spieldauerdisziplinarstrafe ausgesprochen.
In der langen Überzahl fanden die Towerstars zunächst gut in ihre Formation und bauten Druck auf, Kassel verteidigte jedoch kompakt und schloss die Passwege konsequent. Die wenigen Ravensburger Abschlüsse entschärfte Oleg Shilin souverän. Nach Ablauf der Strafzeit kamen auch die Huskies wieder zu Offensivaktionen, doch Ilya Sharipov blieb ebenso aufmerksam und verhinderte weitere Treffer. Auch gute Möglichkeiten durch Kassels Hunter Garland sowie auf der Gegenseite Louis Latta blieben ungenutzt.
Bode Wilde zog im Interview ein nüchternes Fazit: „Man merkt, wie hart Ravensburg arbeitet. Sie machen es uns nicht leicht. Im ersten Drittel waren wir gut dabei, danach haben wir zu viele Strafen genommen und den Faden verloren. Die meisten Chancen auf Seiten der Towerstars entstehen durch unsere Fehler – das müssen wir abstellen.“
Kassel setzt den Lucky Punch
Beide Teams kamen engagiert aus der zweiten Pause und erhöhten in den letzten 20 Minuten sichtbar die Intensität. Auf beiden Seiten entwickelten sich vielversprechende Angriffe, doch zunächst verhinderten die weiterhin stark agierenden Torhüter weitere Treffer. In der 46. Minute gelang Ravensburg schließlich der Ausgleich: Top-Torjäger Mark Rassell traf zum 2:2, der Videobeweis bestätigte auch hier die On-Ice-Entscheidung.
Kassel zeigte sich davon unbeeindruckt und suchte umgehend wieder den Weg nach vorne. Die Schlagzahl blieb hoch, das Spiel wirkte in dieser Phase zunehmend offen, zugleich aber auch zerfahren. Kurz vor Schluss nutzten die Huskies eine ihrer Möglichkeiten: Hunter Garlent erzielte das 3:2 für die Gäste. Ravensburg wollte anschließend mit einem zusätzlichen Feldspieler reagieren, doch eine Strafzeit gegen Luca Hauf durchkreuzte diesen Plan und bescherte Kassel ein weiteres Powerplay.
Um zumindest bei fünf gegen fünf agieren zu können, nahm Ravensburg dennoch Goalie Ilya Sharipov vom Eis. Nach einem Puckverlust der Towerstars nutzte Kassel die Situation konsequent, erneut war Garlent zur Stelle und traf ins leere Tor zum 4:2-Endstand. In den Schlusssekunden gelang es Ravensburg nicht mehr, das Ergebnis zu korrigieren.
Dennis Pfaffengut zog nach der Partie ein gemischtes Fazit: „Wir haben die ersten Minuten des zweiten Drittels verschlafen und mussten deshalb dem Rückstand hinterherlaufen. Auch das 3:2 darf so niemals passieren, wenn wir in Überzahl sind. Trotzdem war eine gute Mannschaftsleistung erkennbar, auch wenn am Ende nichts Zählbares bleibt.“
Kassels Yannik Valenti lobte sein Team: „Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht. Uns war klar, dass Ravensburg treffen wird, aber selbst nach dem Ausgleich haben wir gut dagegengehalten und am Ende den Lucky Punch gesetzt.“
Für Kassel, die weiterhin auf Rang 2 der Liga hinter Spitzenreiter Krefeld liegen, geht es am Sonntag zuhause gegen den EHC Freiburg, der sich am Freitag knapp gegen die Lausitzer Füchse durchsetzen konnte. Für die Towerstars geht es zum angeschlagenen ESV Kaufbeuren.