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Spiel der Woche: Rote Teufel stehlen Sieg in Freiburg
23.01.2026Bild: Achim Keller

Spiel der Woche: Rote Teufel stehlen Sieg in Freiburg

Hungrige Wölfe nicht kaltschnäuzig genug gegen effiziente Bad Nauheimer.

Wenn der siegreiche Gästetrainer nach dem 4:3-Erfolg von einem „gestohlenen Sieg“ spricht, dann lässt sich erahnen, wie dramatisch es zugegangen sein muss beim Duell zwischen dem EHC Freiburg und dem EC Bad Nauheim am 38. Spieltag der DEL2-Saison 2025/2026.

In einer intensiv und hart geführten Partie hätten die Wölfe nach einem ausgeglichenen Auftaktdrittel im Mittelabschnitt ordentlich Beute machen können. Doch die höhere Effizienz, Taylor Vause und ein einmal mehr stark aufspielender Gerald Kuhn ließen am Ende die Kurstädter in dieser von beiden Clubs als „Sechs-Punkte-Spiel“ betitelten Partie jubeln.

„Manchmal stiehlt man ein Spiel. Und heute haben wir das Spiel definitiv gestohlen“, erklärte ein erleichterter Peter Russell, Cheftrainer des EC Bad Nauheim nach dem Sieg seiner Roten Teufel. Doch der Reihe nach…

Gäste starten besser, Gastgeber eiskalt

Es dauerte gerade einmal 61 Sekunden, da schockten die Gäste aus Hessen die Wölfe. Ein leicht abgefälschter Schuss konnte von Goalie Patrik Cerveny nicht gesichert werden und Taylor Vause stand goldrichtig für den Abstauber.

Mit dem Abtasten war es in diesem Moment schon vorbei. Von nun an ging es ordentlich zur Sache. Vor allem die Hausherren setzten in der Folge einen Check nach dem anderen. Doch vor dem gegnerischen Tor konnte Freiburg noch keine Akzente setzen. Die nächste gute Möglichkeit hatten wieder die Bad Nauheimer, als ein verdeckter Schuss von Garret Pruden erst im letzten Moment von Cerveny abgewehrt werden konnte (6.).

Nachdem die Wölfe wenig später das erste Unterzahlspiel der Begegnung schadlos überstanden hatten, kam der Spielfluss auf beiden Seiten zum Erliegen. Die Teams waren vor allem um eine stabile Defensive bemüht. Doch genau in diese Phase mischte sich plötzlich ein Torjubel, als Lukas Mühlbauer über Umwege an den Puck gelangte und aus der Drehung einfach mal abzog und zum Ausgleich traf (18.). Mit einem 1:1 ging es in die erste Pause.

Freiburg drückend, aber nicht kaltschnäuzig genug

Nicht nur aufgrund eines Überzahlspiels, dass die Wölfe aus dem 1. Drittel mit in den Mittelabschnitt nahmen, waren sie nun deutlich angriffslustiger. In der 23. Minute scheiterte Fabian Ilestedt an Gerald Kuhn. Drei Minuten später verhinderte Bad Nauheims Goalie einen Rückstand gegen Tomas Schwamberger. Wiederum drei Minuten später wurde er von Nikolas Linsenmaier geprüft.

Die Wölfe bissen sich nun im gegnerischen Drittel regelrecht fest. Ein Angriff jagte den nächsten. Ein Abschluss nach dem anderen. Immer wieder rettete Kuhn oder ein gegnerischer Schläger. Doch in der 34. Minute fanden die nun klar spielbestimmenden Breisgauer endlich einen Weg, den hessischen Schlussmann zu überwinden. Ilestedt war es, der mit einem Schuss aus der zweiten Reihe die Führung markierte.

Auch in der Folge ging es zumeist nur in eine Richtung. Niclas Hempel traf den Pfosten (37.). Und es folgten noch mehr gute Möglichkeiten. Doch in der letzten Minute des zweiten Abschnitts sorgte ein Fehler für ein Powerplay der Gäste. Und die nutzten diese Chance eiskalt aus. 41 Sekunden vor der zweiten Pause traf Vause zum zweiten Mal an diesem Abend und stellte auf 2:2. Auf der Anzeigentafel stand ein Unentschieden, doch das Momentum lag nun wieder bei den Gästen.

Rote Teufel „stehlen“ den Sieg

Und die kamen deutlich besser aus der Kabine als noch im 2. Drittel. Das Spiel war nun offen, bis zur nächsten Strafzeit gegen den EHC. Denn erneut nutzten die Kurstädter die Überzahl zu ihren Gunsten. Das zweitschlechteste Powerplay der Liga schlug ein zweites Mal zu an diesem Abend – dieses Mal in Person von Justin Volek (45.).

Freiburg versuchte sich vom Rückstand nicht einschüchtern zu lassen. Doch Bad Nauheim war nun deutlich näher dran an den Gegnern als im Mitteldrittel und ließ die Breisgauer zu weniger Abschlüssen kommen. Mit den mehr als 2.600 Fans in der Echte-Helden-Arena im Rücken, ließen die Hausherren aber nicht locker und erarbeiteten sich ebenfalls ein Powerplay. In diesem sorgte Eero Elo für den viel umjubelten Ausgleich zum 3:3 (52.).

Doch noch während die Stadionsprecherin Torschütze und Vorlagengeber nannte, schlugen die Hessen zurück. Sebastian Bengtsson traf aus spitzem Winkel – ein Tor, dass sich für die Freiburger Anhänger wie ein Schlag in die Magengrube anfühlte. Zwar rappelten sich Fans und Team noch einmal auf, doch Bad Nauheim ließ nichts mehr anbrennen. Angeführt von einem starken Kuhn im Tor retteten die Roten Teufel den knappen Vorsprung über die Zeit.

„Das war vielleicht unser schlechtestes Spiel in den vergangenen zwölf Partien“, so Russell auf der Pressekonferenz. „In diesem 2. Drittel waren wir völlig wild und Freiburg war richtig stark. Doch unser Powerplay war heute fantastisch. Am Ende hat mir der Charakter gefallen, mit dem wir im Schlussdrittel aufgetreten sind.“

Sein Gegenüber, Freiburgs Juraj Faith fand ebenfalls klare Worte: „Das war ein Déjà-vu. Schon wieder kassieren wir mit dem zweiten Shift einen Gegentreffer. Im Mitteldrittel waren wir eigentlich perfekt. Wir haben sicher 18 von 20 Minuten im gegnerischen Drittel gespielt. Aber am Ende hätten wir da ein Tor mehr erzielen müssen. Tore sind und bleiben unser Problem. Zudem war unser Unterzahlspiel nicht gut genug. Ich bin trotzdem stolz darauf, wie die Jungs gekämpft haben. Sie haben hart gespielt.“

Der Sieg verschafft den Hessen ein Fünf-Punkte-Polster auf die Freiburger, die aufopferungsvoll gekämpft haben und schon am Sonntag die nächste Chance auf wichtige drei Punkte bekommen.

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