Von Herzblut getragen. Im Eishockey zuhause.
Zuschauerstärkste 2. Eishockey-Liga Europas
Alle News
Text: DEL2

Norman Hauner: Einer hat noch lange nicht genug

Regensburgs Angreifer spricht über seine Karriere und die aktuelle Saison.

Norman Hauner: Einer hat noch lange nicht genug
© Julia Peter

Norman Hauner ist – und das ist absolut respektvoll gemeint – ein alter Hase im Eishockeysport. Seit 2008 ist der 34-Jährige im Profizirkus unterwegs. Im Sommer schloss er sich den Eisbären Regensburg an. Der Saisonstart lief sowohl für die Eisbären als auch für ihn persönlich sehr gut. Im Interview spricht Hauner darüber, blickt zurück auf seine Karriere und sagt, welche Ziele er noch hat.

Norman, du bist im Sommer nach mehreren Jahren bei anderen DEL2-Clubs zu den Eisbären Regensburg gewechselt. Wie hast du deine ersten Monate in der neuen Mannschaft erlebt und wie gut hast du dich inzwischen eingelebt?

Norman Hauner: „Ich war bereits im Sommer einige Male hier in Regensburg und mein erster positiver Eindruck hat sich absolut bestätigt. Wir haben hier nicht nur sportlich, sondern auch menschlich eine richtig starke Gruppe zusammen. Das gilt aber nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für das Trainerteam und alle Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Man merkt einfach, dass hier jeder für den Verein lebt und alles dafür gibt. Das macht es natürlich umso leichter, jeden Tag mit Freude zum Training zu kommen und in den Spielen alles für den Verein zu geben.“

Mit fünf Scorerpunkten aus den vergangenen drei Spielen hast du zuletzt offensiv wichtige Akzente gesetzt. Was funktioniert aktuell besonders gut in deinem Spiel  und in der Zusammenarbeit mit deinen Mitspielern?

Hauner: „Ich finde, dass es eigentlich von Anfang an schon ganz gut funktioniert hat. Die Mannschaft wurde gezielt zusammengestellt und verstärkt, was es natürlich leichter macht, relativ schnell eine gute Verbindung zu seinen Mitspielern aufzubauen. Durch unsere Import-Rotation gab es zwischendurch immer wieder Veränderungen in der Reihenbesetzung, sodass wir uns teilweise erst wieder ein paar Spiele aufeinander einstellen mussten. Ich denke aber, dass das mittlerweile immer besser funktioniert. Und natürlich freut es mich auch persönlich, wenn es offensiv wieder etwas besser läuft.“

Du hast mittlerweile mehr als 450 DEL2-Spiele absolviert und auch in der DEL Erfahrung gesammelt. Wie haben dich die unterschiedlichen Anforderungen in beiden Ligen geprägt, und inwiefern hat sich dein Blick auf das Spiel und deine eigene Rolle innerhalb einer Mannschaft im Laufe deiner Karriere verändert?

Hauner: „Als junger Spieler versucht man natürlich erst einmal, seinen Platz und seine Rolle im Profibereich zu finden. Gerade in den höheren Ligen fällt diese Rolle zu Beginn meistens etwas kleiner aus. Über die Jahre habe ich mir dann vor allem in der DEL2 eine Rolle erarbeiten können, in der ich meine Stärken deutlich besser einbringen konnte als damals in der DEL. Ich denke, dass ich mich mit der Zeit auch zu einem Spieler entwickelt habe, von dem man erwartet, dass er Tore schießt und offensiv Verantwortung übernimmt. Genau das versuche ich auch heute noch in die Mannschaft einzubringen. Und ich glaube, dass mich diese Rolle letztendlich auch nach Regensburg geführt hat.“

Du hast bereits zweimal die DEL2-Meisterschaft gewonnen und wurdest 2021 sogar als Playoff-MVP ausgezeichnet. Wenn du auf diese Erfolge zurückblickst: Was ist dir aus diesen besonderen Phasen deiner Karriere am stärksten in Erinnerung geblieben?

Hauner: „Da gibt es natürlich einige Momente und Phasen, die einem immer in Erinnerung bleiben werden. Angefangen bei meinen ersten Schritten im Profibereich bei meinem Jugendverein, den Kölner Haien. Damals in der Kölnarena auflaufen zu dürfen, war schon etwas ganz Besonderes. Auch meine ersten beiden Jahre in Rosenheim waren für meine Entwicklung enorm wichtig. Rosenheim war damals so etwas wie ein Sprungbrett für meine weitere Karriere. Besonders intensiv war natürlich auch die Zeit in Bietigheim mit der Meisterschaft, dem anschließenden Aufstieg in die DEL und der Tatsache, dass wir dort auch den Klassenerhalt geschafft haben. Dazu kommt der spätere Aufstieg mit Rosenheim aus der Oberliga zurück in die DEL2. Wenn man auf seine Karriere zurückblickt, sind es am Ende natürlich vor allem diese Meisterschaften und gemeinsamen Erfolge, die besonders positiv in Erinnerung bleiben.“

Nach so vielen Jahren im Profi-Eishockey: Was motiviert dich nach all der Zeit noch besonders, und gibt es etwas, das du dir für deine weitere Laufbahn unbedingt vorgenommen hast?

Hauner: „Nachdem ich mich vor zwei Jahren relativ schwer verletzt habe und anschließend auch ein Jahr in der Oberliga gespielt habe, bin ich nach wie vor hochmotiviert, mir selbst zu beweisen, dass ich in der DEL2 noch eine gute Rolle spielen kann. Ich bin deshalb auch wirklich froh, dass ich hier in Regensburg gelandet bin. Wir haben eine richtig coole Truppe, in der auch viele junge Spieler einen super Job machen. Ich finde, dass wir hier ein positives Beispiel dafür sind, wie gut es funktionieren kann, jungen deutschen Spielern viel Eiszeit und Verantwortung zu geben. Klar lässt sich das auf dem zweiten Tabellenplatz gerade leicht sagen, aber ich glaube, dass das grundsätzlich ein richtig guter Weg ist. Mir macht es einfach unglaublich viel Spaß, jeden Tag mit den Jungs auf dem Eis zu stehen. Und genau das versuche ich im Moment so gut wie möglich zu genießen.“