Von Herzblut getragen. Im Eishockey zuhause.

Schwalbe oder Täuschung

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Foto: City Press | 05.04.2017

Erkennen einer Schwalbe: Zwischen legalen und illegalen Aktionen zu unterscheiden, ist eine hohe Kunst. Diese setzt voraus, dass der Schiedsrichter über ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit und Beurteilungsvermögen verfügt. Es wird für den Schiedsrichter ungleich schwerer, wenn er vor Situationen gestellt wird, in denen der Gegenspieler ein Foul vortäuscht oder mit einer Gestik vorgibt, eine Verletzung erlitten zu haben. Derartiges Verhalten ist nicht charakteristisch für Eishockeyspieler. Es bleiben aber „schwarze Schafe“, welche es hin und wieder darauf ankommen lassen. Erlangt der Schiedsrichter die Überzeugung, dass ein Spieler vortäuscht, gefoult oder verletzt worden zu ist, spricht er eine kleine Strafe gegen den Spieler aus.

DEB-Regelreferent Gerhard Müller: „In zwei derartigen Fällen war ich Augenzeuge. Das Interessante dabei ist, dass es in beiden Fällen derselbe Spieler war. Er ließ sich jeweils gekonnt fallen und gab so vor, dass das Foul des Hakens an ihm begangen worden sei. Die Folge: Jeweils eine Kleine Strafe wegen einer Schwalbe oder wegen Divings.“

Weiter erklärt der DEB-Regelreferent, dass es auch jeweils derselbe Schiedsrichter war, welcher diesem Spieler klar gemacht hat, dass das so nicht funktioniert.

Es kommt auch vor, dass der Schiedsrichter ein Foul wahrnimmt, gleichzeitig aber erkennt, dass der Gegenspieler auf dieses Foul übertrieben reagiert. Zum Beispiel ein Haken, welches den Spieler nicht aus der Balance bringt, sondern dem Eishockey-Profi lediglich etwas an Tempo nimmt. Lässt sich der Gegenspieler hierauf theatralisch fallen, hat der Schiedsrichter die Möglichkeit, neben der Kleinen Strafe wegen Hakens zusätzlich auch eine Kleine Strafe wegen der Schwalbe zu verhängen. In diesem Fall müssen somit beide Spieler auf die Strafbank.

(Mit freundlicher Unterstützung durch Gerhard Müller - DEB Regelreferent)