Die Underdogs mucken erneut – aber die Favoriten kontern
Kassel dreht 0:4 in ein 6:4 gegen Heilbronn / Ravensburg nach Rückstand 3:2 in der Lausitz / Pinguins retten 6:5 in Freiburg / Bietigheim überzeugt im Spitzenspiel gegen Frankfurt
Die Underdogs muckten auch am 26. Spieltag in der DEL2 mächtig auf – aber die Favoriten konterten anders als am Freitag eiskalt. Das Comeback des Tages hatten die Kassel Huskies, die einen 0:4-Rückstand (!) gegen die Heilbronner Falken in ein 6:4 drehten und nach Punkten mit den Ravensburg Towerstars gleichzogen. Die offensivstärkste Mannschaft der Liga wahrte allerdings den dritten Rang durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung bei den Lausitzer Füchsen und machte dabei einen 0:2-Rückstand wett. Ganz oben blieb alles beim Alten. Tabellenführer Fischtown Pinguins rettete nach einer 5:1-Führung ein 6:5 bei Aufsteiger EHC Freiburg ins Ziel und wahrte zur Halbzeit der Hauptrunde den Vorsprung von sechs Punkten auf die Bietigheim Steelers. Der Meister zeigte beim 4:2 gegen die Löwen Frankfurt eine starke Reaktion auf das 0:5 in Heilbronn. Den Sieg in Bremerhaven veredelte der EC Bad Nauheim durch das 4:1 gegen die Starbulls Rosenheim. Dresden feierte mit dem 3:2 nach Penaltyschießen in Kaufbeuren endlich wieder einen Auswärtssieg, und der SC Riessersee kam gegen den Lieblings-Heimgegner Eispiraten Crimmitschau zu einem 5:2.
Bietigheim Steelers - Löwen Frankfurt 4:2 (2:0, 2:2, 0:0)
Bietigheim zeigte eine meisterliche Reaktion auf das 0:5 in Heilbronn. Die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet legte im Spitzenspiel gegen die Löwen früh den Grundstein zum Sieg. Und es waren die Topspieler David Wrigley, Frederik Cabana und Justin Kelly, die mit ihren Toren den Unterschied ausmachten. Unerwähnt bleiben darf auch nicht Sinisa Martinovic. Der Meister-Goalie hatte nach dem unschönen Erlebnis am Freitag mit seinen Paraden großen Anteil am Sieg, vor allem, als es nochmal eng wurde. Die Frankfurter hingegen warten seit der Rückkehr in die DEL2 weiter auf einen Erfolg in Bietigheim. Bei der Mannschaft von Trainer Tim Kehler wechselten sich zuletzt Siege und Niederlagen ab. Aufgrund der Siege der Konkurrenz rutschte Frankfurt auf Rang fünf ab.
Tore: 1:0 Frederik Cabana (3:29), 2:0 David Wrigley (5:11), 3:0 Justin Kelly (25:53), 3:1 Lukas Laub (27:38/PP1), 3:2 Nick Mazzolini (31:37), 4:2 David Wrigley (36:34/PP1)
Zuschauer: 2.975
EC Kassel Huskies - Heilbronner Falken 6:4 (0:3, 2:1, 4:0)
Nach etwas mehr als 20 Minuten sah es nach dem nächsten Paukenschlag der Falken aus. Die Mannschaft von Trainer Manfred Wolf knüpfte nahtlos an die Leistung beim 5:0 gegen Meister Bietigheim an. Joseph Lewis gab mit dem zweiten Shorthander nacheinander zunächst die Richtung für die Gäste vor. Aber dann kam das große Comeback der Huskies. Die hatten schon beim ersten Heimspiel gegen Heilbronn einen Rückstand zu einem 6:4 gedreht. Diesmal allerdings stellte das Team von Trainer Rico Rossi diese Leistung glatt in den Schatten. Sechs verschiedene Torschützen dokumentierten das Potenzial der Nordhessen, die den achten Sieg in den vergangenen zehn Spielen einfuhren und auf Rang vier punktgleich mit dem Dritten Ravensburg sind. Die Niederlage ist schmerzlich für Heilbronn angesichts des Vorsprungs.
Tore: 0:1 Patrick Schmid (12:11), 0:2 Joseph Lewis (17:22/SH1), 0:3 Brad Schell (18:51), 0:4 Thomas Gödtel (20:36), 1:4 Jean-Michel Daoust (27:47), 2:4 Thomas Merl (35:23), 3:4 Mathias Müller (41:17), 4:4 Lennart Palausch (48:21), 5:4 Jamie MacQueen (54:16), 6:4 Adriano Carciola (58:43/EN)
Zuschauer: 2.764
ESV Kaufbeuren - Dresdner Eislöwen 2:3 (2:1, 0:0, 0:1, 0:0, 0:1) SO
Für den ESV Kaufbeuren hätte es so schön sein können nach dem 7:3 in Ravensburg. Alles sah für die Mannschaft von Trainer Mike Muller zunächst auch nach einem Sieg aus. Doch die Eislöwen kamen zurück und holten sich durch den Penalty-Spezialisten Petr Macholda, der schon beim 4:3 gegen Kassel im Shootout entscheidend getroffen hatte, den Zusatzpunkt. Für Kaufbeuren war es die zweite Heimniederlage in Folge, für Dresden auswärts nach zuvor fünf Niederlagen in Folge der erste Sieg.
Tore: 0:1 Jonas Schlenker (10:34), 1:1 Lee Baldwin (11:26), 2:1 Daniel Oppolzer (14:01), 2:2 Harrison Reed (55:01), 2:3 Petr Macholda (SO)
Zuschauer: 1.425
SC Riessersee - Eispiraten Crimmitschau 5:2 (1:0, 2:1, 2:1)
Die Eispiraten Crimmitschau sind für den SC Riessersee in Garmisch eine Bank. Der SCR gewann auch das zweite Heimspiel gegen die Eispiraten in dieser Saison und ist im Olympia-Eissportzentrum seit dem 2:3 nach Verlängerung in der Abstiegsrunde der Saison 2011/2012 gegen die Westsachsen ungeschlagen. Zudem war es für die Garmischer in zweierlei Hinsicht eine Entschädigung: Erstens für die späte 3:5-Niederlage am Freitag in Frankfurt und zweitens für das 1:8 in Crimmitschau. Die Gäste konnten den Schwung aus dem 4:0 im Derby gegen die Lausitzer Füchse nicht mitnehmen.
Tore: 1:0 Valentin Gschmeißner (1:56), 2:0 Mark Heatley (34:17). 3:0 Mattias Beck (37:33), 3:1 Daniel Bucheli (38:33), 4:1 Kai Herpich (43:56/PP1), 5:1 Mattias Beck (52:58), 5:2 John Tripp (56:17/PP1)
Zuschauer: 1.350
Lausitzer Füchse - Ravensburg Towerstars 2:3 (1:0, 1:0, 0:2, 0:1) OT
Von Nervosität war bei den Gastgebern angesichts der langen Durststrecke und der 1:9-Niederlage im ersten Spiel nichts zu sehen. Im Gegenteil, Weißwasser ging beherzt zur Sache und hielt über zwei Drittel gegen die offensivstärkste Mannschaft der Liga die Null. Das war schon bemerkenswert genug. Doch die Gäste aus Ravensburg wollten nach dem 3:7 am Freitag gegen Kaufbeuren nicht noch die nächste Niederlage kassieren. „Die Füchse haben 40 Minuten sehr clever und hart gespielt. Wir waren damit beschäftigt, mit dem Schiri oder den gegnerischen Spielern zu debattieren, anstatt zu spielen. Im letzten Drittel haben wir uns zurück gekämpft und verdient den Ausgleich geschossen“, sagte Ravensburgs Trainer Daniel Naud. Etwas enttäuscht zeigte sich Kollege Dirk Rohrbach: „Wenn man nach 40 Minuten 2:0 führt und dann nur einen Punkt holt, ist man schon enttäuscht. Wir waren aber im letzten Drittel zu passiv und fast 18 Minuten nur im eigenen Drittel. Dass wir einen Punkt geholt haben, lag aber auch an der starken Leistung von Johannes Wiedemann“, sagte der Coach zu seinem Goalie.
Tore: 1:0 Elia Ostwald (2:52), 2:0 Kevin Lavallée (35:55), 2:1 Stephan Vogt (45:38), 2:2 Andreas Farny (55:28), 2:3 Raphael Kapzan (64:52)
Zuschauer: 1.232
EC Bad Nauheim - Starbulls Rosenheim 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)
Der EC Bad Nauheim blieb auch gegen die Starbulls Rosenheim in der Erfolgsspur. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala veredelte dank zweier Doppelschläge den 5:3-Erfolg am Freitag bei den Fischtown Pinguins und siegte damit zugleich zum vierten Mal in Folge. Der Lohn dafür ist der Sprung auf den sechsten Tabellenplatz, der am Ende der Hauptrunde die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale bedeuten würde. Die haben natürlich auch die Starbulls Rosenheim als Ziel, aber dafür muss in der zweiten Hälfte mehr Beständigkeit rein. Vor allem auswärts ist für das Team von Trainer Franz Steer noch viel Luft nach oben. Nur drei Siege gelangen in den bisherigen 13 Spielen in der Fremde.
Tore: 1:0 Patrick Strauch (9:13/PP1), 2:0 Nick Dineen (9:41), 2:1 Wade MacLeod (38:49), 3:1 Dustin Cameron (42:44), 4:1 Kyle Helms (43:10)
Zuschauer: 2.117
EHC Freiburg - Fischtown Pinguins 5:6 (1:3, 2:2, 2:1)
Der Tabellenführer kam wieder in die Spur nach dem 3:5 gegen den EC Bad Nauheim am Freitag. Aber beim zuletzt starken Aufsteiger aus Freiburg wurde es trotz einer scheinbar sichereren 5:1-Führung noch Schwerstarbeit. Das sechste Tor durch Radek Havel sollte am Ende den Unterschied ausmachen. Damit wahrte der Tabellenführer den Vorsprung von sechs Punkten auf Verfolger Bietigheim. Bemerkenswert nach der ersten Saisonhälfte: Bislang musste die Mannschaft von Trainer Ben Doucet noch nie zwei Niederlagen in Folge hinnehmen. Der Vizemeister scheint der große Favorit in dieser Saison. Die Bilanz der Breisgauer kann sich durchaus sehen lassen, vor allem in der Entwicklung. Die Mannschaft von Trainer Leos Sulak ist mittlerweile in der Lage, jedem Gegner in der Liga die Stirn zu bieten. Das zeigte der Sieg gegen Meister Bietigheim (7:3) oder in der in Dresden (2:1 SO) am Freitag.
Tore: 1:0 Tobias Bräuner (6:10/PP1), 1:1 Björn Bombis (12:29), 1:2 Pawel Dronia (15:57), 1:3 Patrick Klöpper (19:29), 1:4 Cody Lampl (22:46/PP1), 1:5 Marian Dejdar (29:48), 2:5 Adam Schusser (32:12), 3:5 David Vrbata (38:54/PP1), 4:5 Petr Haluza (46:23), 4:6 Radek Havel (54:35), 5:6 Jannik Herm (57:27/SH1)
Zuschauer: 2.045
Der 26. Spieltag im Überblick:
Bietigheim Steelers - Löwen Frankfurt 4:2 (2:0, 2:2, 0:0)
EC Kassel Huskies - Heilbronner Falken 6:4 (0:3, 2:1, 4:0)
ESV Kaufbeuren - Dresdner Eislöwen 2:3 (2:1, 0:0, 0:1, 0:0, 0:1) SO
SC Riessersee - Eispiraten Crimmitschau 5:2 (1:0, 2:1, 2:1)
Lausitzer Füchse - Ravensburg Towerstars 2:3 (1:0, 1:0, 0:2, 0:1) OT
EC Bad Nauheim - Starbulls Rosenheim 4:1 (2:0, 0:1, 2:0)
EHC Freiburg - Fischtown Pinguins 5:6 (1:3, 2:2, 2:1)