Matt White: Der Hunger bleibt...
Kassels erfahrener Neuzugang über den Schlüssel zum Erfolg, seine neue Rolle und die Ambitionen der Huskies.
Acht Punkte aus den ersten vier Spielen, dazu jede Menge Erfahrung aus internationalen Topligen: Matt White ist bei den Kassel Huskies direkt angekommen. Der 37-jährige US-Amerikaner blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück, in der er unter anderem zweimal mit den Eisbären Berlin die Deutsche Meisterschaft feiern konnte. Nun stellt er seine Qualitäten erstmals in der DEL2 unter Beweis. Im Interview spricht White über seinen Wechsel nach Kassel, seine neue Rolle und die Ambitionen der Huskies.
ZWEI DEUTSCHE MEISTERSCHAFTEN UND EIN NEUES KAPITEL
Matt White blickt auf eine lange internationale Karriere zurück. Nach mehreren Jahren im nordamerikanischen Eishockey führte ihn sein Weg nach Europa, wo er unter anderem in der KHL und der DEL spielte. Besonders erfolgreich verlief seine Zeit bei den Eisbären Berlin: Mit den Hauptstädtern gewann er 2021 und 2022 zweimal die Deutsche Meisterschaft. Insgesamt sammelte der mittlerweile 37-Jährige in 385 DEL-Spielen 362 Scorerpunkte. Mit den Kassel Huskies wartet nun erstmals die DEL2 auf ihn.
Mit dem Wechsel nach Kassel schlägt White ein neues Kapitel seiner Karriere auf. „Wir haben im Vorfeld nur Gutes gehört“, erzählt der US-Amerikaner. Freunde, die bereits für die Huskies gespielt hatten, hätten ihm viel Positives über die Stadt, die Fans, die Mitarbeiter und die Arena berichtet. Auch innerhalb der Mannschaft habe er sich schnell wohlgefühlt. „Es war eigentlich gar keine große Herausforderung. Bisher war alles großartig und ich bin sehr glücklich mit der Entscheidung, nach Kassel gekommen zu sein“, so White.
NEUE LIGA, VERTRAUTE HERAUSFORDERUNGEN
Nach seinen ersten Wochen in der DEL2 zieht White eine positive Bilanz.
„Die bisherigen Spiele waren allesamt eng und hart umkämpft. Es gab bislang keine einfachen Partien“,
erklärt der US-Amerikaner. Im Vergleich zu seinen bisherigen Stationen sieht er allerdings nur wenige grundlegende Unterschiede. „Ich würde nicht sagen, dass sich die Ligen insgesamt groß voneinander unterscheiden. Sie sind sich alle ziemlich ähnlich.“
Eine Besonderheit ist ihm dennoch aufgefallen: „Wenn man nicht im Scheibenbesitz ist, agieren manche Mannschaften etwas zurückhaltender. Sie stehen tiefer und warten auf die Gelegenheit, den Puck zurückzuerobern.“ Bei anderen Teams, für die er in seiner Karriere gespielt hat, sei das Spiel ohne Scheibe deutlich aggressiver gewesen. „Allerdings hängt das auch vom jeweiligen Trainer und den Spielern ab.“
OFFENSIV DIREKT AUF BETRIEBSTEMPERATUR
Sportlich startete White beeindruckend in seine erste DEL2-Saison: Mit acht Punkten aus den ersten vier Spielen teilt er sich aktuell mit Matteo Gennaro die Spitze der DEL2-Scorerliste. Die Huskies stehen nach ihrem gelungenen Saisonstart bei elf Punkten. „Unser Erfolg liegt vor allem an den guten Starts in die Spiele. In drei unserer vier Partien haben wir das erste Tor erzielt. Mit einer Führung im Rücken zu spielen, stärkt natürlich unser Selbstvertrauen“, erklärt White.
Auch die Chemie innerhalb seiner Sturmreihe trägt zu seinem gelungenen Einstand bei. Gemeinsam mit Brendan O'Donnell und Hunter Garlent fand er sich offenbar schnell zurecht:
„Wir haben bereits im ersten Spiel eine sehr gute Chemie entwickelt und konnten darauf in den folgenden Partien aufbauen.“
Trotz des erfolgreichen Auftakts sieht White noch Entwicklungspotenzial. „Defensiv gibt es immer Raum für Verbesserungen, ganz egal, wie gut man gerade spielt.“ Vor allem in Sachen Kommunikation in der eigenen und der neutralen Zone gäbe es Luft nach oben. Die letzten beiden Partien seien eng und hart umkämpft gewesen. Umso wichtiger sei es, dass die Mannschaft auch in schwierigen Situationen dagegenhalte und um jeden Punkt kämpfe.
EIN LEADER MIT ERFAHRUNG
Mit 37 Jahren gehört White zu den erfahrenen Spielern im Kader der Huskies. Im Laufe seiner Karriere hat sich seine Rolle vor allem abseits des Eises verändert. „Ich bin inzwischen älter und versuche, den jüngeren Spielern mit meinen Erfahrungen weiterzuhelfen. Dabei geht es sowohl um positive als auch um negative Erlebnisse, aus denen ich gelernt habe. Ich will für meine Mitspieler da sein und sie unterstützen, wann immer sie Hilfe brauchen.“
Auf dem Eis hat sich für den US-Amerikaner dagegen wenig verändert. „Ich möchte weiterhin so viel wie möglich produzieren und der Mannschaft die bestmögliche Chance geben, ein Spiel zu gewinnen.“ Gleichzeitig sei er inzwischen vielleicht etwas gesprächiger auf der Bank und versuche, seine Erfahrung dort ebenfalls einzubringen.
SCHRITT FÜR SCHRITT ZUM TITEL
Für die Huskies steht am Ende der Saison der Gewinn der Meisterschaft im Mittelpunkt. Bis dahin hat White allerdings auch kleinere Etappenziele im Blick.
„Wir müssen realistisch bleiben und uns auf dem Weg dorthin kleinere Ziele setzen.“
Bis Weihnachten wolle die Mannschaft einen Platz unter den ersten drei oder vier Teams erreichen. Anschließend gelte es, sich eine möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs zu erarbeiten.
Auch persönlich möchte der US-Amerikaner seinen Teil zum Erfolg beitragen. Dabei gehe es nicht ausschließlich um Tore und Punkte: „Ich möchte auf jede erdenkliche Weise dazu beitragen, dass wir möglichst viele Spiele gewinnen.“ Ob offensiv, defensiv oder als erfahrene Stimme in der Kabine – White will die Mannschaft bestmöglich unterstützen. Das große Ziel bleibt dabei klar: „Jeder startet mit dem Ziel in die Saison, am Ende die Meisterschaft zu gewinnen.“