An Bremerhaven führt derzeit kein Weg vorbei
Meistercoach Gaudet: „Das ist die Mannschaft, die zu schlagen ist“ / Pinguins 2015/2016: Breiter Kader und mit überragendem Goalie Gerald Kuhn
Bitterkeit kam bei Meistercoach Kevin Gaudet erst gar nicht auf. Die Anerkennung und die Erkenntnis, dass die Fischtown Pinguins momentan zu Recht vor Titelverteidiger und Dauerrivale Bietigheim Steelers an der Tabellenspitze stehen, überwogen nach einem erneut packenden Duell an der See. „Bremerhaven ist die Mannschaft, die zu schlagen ist. Man muss vor allem auch bedenken, dass ihnen noch drei Spieler fehlten“, sagte Gaudet. Bis 20 Sekunden vor der Schlusssirene führten die Steelers vor 4.422 Zuschauern in der Eisarena Bremerhaven mit 1:0 durch das Tor von Marcus Sommerfeld. Dann gelangte die Scheibe nach einem Faceoff in der Bietigheimer Zone an die blaue Linie, von wo aus Gabe Guentzel die Scheibe mit einem Schlagschuss am bis dahin makellosen Andreas Mechel vorbei zum 1:1 im Tor unterbrachte. „Das ist eben Eishockey. Du verlierst ein Bully, dann kommt ein Schuss, und die Scheibe ist im Tor“, erklärte Gaudet.
Guentzel gehört neben Coach Ben Doucet zu den Neuen im Kader des Vizemeisters. Ein weiterer, Toptorjäger David Stieler, war wie die Schlüsselspieler Jan Kopecky und Tim Miller nicht einmal dabei. Man könnte auch einen David Zucker erwähnen, wenn man über eine gute Wahl bei den Neuzugängen spricht. Man muss aber den neuen Stamm-Goalie Gerald Kuhn erwähnen, der nicht nur an diesem Abend überragte. So sahen es beide Trainer. „Wir haben zwei großartige Goalies gesehen. Aber Kuhn war unglaublich. Er hat in der Verlängerung dreimal glänzend pariert“, sagte Gaudet. Kollege Doucet meinte: „Das war Playoff-Hockey auf Top-Niveau mit zwei Super-Goalies. Kuhn ist für uns super. Er hat gegen schwere Gegner wie Dresden, Riessersee und Bietigheim Topleistungen gebracht.“ Minutenlang durfte sich die Bremerhavener Mannschaft dann von den heimischen Fans Eisarena feiern lassen.
Ob der zweite Sieg gegen den Meister nach dem 3:2 im Ellental zum Saisonstart ein wenig Entschädigung für das 2:4 in der Finalserie im April war, darf bezweifelt werden. Damals hatten die Steelers zweimal in Overtime dank der Tore von Dominic Auger triumphiert und auch an der See die Korken knallen lassen. Kurz vor Halbzeit der Hauptrunde jedenfalls sind die Pinguins nicht von Ungefähr an der Spitze des Klassements. „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft“, sagte Doucet.
Beide Clubs dürfen sich auch über die Resonanz freuen. Bremerhaven ist derzeit der Zuschauerkrösus mit 4.013 Besuchern im Durchschnitt. In Bietigheim haben die Leistungen der vergangenen Wochen dazu geführt, dass das 4:0 gegen die Starbulls Rosenheim 4.012 Zuschauer sahen. Und am 24. Spieltag haben das Schlagerspiel sowie die drei Derbys Dresden-Weißwasser (4:2), Rosenheim-Riessersee (5:4) und Bad Nauheim-Frankfurt (3:2 SO) dazu beigetragen, dass mit 22.034 Zuschauer in sieben Spielen der bislang beste Besuch in dieser Saison registriert wurde.