Auch Bietigheim kann den Lauf der Pinguins nicht stoppen
Tabellenführer Bremerhaven siegt 2:1 nach Verlängerung gegen den Meister. Die Derbysieger heißen Rosenheim, Dresden und Bad Nauheim. Ravensburg alleiniger Dritter
Auch Meister Bietigheim Steelers konnte den Lauf der Fischtown Pinguins nicht stoppen. Der Tabellenführer aus Bremerhaven gewann auch das zweite Aufeinandertreffen mit dem Meister in dieser Spielzeit. Am Sonntag hieß es nach einem packenden Spiel 2:1 nach Verlängerung für Bremerhaven, das durch den zehnten Sieg in Folge den Vorsprung auf den Zweiten aus Bietigheim auf sechs Punkte ausbaute. Alleiniger Dritter sind nun die Ravensburg Towerstars nach dem 7:3 gegen die Eispiraten Crimmitschau. Dahinter liegen die Löwen Frankfurt, die das Derby beim EC Bad Nauheim 2:3 nach Penaltyschießen verloren. Am Derby-Tag siegten ferner die Starbulls Rosenheim 5:4 gegen den SC Riessersee und die Dresdner Eislöwen 4:2 gegen die Lausitzer Füchse. Trotz eines Rückstands gewannen die Kassel Huskies gegen Aufsteiger EHC Freiburg 3:2 nach Penaltyschießen. 22.034 Zuschauer in sieben Spielen waren der bislang beste Besuch in dieser Saison.
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse 4:2 (0:2, 1:0, 3:0)
Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch hatte nach dem 2:6 in Crimmitschau an der Einstellung seiner Spieler gezweifelt. Offenbar hat dies seine Wirkung hinterlassen. Allerdings kamen die Dresdner am frühen Sonntagnachmittag erst mit Verzögerung ins Rollen. Die Lausitzer Füchse hatten einen Traumstart und gingen mit einer 2:0-Führung in die erste Pause. Dann begann allerdings zur Begeisterung der Heim-Fans und zum Verdruss der Gäste die große Show von Max Campbell, der mit zwei Toren und einer Torvorlage zum Matchwinner wurde. Trotz eines schmalen Aufgebots angesichts der angeschlagenen Spieler biss sich die Mannschaft von Popiesch zum ersten Sieg nach zuvor vier Niederlagen durch. „Nach der Niederlage am Freitag war der Redebedarf groß. Unser Ziel war es, energischer in die Partie zu gehen. Das ist uns in den ersten Minuten gut gelungen, doch mit dem Gegentreffer sind bei einigen Spielern wieder alte Wunden aufgebrochen. Man hat gesehen, dass zwei Teams aufeinandergetroffen sind, die derzeit beide nicht vor Selbstbewusstsein strotzen“, sagte Popiesch. Die Füchse konnten die Gunst der Stunde anders als im ersten Derby vor zweieinhalb Wochen in Weißwasser diesmal nicht nutzen. Es war die 13. Niederlage in den vergangenen 15 Spielen. „Es war eine unnötige Niederlage. Wir hatten drei Punkte auf dem Schläger, aber dafür muss man über 60 Minuten konstant auftreten“, sagt Füchse-Coach Dirk Rohrbach.
Tore: 0:1 Jens Heyer (5:00), 0:2 Darren Haydar (14:07/PS), 1:2 Max Campbell (26:29/PP1), 2:2 Tomas Schmidt (43:44), 3:2 Max Campbell (52:38), 4:2 Patrick Baum (57:16)
Zuschauer: 4.215
ESV Kaufbeuren - Heilbronner Falken 2:3 (1:0, 0:2, 1:0, 0:1) OT
Die Gäste aus Heilbronn kamen sehr gut ins Spiel und machte den Gastgebern das Leben schwer. Doch der ESVK ging trotzdem dank eines erfolgreichen Breaks durch Max Schmidle in Führung. Ein wenig Pech hatten die Gastgeber, weil kurz vor dem Ende des ersten Drittels das vermeintliche 2:0 nicht gegeben wurde. Nach der Pause verloren die Kaufbeurer mehr und mehr den Faden. Schmidle, David Elsner und Daniel Menge konnte drei Breaks nicht nutzen, auch weil Heilbronns Goalie Eric Hartzell einen starken Tag erwischte. Zudem ermöglichte Kaufbeuren den Falken durch Fehler im Aufbau Chancen. Eine davon nutzte Thomas Gödtel – und plötzlich führte Heilbronn nach 40 Minuten. Martin Heider sicherte Kaufbeuren mit seinem 2:2 immerhin noch die Verlängerung. Dort schlug dann aber Richard Gelke für die Falken eiskalt zu. Kaufbeuren und Heilbronn lieferten sich bereits in den Playdowns im April eine enge Serie, die der ESVK mit 4:2 für sich entschied. Bei beiden Clubs hat sich einiges getan, bei Heilbronn ist erst jetzt ein Aufwärtstrend zu erkennen. Die Mannschaft von Trainer Manfred Wolf feierte den zweiten Overtime-Sieg gegen Kaufbeuren und den dritten Erfolg in den vergangenen vier Spielen. Für Kaufbeuren gab es an diesem Wochenende nichts zu feiern.
Tore: 1:0 Max Schmidle (3:26), 1:1 Patrick Schmid 35:41/PP1), 1:2 Thomas Gödtel (37:42), 2:2 Martin Heider (51:22), 2:3 Richard Gelke (61:22)
Zuschauer: 1.713
Starbulls Rosenheim - SC Riessersee 5:4 (3:2, 2:1, 0:1)
Die Starbulls begannen sehr druckvoll, die Gäste wirkten wie schon beim ersten Auftritt in Rosenheim Ende Oktober vom Rosenheimer Offensivdrang überrascht. Noch in der ersten Minute musste Christian Hummer mit einer kleinen Strafe in die Kühlbox. Und nach einer halben Minute Powerplay zappelte die Scheibe im Netz: Michael Rohner zog von der bauen Linie ab, Tyler McNeely fälschte mit der Kelle unhaltbar für Torwart Vollmer ab. Die Rosenheimer Freude über die frühe Führung währte aber nur kurz. Riessersees Simon Mayr schlenzte die Scheibe eher aus der Verlegenheit Richtung Rosenheimer Tor, und irgendwie fand das Spielgerät tatsächlich den Weg zwischen die Pfosten. Wenig später legte CJ Stretch ideal zurück auf Wade MacLeod, der die Scheibe unhaltbar im linken oberen Eck versenkte. Erneut hatten die Gäste aber durch Sean Fischer eine Antwort parat. Tobias Thalhammer mit einer feinen Einzelleistung bei angezeigter Strafe gegen die Gäste brachte die Rosenheimer aber zum dritten Mal in Führung. Ins zweite Drittel starteten die Gäste mit einem neuen Torwart. Ilya Sharipov hatte Jochen Vollmer abgelöst. Der SCR erzwang zum dritten Mal den Ausgleich, Mark Heatley hatte keine Mühe, die freiliegende Scheibe aus kurzer Distanz zu versenken. Aber dann zogen die Gastgeber vorentscheidend durch das zweite Tor von MacLeod und den Treffer von Simon Fischhaber davon. Es passte zu einem packenden Derby, dass es Gäste-Topscorer Mattias Beck in den Schlusssekunden noch einmal spannend machte. Damit gingen die Rosenheimer, die am Freitag in Bietigheim 0:4 verloren, erneut als Sieger gegen den bayrischen Rivalen vom Eis. Für Riessersee sollte es an diesem Wochenende nichts mit einem Sieg werden, immerhin hatte man gegen Bremerhaven am Freitag (0:1 OT) einen Punkt ergattert.
Tore: 1:0 Tyler McNeely (1:14), 1:1 Simon Mayr (3:03), 2:1 Wade MacLeod (7:38), 2:2 Sean Fischer (13:45), 3:2 Tobias Thalhammer (15:07), 3:3 Mark Heatley (25:06), 4:3 Wade MacLeod (30:28), 5:3 Simon Fischhaber (34:41), 5:4 Mattias Beck (59:35)
Zuschauer: 2.969
Fischtown Pinguins - Bietigheim Steelers 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 1:0) OT
Die Voraussetzungen und der Saisonverlauf ließen auf ein packendes Duell schließen. Und die 4.422 Zuschauer in der ausverkauften Eisarena Bremerhaven bekamen tatsächlich genau das zu sehen – mit einem furiosen Ende. Herausragend waren in einer verbissenen Auseinandersetzung Bremerhavens Goalie Gerald Kuhn und Bietigheims Andreas Mechel, die nahezu alles parierten. Mechel erhielt von Steelers-Coach Kevin Gaudet den Vorzug vor Sinisa Martinovic. Beide Torhüter hatten maßgeblichen Anteil daran, dass der Meister in den Begegnungen zuvor gegen Riessersee und Rosenheim (je 4:0) sowie in Bad Nauheim (6:1) nur ein Gegentor hatte hinnehmen müssen. Kuhn und Jonas Langmann waren die Garanten dafür, dass die Pinguins mit einer Serie von neun Siegen als Tabellenführer in das Spitzenspiel gingen. Bis 20 Sekunden vor dem Ende sah es so aus, dass das Tor von Marcus Sommerfeld den Unterschied ausmachen sollte. Aber mit dem sechsten Feldspieler erzwangen die Gastgeber die Verlängerung, weil nach einem Bullygewinn Gabe Guentzel die Scheibe per Schlagschuss im Tor unterbrachte. In der Verlängerung konnten die Steelers die Gunst eines 4:3-Powerplays nicht nutzen. Die Antwort des Vizemeisters kam prompt, als Mechel einen Schuss nur parieren konnte und Brock Hooton die freie Scheibe zum 2:1 ins Netz bugsierte. Mit dem zehnten Sieg in Folge stellte Bremerhaven den Saisonrekord des Meisters ein und baute den Vorsprung an der Spitze auf sechs Punkte aus.
Tore: 0:1 Marcus Sommerfeld (24:07), 1:1 Gabe Guentzel (59:40/EA), 2:1 Brock Hooton (63:20)
Zuschauer: 4.422
EC Kassel Huskies - EHC Freiburg 3:2 (1:2, 0:0, 1:0, 0:0, 1:0) SO
Die Huskies agierten zunächst überlegen und gingen verdient durch Sören Sturm mit 1:0 in Führung. Die defensiv eingestellten Gäste zeigten sich allerdings eiskalt im Abschluss und konnten die Partie durch zwei Tore von Tobias Bräuner auf 1:2 drehen. Beim Ausgleich nutzte Bräuner einen Rebound nach einem Flachschuss, seinem zweiten Treffer ging ein schöner Rückhandpass von Tobias Kunz voraus. Im zweiten Drittel bekamen die Gäste zunächst gute Chancen auf den dritten Treffer, vergaben diese aber durch Stefano Rupp und Bräuner. Danach hatten die Huskies zweimal Pech mit Pfostentreffern. Doch der Favorit legte im Schlussabschnitt noch einmal zu und erzwang den verdienten Ausgleich. Am Ende holte sich die Mannschaft von Trainer Rico Rossi den Zusatzpunkt und bleibt nach zwei Siegen an diesem Wochenende oben dran. Die Freiburger zeigten sowohl gegen Ravensburg (0:3) als auch in Kassel, dass sie auch den Playoff-Kandidaten in der Liga die Stirn bieten können.
Tore: 1:0 Sören Sturm (6:41), 1:1 Tobias Bräuner (8:23), 1:2 Tobias Bräuner (16:46), 2:2 Adriano Carciola (49:46/PP1), 3:2 Justin Kirsch (SO)
Zuschauer: 2.897
Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau 7:3 (2:0, 3:3, 2:0)
In Ravensburg ist Spektakel garantiert. Im zweiten Heimspiel gegen Crimmitschau in dieser Saison sah es früh nach einem klaren Sieg der besten Offensiv-Mannschaft der Liga aus. Die Towerstars eröffneten das Mitteldrittel bei einer 2:0-Führung mit einer absoluten Rarität, als Brandon MacLean und Maximilian Brandl innerhalb von 20 Sekunden jeweils Unterzahl-Tore gelangen. MacLean traf dabei sogar in doppelter Unterzahl. Danach wurde es aber turbulent, weil die Gäste plötzlich den Hebel umlegten. Insgesamt fielen sechs Tore innerhalb von nicht einmal fünf Minuten. In dem kurzfristigen Wirrwar verloren die Gastgeber aber nicht den Überblick. Mathieu Tousignant toppte das kuriose Spiel mit dem dritten Shorthander für die Gastgeber, die den siebten Sieg in den vergangenen acht Spielen feierten und als erstes Team die 100-Tore-Marke übertrafen. Für die Eispiraten war es nach dem 6:2 gegen Dresden am Freitag eine große Ernüchterung.
Tore: 1:0 Konstantin Schmidt (7:01/PP1), 2:0 Brandon MacLean (18:15), 3:0 Brandon MacLean (21:24/SH2), 4:0 Maximilian Brandl (21:44/SH1), 4:1 Ty Wishart (22:06), 4:2 Bernhard Keil (23:13), 5:2 Maximilian Brandl (25:09), 5:3 André Schietzold (26:04), 6:3 Maximilian Brandl (52:00), 7:3 Mathieu Tousignant (54:33/SH1)
Zuschauer: 2.407
EC Bad Nauheim - Löwen Frankfurt 3:2 (0:1, 2:0, 0:1, 0:0, 1:0) SO
Wieder erwies sich der EC Bad Nauheim für den Rivalen aus Frankfurt als unangenehmer Gegner. Vor sieben Wochen feierte die Mannschaft von Trainer Petri Kujala ein 1:0 gegen eine der besten Offensiven der Liga. Am Sonntag sahen die Zuschauer im Colonel-Knight-Stadion erneut eine intensive Begegnung. Frankfurts Trainer Tim Kehler sagte vor dem Spiel, dass man nicht auch das zweite Spiel in der Kurstadt verlieren wolle. Und die Löwen ließen sich auch nicht durch den Rückstand beeindrucken und erzwangen dank Kris Sparres Powerplaytor kurz vor dem Ende noch das 2:2. Aber im Shootout hatte Mikko Rämö im Duell zweier guter Goalies gegen Philip Lehr die Nase vorn. Nick Dineen hatte von den acht Schützen im Penaltyschießen das beste Händchen und verwandelte gegen Lehr beide Versuche. Damit liegen die Löwen nun zwei Punkte hinter dem Dritten Ravensburg, Bad Nauheim konnte seine Position auf den Playoff-Plätzen durch die zwei Siege an diesem Wochenende festigen.
Tore: 0:1 Nico Oprée (18:08), 1:1 Joel Keussen (22:03), 2:1 Joel Keussen (28:06), 2:2 Kris Sparre (58:40/PP1), 3:2 Nick Dineen (SO)
Zuschauer: 3.411
Der 24. Spieltag im Überblick:
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse 4:2 (0:2, 1:0, 3:0)
ESV Kaufbeuren - Heilbronner Falken 2:3 (1:0, 0:2, 1:0, 0:1) OT
Starbulls Rosenheim - SC Riessersee 5:4 (3:2, 2:1, 0:1)
Fischtown Pinguins - Bietigheim Steelers 2:1 (0:0, 0:1, 1:0, 1:0) OT
EC Kassel Huskies - EHC Freiburg 3:2 (1:2, 0:0, 1:0, 0:0, 1:0) SO
Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau 7:3 (2:0, 3:3, 2:0)
EC Bad Nauheim - Löwen Frankfurt 3:2 (0:1, 2:0, 0:1, 0:0, 1:0) SO