Auch in Bremerhaven für Cherno nichts zu holen
Frankfurt verliert 0:4 beim Tabellenführer. Bad Nauheim nach 3:1 im Derby in Kassel Fünfter. Ravensburg klettert durch 4:2 in Crimmitschau wieder auf Platz drei. Füchse verlieren.
Der 31. Spieltag in der DEL2 bot erneut Spannung und Emotionen. Die Fans bekamen in Bremerhaven einen klaren 4:0-Erfolg des Spitzenreiters gegen die Löwen Frankfurt zu sehen. Bei den Hessen wartet Sportdirektor und Trainer Rich Chernomaz damit auch nach dem dritten Spiel an der Bande auf einen Sieg. Meister Bietigheim Steelers kam dank eines starken Mitteldrittels zu einem 6:3 gegen die Dresdner Eislöwen und bleibt weiter schärfster Verfolger der Pinguins. Dahinter zogen die Ravensburg Towerstars mit dem 4:2 in Crimmitschau wieder auf Rang drei. Den verloren die Kassel Huskies durch das 1:3 gegen den EC Bad Nauheim, der nun bereits Fünfter ist. Den ersten Dämpfer nach zuvor vier Siegen in Folge mussten die Lausitzer Füchse unter dem Duo Peter Ihnacak und Robert Hoffmann beim 1:2 nach Verlängerung gegen die Starbulls Rosenheim hinnehmen. 13 Sekunden vor dem Ende bescherte Adam Brace Schlusslicht Heilbronner Falken mit seinem zweiten Treffer einen 3:2-Sieg gegen den ESV Kaufbeuren. Und der SC Riessersee kam beim 4:2 gegen Aufsteiger EHC Freiburg zu einem dringend benötigten Erfolgserlebnis. 23.851 Zuschauer in sieben Spielen waren zudem der beste Tagesbesuch in dieser Saison und unterstrichen einmal mehr die Leidenschaft der Fans in der DEL2.
Bietigheim Steelers - Dresdner Eislöwen 6:3 (0:1, 4:1, 2:1)
Dresdens Trainer Thomas Popiesch warnte vor dem zweiten Hauptrunden-Auftritt in der Ege Trans Arena vor dem Meister. "Bietigheim hat erst am Samstag gegen Rosenheim unter Beweis gestellt, welche Qualität die Mannschaft besitzt. Das Team ist in der Lage, auch mehrere Ausfälle von Topkräften zu kompensieren und enorm effektiv zu arbeiten. Wir sind gewarnt von der Qualität, welche Bietigheim besonders in den Special Teams aufs Eis bringt. Wir freuen uns, diese Herausforderung gemeinsam mit unseren Fans angehen zu können", sagte Popiesch. 500 Anhänger begleiteten die Mannschaft nach Bietigheim und sahen ein gutes erstes Drittel der Gäste. Aber die Führung durch Mark Cullen drehten die Steelers in einem furiosen zweiten Abschnitt. Das von Popiesch erwähnte Powerplay der Bietigheimer stach zweimal, insgesamt vier Tore innerhalb von zehn Minuten wendeten das Blatt zugunsten der Gastgeber. Bietigheim bleibt nach dem fünften Sieg in Folge an Spitzenreiter Bremerhaven dran und hat zudem noch das Nachholspiel vom 28. Spieltag gegen den SC Riessersee, das am Neujahrstag in Garmisch stattfindet. Dresden musste nach dem 5:0 gegen Riessersee am Samstag wieder einen Dämpfer hinnehmen und kassierte, die vergangene Saison eingerechnet, die elfte Niederlage gegen Bietigheim in Folge.
Tore: 0:1 Mark Cullen (10:43/PP1), 1:1 David Wrigley (24:01/PP1), 2:1 Dominik Auger (26:27), 3:1 Marcus Sommerfeld (30:35/PP1), 4:1 Justin Kelly (33:00), 4:2 Petr Macholda (38:40/PP1), 4:3 Marius Garten (47:46), 5:3 René Schoofs (52:19), 6:3 Matt McKnight (58:35)
Zuschauer: 3.920
Lausitzer Füchse - Starbulls Rosenheim 1:2 (1:0, 0:0, 0:1, 0:1) OT
Die vier Siege in Folge trieben in der Lausitz wieder die Fans in die Halle, die erneut ausverkauft war. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht, sahen ein temporeiches Spiel und eine frühe Führung der Gastgeber. „Da sind wir als schlechtestes Auswärtsteam der Liga natürlich krasser Außenseiter“, sagte Starbulls-Coach Franz Steer mit einem Augenzwinkern vor dem Spiel. Sein Team, das sich bei der 3:6-Heimniederlage gegen Bietigheim nicht von der besten Seite gezeigt hatte, arbeitete sich mit zunehmender Spieldauer aber immer besser in die Partie und kam auch verdient zum Ausgleich. Und wie es die Dramaturgie wollte, war es wie schon beim 4:3 nach Verlängerung im ersten Aufeinandertreffen CJ Stretch, der das Spiel in der Overtime zugunsten der Starbulls entschied. Damit holten sich die Rosenheimer wieder etwas Selbstvertrauen. Die Füchse hingegen mussten nach zuvor vier Siegen in Folge erstmals unter dem Duo mit Interimscoach Peter Ihnacak und Co-Trainer Peter Hoffmann eine Niederlage hinnehmen – punkteten aber immerhin erneut.
Tore: 1:0 Dennis Swinnen (2:05), 1:1 Dominik Draxlberger (53:33), 1:2 CJ Stretch (60:36)
Zuschauer: 3.038
EC Kassel Huskies - EC Bad Nauheim 1:3 (0:2, 1:0, 0:1)
Der EC Bad Nauheim setzt weiter Akzente in der DEL2. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala feierte einen weiteren großen Erfolg in einem hessischen Derby. In Kassel boten die Roten Teufel vor einer prächtigen Kulisse eine kompakte Leistung und feierten gegen die Huskies einen beeindruckenden Erfolg. Mit dem achten Sieg in den vergangenen neun Spielen verbesserte sich Bad Nauheim auf den fünften Tabellenplatz und verkürzte den Rückstand zu den Huskies auf drei Punkte. Kassel war selbst auf einem Hoch und kassierte erst die zweite Niederlage in den vergangenen zehn Spielen. Damit rutschte die Mannschaft von Trainer Rico Rossi aber wieder auf den vierten Platz zurück.
Tore: 0:1 Dustin Cameron (3:37), 0:2 Dusan Frosch (6:14), 1:2 Sven Valenti (22:57), 1:3 Nick Dineen (59:52/PP1)
Zuschauer: 5.087
Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars 2:4 (0:1, 1:2, 1:1)
Crimmitschaus Trainer Chris Lee musste auf einen seiner wichtigsten Spieler verzichten. Ohne Matt Foy standen die Gastgeber gegen die Towerstars sofort unter Druck, wehrten sich aber zunächst erfolgreich. Beim Führungstor der Ravensburger durch Philipp de Paly war Niklas Deske, der anstelle von Ryan Nie im Eispiraten-Tor stand, chancenlos. Eric Lampe hatte kurz vor Ende des Abschnitts zwar noch den Ausgleich auf dem Schläger, zögerte aber zu lange und vertändelte den Puck in aussichtsreicher Position. Crimmitschau hatte dann einen perfekten Start ins Mitteldrittel. Nach 17 Sekunden lag der Puck im Tor der Ravensburger dank einer Co-Produktion von Eric Lampe und Vincent Schlenker. Doch die Gäste blieben in der tollen Atmosphäre im Sahnpark eiskalt, ein verdeckter Schuss von Stephan Vogt fand den Weg in die Maschen. Die Eispiraten, die in der Folge mehrfach großen Druck auf den Kasten der Towerstars ausübten, hatten aber nicht das nötige Scheibenglück. Alexander Höller traf nur den Pfosten. Lampe verpasste eine weitere Großchance. Ravensburg hingegen konnte die Führung vor der zweiten Pause vorentscheidend ausbauen. Damit kletterten die Towerstars wieder auf den dritten Tabellenplatz. Für Crimmitschau ist der Weg in Richtung Playoffs wieder länger geworden.
Tore: 0:1 Philipp de Paly (11:08), 1:1 Vincent Schlenker (20:17), 1:2 Stephan Vogt (27:45), 1:3 Andreas Farny (36:33), 1:4 Brandon MacLean (43:39), 2:4 Eric Lampe (51:40)
Zuschauer: 3.122
Fischtown Pinguins - Löwen Frankfurt 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)
Eine doppelte Unterzahl machte die Hoffnung der Löwen Frankfurt auf eine Wende früh zunichte. Als Clarke und Brett Breitkreuz auf der Strafbank saßen, schlug der Tabellenführer eiskalt zu. Damit war die Richtung früh vorgegeben, das Frankfurter Team von Sportdirektor und Trainer Rich Chernomaz hatte nun eine noch höhere Hürde zu nehmen. Zwar bemühten sich die Löwen, aber der Vizemeister trat kompakt auf. Zudem war Goalie Gerald Kuhn erneut ein sicherer Rückhalt. Die Serie der Pinguins nimmt mittlerweile fast unglaubliche Ausmaße an, 16 der vergangenen 17 Spiele gewann die Mannschaft von Trainer Ben Doucet. Rich Chernomaz blieb auf der anderen Seite auch in seinem dritten Spiel ein Erfolgserlebnis verwehrt. Acht der vergangenen elf Spiele verlor Frankfurt.
Tore: 1:0 David Stieler (6:23/PP2), 2:0 Tim Miller (7:25/PP1), 3:0 Jan Kopecky (34:50), 4:0 David Stieler (51:11)
Zuschauer: 4.422
SC Riessersee - EHC Freiburg 4:2 (3:2, 1:0, 0:0)
Riessersees Trainer Tim Regan konnte wieder auf Verteidiger John Rogl zurückgreifen, der beim 0:5 in Dresden noch gefehlt hatte. Nach der Niederlage in Sachsen forderte SCR-Geschäftsführer Ralph Bader von seinen Spielern verstärkten Einsatz. „Wir wissen, dass wir in einer schwierigen Situation sind“, sagte er mit Blick auf die anhaltende Personalsituation. „Doch wir dürfen keine Ausreden suchen. Jeder der auf dem Eis steht, hat auch den Anspruch, DEL2 zu spielen und muss Verantwortung übernehmen. Hier erwarte ich einfach von dem ein oder anderen mehr Effektivität auf dem Eis. Wir haben zu Hause immer gute Leistungen gezeigt, daran müsse wir auch gegen Freiburg anknüpfen.“ Die Spieler ließen sich nicht zweimal bitten. Die Garmischer zeigten vor allem zu Beginn eine starke Leistung. Doch die klare Führung schmolz zum Ärger der Verantwortlichen in den letzten Zügen des ersten Drittels noch zusammen. Aber Tim Richter sorgte mit seinem dritten Tor an diesem Abend wieder für den Sicherheitsabstand und legte den Grundstein zu einem dringend benötigten Erfolgserlebnis. Freiburg mühte sich nach Kräften, die Wende in einem verloren geglaubten Spiel zu erzwingen. Doch für die Mannschaft von Leos Sulak reichte es nicht ganz.
Tore: 1:0 Jesse Schultz (6:17), 2:0 Tim Richter (11:27), 3:0 Tim Richter (15:35), 3:1 Alexander Karachun (16:22), 3:2 Petr Haluza (17:40), 4:2 Tim Richter (25:35)
Zuschauer: 2.604
Heilbronner Falken - ESV Kaufbeuren 3:2 (2:0, 0:0, 1:2)
Lange Zeit sah es nach einem sicheren Sieg des Tabellenletzten Heilbronn gegen den ESV Kaufbeuren aus, gegen den man in den Playdowns der vergangenen Saison in sechs Spielen unterlag. Aber in einer furiosen Schlussphase drohte das Spiel zu kippen. Denn der ESVK glich kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit noch aus. Und als sich die Zuschauer bereits auf einen Verlängerung und mehr einstellten, machte Adam Brace mit seinem zweiten Tor doch noch den Sieg für die Falken perfekt.
Tore: 1:0 Adam Brace (4:15), 2:0 Patrick Schmid (8:59), 2:1 Josh Burnell 54:39/PP1), 2:2 Florian Thomas (56:56), 3:2 Adam Brace (59:47)
Zuschauer: 1.658
31. Spieltag im Überblick:
Bietigheim Steelers - Dresdner Eislöwen 6:3 (0:1, 4:1, 2:1)
Lausitzer Füchse - Starbulls Rosenheim 1:2 (1:0, 0:0, 0:1, 0:1) OT
EC Kassel Huskies - EC Bad Nauheim 1:3 (0:2, 1:0, 0:1)
Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars 2:4 (0:1, 1:2, 1:1)
Fischtown Pinguins - Löwen Frankfurt 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)
SC Riessersee - EHC Freiburg 4:2 (3:2, 1:0, 0:0)
Heilbronner Falken - ESV Kaufbeuren 3:2 (2:0, 0:0, 1:2)