Bietigheim einsam auf weiter Flur
6:2 im Spitzenspiel beim EC Bad Nauheim / Füchse beenden die Siegesserie der Eislöwen / Kassel dreht Spiel gegen Landshut in 20 Sekunden / Meister verliert 0:1 gegen Rosenheim
Die Bietigheim Steelers ziehen in der DEL2 weiter einsam ihre Kreise. Die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet feierte einen 6:2 im Spitzenspiel beim EC Bad Nauheim (Foto) und freut sich nun auf das zweite Duell mit Meister Fischtown Pinguins. Das Team von Trainer Mike Stewart steckt weiter in der Krise und musste mit dem 0:1 gegen den Zweiten Starbulls Rosenheim die vierte Heimniederlage in Folge hinnehmen. 18 Punkte trennen Bietigheim und Bremerhaven. Wesentlich besser drauf sind die Aufsteiger aus Hessen. Die Kassel Huskies trafen zweimal innerhalb von 20 Sekunden, gewannen 2:1 gegen den EV Landshut und sind Dritter. Ein erfolgreiche Aufholjagd beendeten die Löwen Frankfurt mit einem 5:3 gegen Heilbronn und belegen Platz fünf hinter den Lausitzer Füchsen. Die feierten einen 6:2-Erfolg im Sachsenderby bei den Dresdner Eislöwen, die nach sieben Siegen in Folge wieder eine Niederlage einsteckten. Kein Ende der Durststrecke ist für den ESV Kaufbeuren in Sicht, der trotz einer Zwei-Tore-Führung 3:4 gegen die Ravensburg Towerstars und damit zum elften Mal in Folge verlor. Den fünften Heimsieg feierten die Eispiraten Crimmitschau mit dem 2:1 gegen den SC Riessersee.
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse 2:6 (0:2, 0:2, 2:2)
Scheinbar eiskalt beendeten die Lausitzer Füchse die Erfolgsserie der Dresdner Eislöwen. Der Doppelschlag von Thomas Götz und Danny Albrecht innerhalb von 73 Sekunden legte früh den Grundstein zum fünften Sieg der Gäste in Folge. In dem bemerkenswert fairen Derby zeigten die Füchse, dass von ihnen in der laufenden Saison noch einiges zu erwarten ist. Mit 26 Punkten zog die Mannschaft von Dirk Rohrbach, die offenbar aus den Siegen gegen Meister Fischtown (5:3) und Vize Bietigheim (7:6 SO) weiteres Selbstvertrauen gewonnen hat, an den zuvor drittplatzieren Eislöwen vorbei. Die Gastgeber waren mit dem Hochgefühl von sieben Siegen in Folge und eines Tabellendritten in das Sachsen-Duell gegangen. Die Partylaune ist den Männern von Trainer Thomas Popiesch und den Dresdner Fans unter den 4.412 Zuschauern in der Energieverbund Arena ein wenig genommen worden. Erst im Schlussdrittel erinnerte der Auftritt der Dresdner an das der vergangenen sieben Spiele. Möglicherweise hat auch das Fehlen der der angeschlagenen Dominik Grafenthin und Feodor Boiarchinov sowie Jonas Müller, der zu den Eisbären Berlin abgerufen wurde, eine Rolle gespielt.
Tore: 0:1 Thomas Götz (11:30), 0:2 Danny Albrecht (12:43), 0:3 Jonas Johannsson (29:07/SH1), 0:4 Greg Classen (36:42), 0:5 Jonas Gerstung (42:12), 1:5 Hugo Boisvert (43:56/PP1), 2:5 Kris Sparre (48:12), 2:6 Markus Lehnigk (59:13/EN)
Zuschauer: 4.412
Kassel Huskies – EV Landshut 2:1 (0:0, 0:0, 2:1)
20 Sekunden benötigten die Kassel Huskies, um unter den heimischen Fans grenzenlosen Jubel auszulösen. Die Gäste aus Landshut waren auf dem besten Weg, den zweiten Auswärtssieg in Folge einzufahren. Dann trafen Mike Collins und Sven Valenti nicht einmal fünf Minuten vor dem Ende und rissen ein verloren geglaubtes Spiel noch aus dem Feuer. Die Bilanz des Aufsteigers kann sich wahrlich sehen lassen: 26 Punkte aus 15 Spielen und Platz drei in der Tabelle. Doch für Trainer Rico Rossi geht es nur darum, so früh wie möglich so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Denn die Saison ist noch lang. Die wahren Stärken der Huskies zeigten sich aber am Freitag einmal mehr. Dem 2:5 gegen Spitzenreiter Bietigheim ließ Kassel eine starke Defensivleistung folgen. Vor allem das Landshuter Topscorer-Duo Patrick Jarrett (25 Punkte) und Paul-John Fenton (24) blieb ohne Punkt. Für Landshut geht es weiter hin und her. Dem 6:3 in Kaufbeuren mit den vier Toren von Jarrett folgte wieder eine Niederlage.
Tore: 0:1 Cody Thornton (40:36), 1:1 Mike Collins (55:22), 2:1 Sven Valenti (55:41)
Zuschauer: 3.327
EC Bad Nauheim – Bietigheim Steelers 2:6 (1:1, 1:3, 0:2)
Das nennt man einen Einstand nach Maß. Marcel Kahle gab gleich in seinem ersten Spiel für die Steelers die Richtung vor und brachte den Spitzenreiter zu Beginn des Mittelabschnitts in Führung. Dann legte Kahle noch einen drauf. Der Stürmer vom Kooperationspartner Iserlohn Roosters kam erst während der Woche nach Bietigheim, um Spielpraxis zu sammeln. Die Steelers waren in dem Spitzenduell über weite Strecken das druckvollere Team, das den frühen Rückstand durch Dusan Frosch problemlos wegsteckte und danach vor allem im Mittelabschnitt die Ungenauigkeiten der Bad Nauheimer konsequent ausnutzte. Dabei konnten die Steelers am Freitagabend auch das Fehlen von Justin Kelly verkraften, feierten ihren dritten Sieg in Folge und beendeten die eindrucksvolle Heimserie der Bad Nauheimer. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala hatte zuvor im Colonel-Knight-Stadion sechs Mal in Folge gewonnen.
Tore: 1:0 Dusan Frosch (0:26), 1:1 Markus Gleich (2:08), 1:2 Marcel Kahle (22:39), 1:3 David Wrigley (25:57), 1:4 Robin Just (29:58), 2:4 Max Campbell (38:14), 2:5 Marcel Kahle (51:01), 2:6 Robin Just (51:50)
Zuschauer: 2.641
ESV Kaufbeuren – Ravensburg Towerstars 3:4 (2:1, 0:3, 1:0)
Schlechte Nachrichten hatten die Kaufbeurer in den vergangenen Wochen genug. Am Freitag kamen weitere dazu. Trainer Uli Egen, der ohnehin zahlreiche Ausfälle zu kompensieren hatte, musste kurzfristig auch noch auf die Stürmer Roland Mayr und Lukas Gohlke verzichten. Im Tor gab Egen Max Sigl das Vertrauen. Trotz der personellen Sorgen schoss der ESV eine 2:0-Führung heraus – und konnte diese wie schon beim 3:6 gegen den EV Landshut nicht halten. Umso schmerzhafter dabei war die Tatsache, dass Ex-Joker Maury Edwards einen Traumtag erwischte und das Spiel mit drei Toren und einem Assist quasi im Alleingang drehte. Die personellen Sorgen wurden bei der elften Niederlage in Folge noch größer, als Verteidiger Gregor Stein raus musste. Trotzdem machten es die Gastgeber im Schlussabschnitt nochmal spannend – aber es reichte nicht ganz. Für die Towerstars endete hingegen eine lange Durststrecke, es war der zweite Auswärtssieg nach zuvor sechs Niederlagen in der Fremde.
Tore: 1:0 Max Schmidle (7:20/EA), 2:0 Brad Snetsinger (15:14), 2:1 Maury Edwards (16:02), 2:2 Maury Edwards (23:39), 2:3 Radek Krestan (27:59), 2:4 Maury Edwards (39:48), 3:4 Daniel Menge (41:26/PP1)
Zuschauer: 1.480
Löwen Frankfurt – Heilbronner Falken 5:3 (1:2, 1:1, 3:0)
Frankfurts Trainer Tim Kehler wollte vor der Länderspielpause von seinen Spielern volle Konzentration, um wichtige Punkte zu sammeln. Gegen die Heilbronner Falken hatten seine Spieler allerdings allergrößte Probleme damit. Trotz eines Starts nach Maß durch Richard Muellers elftes Saisontor gerieten die Gastgeber 1:3 in Rückstand. Dann blies Neuzugang Ken Magowan mit seinem ersten Tor für die Löwen noch vor der zweiten Pause zur Wende, die im Schlussabschnitt vollendet wurde. 16 Punkte sammelte der Aufsteiger in den vergangenen sieben Spielen – ein prächtige Bilanz. Mit insgesamt 24 Zählern reiht man sich damit im Spitzenfeld der Liga ein. Am Sonntag steht damit ein Schlagerspiel bei den um zwei Punkte besseren Lausitzer Füchsen an. Für die Falken war es eine weitere kalte Dusche. Ein guter Auftritt über zwei Abschnitte wurde kaputt gemacht. Für Heilbronn war es die vier Niederlage in den vergangenen fünf Spielen.
Tore: 1:0 Richard Mueller (6:44), 1:1 Marvin Krüger (14:30/PP1), 1:2 Kevin Maginot (17:34), 1:3 Alexander Ackermann (21:43) 2:3 Ken Magowan (35:17), 3:3 David Elsner (44:40/PP1), 4:3 Clarke Breitkreutz (49:03), 5:3 Marcus Weber (55:34)
Zuschauer: 3.900
Fischtown Pinguins – Starbulls Rosenheim 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
Der Meister hat die sportliche Krise noch nicht überwunden. Das 5:2 im Nachholspiel in Kaufbeuren war offenbar nur ein Intermezzo. Vor allem in der heimischen Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz will es nicht laufen. Bremerhaven musste die dritte Heimniederlage in Folge hinnehmen und die vierte insgesamt. Unter dem Strich bleibt damit nur der elfte Platz. Und am Sonntag nun folgt das Gastspiel bei Vizemeister Bietigheim Steelers, gegen den man Anfang Oktober daheim 0:5 verlor. Zwischen dem Spitzenreiter und Fischtown liegen derzeit Welten – und 18 Punkte. Rosenheim steht da deutlich besser da. Die Mannschaft von Trainer Franz Steer behauptete den zweiten Tabellenplatz und zeigte sich vom 2:5 in Bad Nauheim sehr gut erholt. Der Rückstand auf Bietigheim ist mit zehn Punkten aber auch beachtlich.
Tore: 0:1 Timothy Kunes (43:38/PP1)
Zuschauer: 3.215
Eispiraten Crimmitschau - SC Riessersee 2:1 (1:1, 0:0, 1:0)
Es war im wahrsten Sinne ein Duell auf des Messers Schneide. Und mit dem glücklicheren Ende für die Eispiraten. Als alle sich auf eine Verlängerung einstellen, schlug Jakub Körner 26 Sekunden vor der Schlusssirene zu und bescherte Crimmitschau den fünften Heimsieg der Saison. Mit 16 Punkten liegt man in Schlagdistanz zu Platz zehn. Will man in diese Region kommen, muss dafür aber endlich mal ein Auswärtssieg her. Das wird am Sonntag kein einfaches Unterfangen, wenn man beim Zweiten Rosenheim antreten muss. Riessersee kann die knappen Ergebnisse im Moment nicht nach Hause bringen. Auch in Frankfurt verlor man mit einem Tor. Und auswärts fehlen die Ergebnisse – es war die fünfte Niederlage nacheinander in der Fremde.
Tore: 1:0 Jamie MacQueen (11:06), 1:1 Jaroslav Kracik (18:24/PP1), 2:1 Jakub Körner (59:34)
Zuschauer: 2.218
Der 15. DEL2-Spieltag (31. Oktober 2014) im Überblick:
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse 2:6 (0:2, 0:2, 2:2)
Kassel Huskies – EV Landshut 2:1 (0:0, 0:0, 2:1)
EC Bad Nauheim – Bietigheim Steelers 2:6 (1:1, 1:3, 0:2)
ESV Kaufbeuren – Ravensburg Towerstars 3:4 (2:1, 0:3, 1:0)
Löwen Frankfurt – Heilbronner Falken 5:3 (1:2, 1:1, 3:0)
Fischtown Pinguins – Starbulls Rosenheim 0:1 (0:0, 0:0, 0:1)
Eispiraten Crimmitschau - SC Riessersee 2:1 (1:1, 0:0, 1:0)
Der 16. DEL2-Spieltag (2. November 2014) im Überblick:
Starbulls Rosenheim – Eispiraten Crimmitschau (17.00 Uhr)
EV Landshut – EC Bad Nauheim (17.00)
Bietigheim Steelers – Fischtown Pinguins (17.00)
Lausitzer Füchse – Löwen Frankfurt (17.00)
Heilbronner Falken – ESV Kaufbeuren (18.30)
Ravensburg Towerstars – Kassel Huskies (18.30)
SC Riessersee – Dresdner Eislöwen (18.30)