Bietigheim geht als Nummer eins in die Playoffs
Steelers trotz 4:5 gegen Rosenheim Hauptrunden-Meister / Kassel siegt wieder / Ravensburg klettert nach 5:2 gegen Dresden wieder auf Rang drei / Pinguins brechen nach 3:0 ein
Die Bietigheim Steelers (Foto: City Press) sind vorzeitig Hauptrunden-Meister in der DEL2. Die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet verlor zwar am Sonntag nach Shootout 4:5 gegen die Starbulls Rosenheim, ist aber von der unmittelbaren Konkurrenz nicht mehr einzuholen. Die ohnehin kaum vorhandenen Zweifel beseitigten die Fischtown Pinguins. Der Meister, der aufgrund der Continental-Cup-Teilnahme noch Nachholspiele absolvieren muss, verlor trotz einer 3:0-Führung noch 4:6 in Landshut. Das nutzten die Ravensburg Towerstars, die dank eines 5:2 gegen die Eislöwen Dresden wieder auf den dritten Rang hinter Kassel kletterten. Die Huskies kamen nach zuvor vier Niederlagen in Serie dank eines klaren 7:1 beim Vorletzten Heilbronner Falken wieder in die Erfolgsspur. Die Löwen Frankfurt bleiben nach einem 7:2 gegen Schlusslicht Kaufbeuren ein heißer Kandidat für die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale. Auf die entscheidende Saisonphase hoffen darf auch weiter der SC Riessersee, der sich in einem Playoff-Duell mit 3:2 gegen die Lausitzer Füchse durchsetzte. Und die Overtime-Spezialisten aus Bad Nauheim gewannen einen Krimi gegen die Eispiraten Crimmitschau mit 6:5 nach Verlängerung und rückten auf den zehnten Tabellenplatz vor.
SC Riessersee – Lausitzer Füchse 3:2 (2:1, 0:0, 1:1)
Der SC Riessersee beweist im Kampf um die Playoffs echte Nervenstärke. Und die Garmischer konnten sich am Sonntag vor allem bei Förderlizenzspieler Dominik Kahun bedanken. Der vom EHC Red Bull München abgestellte Stürmer war mit einem Doppelpack der Matchwinner für die Mannschaft von Trainer Maurizio Mansi, die mit dem vierten Sieg in Folge den Rückstand auf die Lausitzer Füchse auf einen Zähler reduzierte. Die Gäste aus Weißwasser ließen sich durch einen 0:2-Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und kamen zurück. Ausdruck des zuletzt wiedergewonnenen Selbstvertrauens. Dennoch machte Kahun den Unterschied aus und bescherte Riessersee den vierten Sieg gegen die Sachsen im vierten Hauptrunden-Spiel. Die Füchse mussten nach zuvor vier Siegen in Folge wieder einmal als Verlierer das Eis verlassen.
Tore: 1:0 Dominik Kahun (10:26/PP1), 2:0 Florian Vollmer (18:36), 2:1 André Mücke (19:56/PP1), 2:2 Lukas Pozivil (41:08/PP1), 3:2 Dominik Kahun (49:56)
Zuschauer: 1.425
EV Landshut – Fischtown Pinguins 6:4 (0:2, 2:1, 4:1)
Für den EV Landshut war ein derartiges Comeback auf der Hauptrunden-Zielgeraden Gold wert. Die Mannschaft von Co-Trainer Ewald Steiger bewies am Sonntagabend Qualitäten, die vor allem auch in den Playoffs gefragt sind. Landshut gewann damit fünf der vergangenen sechs Spiele und darf damit auch auf die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale hoffen. Überragender Mann war Peter Abstreiter mit drei Toren und einem Assist. Für den Meister war dies nach langer Zeit mal wieder eine ordentliche Ohrfeige. Die hatte Folgen: Die Mannschaft von Trainer Mike Stewart rutschte durch die erste Niederlage nach zuvor fünf Siegen wieder auf den vierten Rang hinter Ravensburg ab. Bremerhaven muss noch ein wenig mehr an der Defensive arbeiten. Bereits am Freitag ließ das Stewart-Team im Heimspiel gegen Dresden fünf Gegentore zu. Auch beim 3:6 in Ravensburg Ende November hatten die Pinguins schon scheinbar sicher mit 3:0 geführt.
Tore: 0:1 Pawel Dronia (3:21), 0:2 Andrej Teljukin (16:15/PP1), 0:3 Jan Kopecky (20:57), 1:3 Peter Abstreiter (23:11), 2:3 Eddy Rinke-Leithans (24:13), 3:3 Andreas Geipel (47:57), 3:4 Jaroslav Hafenrichter (53:18), 4:4 Peter Abstreiter (54:26/EA), 5:4 Peter Abstreiter (59:11), 6:4 Paul-John Fenton (59:59/EN)
Zuschauer: 2.498
Bietigheim Steelers – Starbulls Rosenheim 4:5 (2:0, 0:4, 2:0, 0:0, 0:1) SO
Ehre wem Ehre gebührt. Trotz der dritten Niederlage im vierten Saisonduell mit Rosenheim haben die Bietigheim Steelers hochverdient vorzeitig die Hauptrunden-Meisterschaft eingefahren und gehen als Nummer eins in die Playoffs. Nach einem souveränen ersten Drittel machten die starken Gäste aus Rosenheim aber ordentlich Wind und retteten sich nach der Aufholjagd der Steelers in Verlängerung und Penaltyschießen. Im Shootout trafen für die Gäste Mario Valery-Trabucco und Andrej Strakhov und sicherten einen wichtigen Extrapunkt. Die Mannschaft von Trainer Franz Steer ist nach dem zwölften Sieg in den vergangenen 17 Spielen damit weiterhin auf Kurs Playoff-Viertelfinale. Der Respekt gebührte aber den Steelers, die bereits vor zwei Jahren als Hauptrunden-Titelträger in die entscheidende Saisonphase gingen. Und am Ende wurde Bietigheim Zweitliga-Meister.
Tore: 1:0 Frederik Cabana (5:46/PP1), 2:0 Mark Heatley (16:21), 2:1 Tyler McNeely (25:57), 2:2 Maximilian Hofbauer (28:57), 2:3 Fabian Zick (30:17), 2:4 Andrej Strakhov (16:53/SH1). 3:4 Marcus Sommerfeld (48:29/PP2), 4:4 René Schoofs (52:38), 4:5 Andrej Strakhov (SO)
Zuschauer: 2.684
Heilbronner Falken – Kassel Huskies 1:7 (0:3, 1:3, 0:1)
In Heilbronn gelang den Huskies die Wende nach zuvor vier Niederlagen in Folge. Die Mannschaft von Trainer Rico Rossi spielte ihre Überlegenheit beim Vorletzten von Beginn aus und verteidigte so den zweiten Tabellenplatz. Der vierte Erfolg gegen Heilbronn in der Hauptrunde war vor allem wichtig für das Selbstvertrauen. Für die Falken war der Gegner eine Nummer zu groß. Die Mannschaft von Trainer Gerd Wittmann erlitt die fünfte Niederlage in Serie und hat in dieser Saison nun über 200 Gegentore hinnehmen müssen.
Tore: 0:1 Daniel Schmölz (0:41), 0:2 Manuel Klinge (10:05/PP1), 0:3 Matt Tomassoni (14:23), 0:4 Adriano Carciola (32:03), 0:5 John Zeiler (32:21), 1:5 Dominik Bitter (32:47), 1:6 Conor Morrison (39:10), 1:7 Daniel Schmölz (56:35/PP1)
Zuschauer: 1.078
Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren 7:2 (1:0, 3:1, 3:1)
Einmal mehr gab es für die Löwen keine Probleme vor eigenem Publikum. Wie schon beim 8:2 gegen Ravensburg feierte die Mannschaft von Trainer Tim Kehler auch gegen den Tabellenletzten einen Kantersieg. Die Gastgeber kamen etwas schwer ins Spiel, dann setzte sich aber doch die Qualität der Hessen durch. Frankfurt bleibt damit auf Kurs Playoff-Viertelfinale und konnte zudem den Rückstand auf den Vierten Fischtown Pinguins auf einen Zähler einkochen. Die neuformierte Mannschaft aus Kaufbeuren erlitt nach dem starken Auftritt gegen den SC Riessersee (4:5 OT) wieder einen kleinen Rückschlag. Es war für die Joker die 20. Niederlage in Folge.
Tore: 1:0 Richard Mueller (16:07), 2:0 Marco Pfleger (22:19), 2:1 Max Schmidle ((29:18), 3:1 Marco Pfleger (33:32), 4:1 Landon Gare (34:57), 5:1 David Elsner (46:16), 6:1 David Elsner (48:36), 7:1 Richard Mueller (51:12/PP1), 7:2 Joshua Lunden (59:22/PP1)
Zuschauer: 3.169
EC Bad Nauheim – Eispiraten Crimmitschau 6:5 (2:1, 1:2, 2:2, 1:0) OT
Was für ein sportliches Drama! Nur sechs Sekunden waren die Roten Teufel von einer sehr schmerzhaften Niederlage im Kampf um die Playoffs entfernt. Dann hatte Max Campbell die schwierige Aufgabe, sein Team mit einem Penalty in die Verlängerung zu retten. Der erfahrene Scorer behielt die Nerven und verwandelte. Und dann schlugen die Overtime-Spezialisten in Person von Dusan Frosch zu und holten sich noch den Extrapunkt. Der war wichtig. Denn die Kurstädter rückten nach dem dritten Sieg in Serie aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber den punktgleichen Dresdner Eislöwen auf den zehnten Rang vor. Und Nerven sind auch am kommenden Freitag gefragt, wenn der neuntplatzierte SC Riessersee im Colonel-Knight-Stadion gastiert. Die Gäste aus Crimmitschau haben bei noch sechs Spielen nunmehr 13 Zähler Rückstand auf die Playoff-Zone. Eine Lücke, die kaum noch zu schließen ist. Die Mannschaft von Trainer Chris Lee lieferte ohne die Stammverteidiger André Schietzold und Jakub Körner eine starke Leistung ab, machte ein 1:3 wett und lag im Schlussabschnitt zweimal in Führung. Doch es sollte nicht reichen.
Tore: 1:0 Kyle Helms (2:42/PP1), 1:1 Matthew MacKay (4:00), 2:1 Vitalij Aab (4:46), 3:1 Harry Lange (31:19), 3:2 Martin Heinisch (35:38), 3:3 Matthew MacKay (37:25), 3:4 Dominic Walsh (45:53), 4:4 Alexander Baum (47:24), 4:5 Matthew MacKay (54:23), 5:5 Max Campbell (59:54/PS), 6:5 Dusan Frosch (64:09)
Zuschauer: 2.217
Ravensburg Towerstars – Dresdner Eislöwen 5:2 (2:1, 3:0, 0:1)
In der Festung Eissporthalle sind die Ravensburg Towerstars nach zuvor zwei Auswärtsniederlagen wieder in die Spur gekommen. Die Mannschaft von Trainer Daniel Naud war von Beginn an dominierend und feierte den elften Heimsieg in Serie. Damit kletterten die Towerstars auch wieder auf den dritten Tabellenplatz. 20 der 23 Heimspiele gewannen die Ravensburger in dieser Saison – eine beeindruckende Bilanz. Für Dresden wird es im Kampf um die Playoffs nun wieder richtig brenzlig. Die ersten vier von insgesamt fünf Auswärtsspielen in Folge verlor die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch, die in Ravensburg viel zu passiv agierte, nun. Damit rutschten die Sachsen auf Rang elf hinter den punktgleichen EC Bad Nauheim ab. Am Freitag waren die Eislöwen in Bremerhaven mit einer 5:3-Führung in den Schlussabschnitt gegangen und hatten noch 5:6 im Shootout verloren. Eine Wende muss her – am Freitag gastiert Dresden in Bietigheim.
Tore: 1:0 Brian Roloff (3:19), 1:1 Sven Ziegler (13:16), 2:1 Austin Smith (19:35/PP1), 3:1 Konstantin Schmidt (24:21/PP1), 4:1 Brian Roloff (26:43), 5:1 Radek Krestan (35:02), 5:2 Jakub Langhammer (58:15/PP1)
Zuschauer: 2.374
46. Spieltag (Sonntag, 08. Februar 2015)
SC Riessersee – Lausitzer Füchse 3:2 (2:1, 0:0, 1:1)
EV Landshut – Fischtown Pinguins 6:4 (0:2, 2:1, 4:1)
Bietigheim Steelers – Starbulls Rosenheim 4:5 (2:0, 0:4, 2:0, 0:0, 0:1) SO
Heilbronner Falken – Kassel Huskies 1:7 (0:3, 1:3, 0:1)
Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren 7:2 (1:0, 3:1, 3:1)
EC Bad Nauheim – Eispiraten Crimmitschau 6:5 (2:1, 1:2, 2:2, 1:0) OT
Ravensburg Towerstars – Dresdner Eislöwen 5:2 (2:1, 3:0, 0:1)