Bietigheim gewinnt wieder, Kassel verliert erneut
Steelers siegen 4:1 in Dresden / Kassel 2:5 im Derby gegen Frankfurt / Landshut feiert dank erfolgreicher Aufholjagd 4:3 nach Verlängerung in Weißwasser
Zum Jahresabschluss gab es am Dienstagabend noch einmal das volle Unterhaltungsprogramm: Dramatik, Tore und Stimmung. Spitzenreiter Bietigheim Steelers geht nach zuvor vier Niederlagen in Folge mit einem 4:1 bei den Dresdner Eislöwen und einem 16-Punkte-Vorsprung auf den Zweiten Kassel Huskies ins Jahr 2015. Denn die Huskies verloren das hessische Aufsteiger-Derby gegen die zurzeit unbezwingbaren Löwen Frankfurt mit 2:5. Ein weiterer Verfolger der Steelers patzte ebenfalls. Der Dritte Lausitzer Füchse verlor trotz einer 3:1-Führung mit 3:4 nach Verlängerung gegen den EV Landshut (Foto: Thomas Heide). Der SC Riessersee musste im bayrischen Derby bei den Starbulls Rosenheim eine 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen hinnehmen. Meister Fischtown Pinguins und die Ravensburg Towerstars wären fast für ihren Leichtsinn bestraft worden. Die Pinguins gewannen nach klarer Führung ebenso mit 4:3 gegen den ESV Kaufbeuren wie die Steelers gegen den EC Bad Nauheim. Den klarsten Sieg des Abends feierten die Eispiraten Crimmitschau mit dem 8:0 gegen den Tabellenletzten Heilbronner Falken.
Dresdner Eislöwen – Bietigheim Steelers 1:4 (0:0, 1:2, 0:2)
Mit dem letzten Aufgebot haben die Bietigheim Steelers die Ergebniskrise beendet und nach vier knappen Niederlagen in Folge den ersten Sieg gefeiert. Trainer Kevin Gaudet standen wie schon beim 2:3 nach Verlängerung in Ravensburg nur 13 Feldspieler zur Verfügung. Doch die machten ihre Sache sehr gut. Verantwortung übernahmen vor allem die Führungsspieler David Wrigley und Matt McKnight. Die Steelers bauten den Vorsprung an der Tabellenspitze wieder auf 16 Punkte aus. Personalsorgen haben derzeit auch die Eislöwen, die erneut auf den langzeitverletzten Sami Kaartinen und Powerplay-Spezialist Petr Macholda verzichten mussten. Zudem machte DEL2-Topscorer Kris Sparre von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch und wird ab sofort in der DEL für die Düsseldorfer EG spielen. Dafür verpflichteten die Eislöwen Shawn Weller von den Towerstars. Die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch, die auch das dritte Spiel gegen Bietigheim in dieser Saison verlor, musste die dritte Niederlage in Folge und die vierte in den vergangenen fünf Spielen hinnehmen.
Tore: 0:1 Max Prommersberger (22:36), 1:1 Carsten Gosdeck (28:54/PP2), 1:2 David Wrigley (33:27), 1:3 Dominic Auger (47:47), 1:4 Marcus Sommerfeld (56:10/PP1)
Zuschauer: 3.266
Kassel Huskies – Löwen Frankfurt 2:5 (1:1, 1:2, 0:2)
Die Löwen sind derzeit nicht zu stoppen. Die Mannschaft von Trainer Tim Kehler war auch im Derby bei den Huskies obenauf und feierte den sechsten Sieg in Folge. Damit schlossen die Frankfurter nach Punkten (55) zu den Nordhessen auf. Kehler konnte personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, lediglich der leicht angeschlagene Ken Magowan fehlte erneut. Kassel musste unterdessen die zweite Niederlage in Folge hinnehmen und auch die zweite Heimniederlage dieser Spielzeit gegen den Mitaufsteiger. In Frankfurt hatten die Huskies vor Wochen noch souverän 4:1 gewonnen. Vor den beiden Niederlagen in Bremerhaven (4:6), wo man lange Zeit geführt hatte, und gegen Frankfurt hatte die Mannschaft von Trainer Rico Rossi in elf Spielen in Folge stets gepunktet. Kassels Rückstand auf Spitzenreiter Bietigheim wuchs wieder auf 16 Punkte an.
Tore: 1:0 Mike Collins (14:37/PP1), 1:1 Landon Gare (18:15), 1:2 David Cespiva (21:49), 1:3 Clarke Breitkreutz (24:30), 2:3 Daniel Schmölz (39:02), 2:4 Richard Mueller (50:05), 2:5 Richard Mueller (59:59/EN)
Zuschauer: 6.100
Lausitzer Füchse – EV Landshut 3:4 (1:0, 2:1, 0:2, 0:1) OT
Eine tolle Aufholjagd bescherte dem EV Landshut den dritten Sieg in Serie und weitere wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs. Die Mannschaft von Trainer Ewald Steiger, der wieder den bis auf weiteres krankgeschriebenen Andreas Brockmann vertrat, hatte in Patrick Jarrett den Matchwinner. Beim Stand von 1:3 brachte der Top-Stürmer seine Mannschaft mit einem sehr seltenen Tor in doppelter Unterzahl wieder heran und sorgte in der Overtime für das Siegtor. Für die Füchse war es nach zuvor vier Siegen in Folge ein herber Rückschlag. Zudem erlitt Team- Topscorer Jonas Johannsson (43 Punkte) einen Rippenbruch und wird voraussichtlich drei Wochen fehlen. Daheim läuft es für die Füchse nicht so recht, es war die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Heimspielen. Dank des einen Zählers konnten die Füchse, die die ersten beiden Spiele in dieser Saison gegen Landshut gewonnen hatten, aber den dritten Tabellenplatz halten.
Tore: 1:0 Markus Lehnigk (1:18), 2:0 Jens Heyer (24:53), 2:1 Bill Trew (27:03), 3:1 Sean Fischer (37:32), 3:2 Patrick Jarrett (47:30/SH2), 3:3 Andreas Gawlik (57:43), 3:4 Patrick Jarrett (62:45)
Zuschauer: 2.729
Starbulls Rosenheim – SC Riessersee 3:2 (2:1, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) SO
Mario Valery-Trabucco bescherte den Starbulls einen Sieg für das angeknackste Selbstvertrauen. Der Stürmer traf als einziger im Shootout und sorgte für den erst dritten Sieg in den vergangenen elf Spielen. Wie viele andere Kollegen hatte Trainer Franz Steer mit massiven Personalproblemen aufgrund verletzter oder erkrankter Spieler zu kämpfen. Doch seine Mannschaft war im zweiten Derby in Folge bereit und bot den Garmischern die Stirn. Für Riessersee war es auswärts die zweite Shootout-Niederlage in Folge. Am Sonntag hatte die Mannschaft von Trainer Toni Krinner noch einen klaren 7:1-Erfolg im Derby gegen den ESV Kaufbeuren gefeiert. Mit dem einen Punkt konnte Riessersee aber den fünften Rang halten.
Tore: 0:1 Felix Thomas (4:34), 1:1 Mario Valery-Trabucco (13:26/PP1), 2:1 Fabian Zick (18:01), 2:2 Andreas Pauli (33:50), 3:2 Mario Valery-Trabucco (SO)
Zuschauer: 2.089
Eispiraten Crimmitschau – Heilbronner Falken 8:0 (3:0, 1:0, 4:0)
Die ärgerliche Niederlage im Derby bei den Lausitzer Füchsen (3:4) war offenbar Motivation genug für die Eispiraten. Die Mannschaft von Trainer Chris Lee ließ gegen Heilbronn keine Zweifel aufkommen, wer als Sieger das Eis verlässt. Die Gastgeber feierten den dritten Sieg in den vergangenen vier Spielen, darunter auch das 5:3 in Bietigheim, und überrollten ihren Gegner förmlich. Für die Falken hingegen war es wieder einmal ein höchst unerfreulicher Abend, Erinnerungen an das 2:12 in Frankfurt wurden wach. Die Mannschaft von Interimstrainer Gerd Wittmann konnte ihr Potenzial offenbar auch wegen der dünnen Personaldecke nicht abrufen. Es standen nur 15 Feldspieler zur Verfügung. Für den Tabellenletzten war es die 16. Niederlage in den vergangenen 17 Spielen.
Tore: 1:0 Jamie MacQueen (3:14), 2:0 Eric Lampe (15:10/SH1), 3:0 Alexander Hutchings (17:09), 4:0 Marvin Tepper (24:25), 5:0 Kevin Neumüller (42:58), 6:0 Matthew MacKay (50:34), 7:0 Daniel Bucheli (55:53), 8:0 Marvin Tepper (56:35)
Zuschauer: 2.817
Fischtown Pinguins – ESV Kaufbeuren 4:3 (3:0, 1:2, 0:1)
Dank einer starken Anfangsphase kam der Meister gerade so ins Ziel und feierte den achten Heimsieg in Folge. Nach den drei Toren in den ersten zehn Minuten war für Kaufbeurens Goalie Maximilian Sigl der Abend vorzeitig beendet. ESVK-Coach Kari Rauhanen brachte Bastian Kucis. Der ließ nur noch ein Tor der Pinguins zu und verschaffte seinen Kollegen offenbar die Basis für eine Aufholjagd. Doch in den letzten 15 Minuten den Spiels hielten die Gastgeber den knappen Vorsprung und verbesserten sich auf den neunten Tabellenplatz. Der Vorletzte, der zuvor 1:7 in Riessersee verloren hatte, zeigte erst nach dem Rückstand ein anderes Gesicht. Die sechste Niederlage in Folge konnte der ESVK aber nicht verhindern.
Tore: 1:0 Maximilian Schaludek (7:39), 2:0 Marian Dejdar (9:10), 3:0 Björn Bombis (10:00), 4:0 Jaroslav Hafenrichter (30:43), 4:1 Daniel Menge (32:01), 4:2 Michael Kreitl (37:45/PP1), 4:3 Matt Marquardt (44:33/PP1)
Zuschauer: 4.367
Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim 4:3 (2:0, 2:2, 0:1)
Auch die Towerstars mussten am Ende noch gehörig zittern. Dabei hatte die Mannschaft von Daniel Naud scheinbar alles im Griff. Die Gäste kamen aber noch einmal heran. Dennoch feierte Ravensburg den 14 Sieg im 17. Heimspiel und wichtige drei Punkte gegen einen Konkurrenten im Kampf um die Playoffs. Mit 52 Punkten kletterten die Towerstars auf den sechsten Platz. Ravensburg gab vor dem Spiel zudem den Wechsel von Shawn Weller nach Dresden bekannt. Die Gäste aus Hessen rutschten durch die dritte Auswärtsniederlage in Folge auf den zehnten Tabellenplatz ab.
Tore: 1:0 Austin Smith (11:45), 2:0 Stephan Vogt (18:41/PP1), 3:0 Andreas Farny (26:49), 3:1 Vitalij Aab (35:54/PP1), 4:1 Philipp de Paly (38:12), 4:2 Max Campbell (38:57), 4:3 Dan Ringwald (51:13)
Zuschauer: 2.366
Der 32. Spieltag (Dienstag, 30. Dezember 2014)
Dresdner Eislöwen – Bietigheim Steelers 1:4 (0:0, 1:2, 0:2)
Kassel Huskies – Löwen Frankfurt 2:5 (1:1, 1:2, 0:2)
Lausitzer Füchse – EV Landshut 3:4 (1:0, 2:1, 0.2, 0:1) OT
Starbulls Rosenheim – SC Riessersee 3:2 (2:1, 0:1, 0:0, 0:0, 1:0) SO
Eispiraten Crimmitschau – Heilbronner Falken 8:0 (3:0, 1:0, 4:0)
Fischtown Pinguins – ESV Kaufbeuren 4:3 (3:0, 1:2, 0:1)
Ravensburg Towerstars – EC Bad Nauheim 4:3 (2:0, 2:2, 0:1)
Der 33. Spieltag (Freitag, 02. Januar 2015)
Starbulls Rosenheim – Fischtown Pinguins (19.30 Uhr)
Bietigheim Steelers – Lausitzer Füchse (19.30)
EC Bad Nauheim – Kassel Huskies (19.30)
Löwen Frankfurt – EV Landshut (19.30)
Heilbronner Falken – Dresdner Eislöwen (20.00)
Eispiraten Crimmitschau – ESV Kaufbeuren (20.00)
SC Riessersee – Ravensburg Towerstars (20.00)