Bietigheim ist nun wieder auf Augenhöhe mit Bremerhaven
Meister siegt 2:0 im Spitzen-Duell und liegt nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer Bremerhaven. Ravensburg siegt trotz 0:4-Rückstand in Kassel mit 5:4 nach Shootout.
Der Abend vor dem ersten Freiluftspiel der DEL2-Geschichte stand im Zeichen der Bietigheim Steelers. Der Meister feierte einen überzeugenden 2:0-Sieg gegen den Finalrivalen Fischtown Pinguins und liegt nur noch einen Zähler hinter dem Tabellenführer. Den Coup am Freitagabend landeten aber die Ravensburg Towerstars, die trotz eines 0:4-Rückstandes das Spitzenspiel beim Tabellendritten Kassel Huskies mit 5:4 im Shootóut gewannen. Ein Fingerzeig für die Löwen Frankfurt könnte das 4:0 im Derby gegen den EC Bad Nauheim gewesen sein, das fast 7.000 Zuschauer in der Eissporthalle am Ratsweg sahen. Die Eispiraten Crimmitschau sind nach dem 6:3 gegen den SC Riessersee nur noch zwei Punkte vom letzten Playoff-Platz entfernt. Denn der Tabellenzehnte ESV Kaufbeuren verlor 2:4 bei Aufsteiger EHC Freiburg. Die Starbulls Rosenheim haben nach einem 6:4 gegen die Heilbronner Falken die ersten sechs Plätze weiter im Visier. Der 35. Spieltag wird am Samstag ab 16.00 mit dem Event Game zwischen den Dresdner Eislöwen und den Lausitzer Füchsen im Dresdner Fußball-Stadion abgeschlossen.
Bietigheim Steelers - Fischtown Pinguins 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)
Der Meister wollte im dritten Saison-Vergleich mit dem Final-Rivalen der letzten beiden Jahre endlich den ersten Sieg. Und so trat die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet auch auf. Die ersten beiden Abschnitte hatten die Steelers mehr vom Spiel und drückten auf das Bremerhavener Tor, in dem nach seiner Pause im Spiel gegen Kassel (4:3 SO) wieder Gerald Kuhn stand. Der zeigte sich zwar erneut stark, konnte aber nicht alles parieren. Sein Gegenüber Sinisa Martinovic stellte wieder einmal sein ganzes Können unter Beweis und war ein toller Rückhalt für den Titelverteidiger. Obwohl Gäste-Trainer Ben Doucet eine gewohnt große Auswahl hatte, kam sein Team an diesem Abend nicht zum Zuge. Die bis dato beste Offensiv-Mannschaft der Liga fand kein Durchkommen an diesem Abend. Zum zweiten Mal in dieser Saison feierten die Steelers damit zehn Siege in Folge und holten aber nun dabei optimale 30 Punkte. Damit ist Bietigheim wieder auf Augenhöhe mit dem Vizemeister, dessen Saisonverlauf trotz der zweiten Niederlage in den vergangenen 21 Spielen außergewöhnlich bleibt.
Tore: 1:0 Justin Kelly (8:59), 2:0 Dennis Palka (23:00)
Zuschauer: 3.957
Löwen Frankfurt - EC Bad Nauheim 4:0 (0:0, 2:0, 2:0)
Dieser überzeugende Prestige-Erfolg im Derby könnte möglicherweise ein Knotenlöser für die Löwen gewesen sein. „Bei allen Emotionen, die zum Derby gehören, wird es darauf ankommen, den Kopf einzuschalten. Entscheidend wird sein, eigene Fehlerquellen zu minimieren und gleichzeitig durch unser Auftreten den Gegner zu Fehlern zu zwingen“, hatte Sportdirektor und Trainer Rich Chernomaz vor dem Spiel gesagt. Fast 7.000 Zuschauer bildeten einen prächtigen Rahmen für das dritte Duell. Die ersten beiden Auseinandersetzungen hatten die von Petri Kujala trainierten Gäste knapp für sich entscheiden können und dabei vor allem defensiv die Basis zum Erfolg gelegt. Das gelang diesmal den Löwen, die zudem in Tyler Plante einen tollen Rückhalt hatten. Der feierte seinen ersten Shutout und trug dazu bei, dass Frankfurt aufgrund der besseren Tordifferenz an Bad Nauheim vorbei wieder auf den fünften Rang vorrückte. Nach der wochenlangen Klettertour mussten die Kurstädter nun den zweiten Dämpfer in Folge hinnehmen.
Tore: 1:0 Nils Liesegang (20:37/PP1), 2:0 Stefan Chaput (27:52), 3:0 Kris Sparre (50:07/PP1), 4:0 Nils Liesegang (56:21/PS)
Zuschauer: 6.990
EHC Freiburg - ESV Kaufbeuren 4:2 (0:1, 3:0, 1:1)
Zwei Partys in Folge durften die Aufsteiger aus Freiburg in der Franz-Siegel-Halle feiern. Wie schon gegen Dresden am vergangenen Dienstag geriet das Team von Trainer Leos Sulak zwar in Rückstand, drehte die Partie aber noch. Und wieder war Tobias Kunz einer der Schlüsselspieler bei diesem Erfolgserlebnis. Er traf zweimal, wie auch gegen die Eislöwen. Für die Gäste aus Kaufbeuren war es eine weitere Ernüchterung, die Mannschaft von Trainer Mike Muller ist mit einem erneuten Versuch gescheitert, die Durststecke zu beenden. Nun wird es auf dem zehnten Rang langsam eng, denn die Eispiraten Crimmitschau sind bis auf zwei Zähler an den letzten Playoff-Platz herangerückt.
Tore: 0:1 Michael Baindl (6:52), 1:1 David Vrbata (24:01/PP2), 2:1 Tobias Kunz (25:26/PP1), 3:1 Nikolas Linsenmaier (37:00), 4:1 Tobias Kunz (58:55/SH1), 4:2 Marc Schmidpeter (59:05/PP1)
Zuschauer: 2.503
EC Kassel Huskies - Ravensburg Towerstars 4:5 (1:0, 3:3, 0:1, 0:0, 0:1) SO
Nach knapp der Hälfte des Spiels schien die Partie für die Towerstars nach einer Show von Jamie MacQueen gelaufen. Der Stürmer erhöhte mit einem Hattrick innerhalb von nicht einmal sechs Minuten zu Beginn des Mitteldrittels auf 4:0 für die Huskies. Alles sah nach dem ersten Sieg im dritten Vergleich mit Ravensburg aus. Doch die Towerstars starteten in dem Spitzenduell eine atemberaubende Aufholjagd und holten sich im Penaltyschießen den Extrapunkt. Zwar ist Kassel weiterhin Dritter, aber die Gäste haben den Rückstand auf drei Punkte verkürzt. Für Kassel war es eine völlig unerwartete Erfahrung, die Mannschaft von Rico Rossi hatte in dieser Saison bereits einen 0:4-Rückstand gegen Heilbronn in ein 6:4 gedreht.
Tore: 1:0 Jens Meilleur (16:34), 2:0 Jamie MacQueen (21:39/PP2), 3:0 Jamie MacQueen (23:15/PP1), 4:0 Jamie MacQueen (27:14/SH1), 4:1 Brandon MacLean (31:40), 4:2 Brian Roloff (33:21), 4:3 Austin Smith (38:40), 4:4 Alexander Dück (57:50), 4:5 Konstantin Schmidt (SO)
Zuschauer: 3.088
Starbulls Rosenheim - Heilbronner Falken 6:4 (3:1, 1:1, 2:2)
Die Gäste, bei denen nach dem 2:8 in Garmisch wieder Peter Hartzell zwischen den Pfosten stand, spielten in den ersten 20 Minuten durchaus munter mit und hatten durch Patrick Schmid, Fabian Krull und David Hajek ihre Chancen. Gefährlicher in der Offensive aber waren von Beginn an die Starbulls. Gästekeeper Hartzell konnte einen verdeckten Schuss von Manuel Edfelder stark parieren. Als Maximilian Vollmayer dann alleine auf ihn zuvor, brachte er die Schoner nicht mehr ganz zusammen und ließ die Scheibe durchrutschen. Bei einem Schlagschuss von Beppo Frank von der blauen Linie – die Starbulls agierten in Überzahl – war dem Falken-Keeper die Sicht verdeckt, und das Hartgummi schlug halbhoch zum 2:0 ein. Nach Brad Schells Anschlusstreffer legten die Starbulls noch einmal nach. Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts wurde der Qualitätsunterschied zwischen dem Tabellensiebten und dem Schlusslicht deutlicher. Im Gefühl der sicheren Führung ließen die Starbulls dann die Konsequenz vor dem Tor aber immer mehr vermissen. Richard Gelke bestrafte dies mit dem zweiten Tor für Heilbronn. Fast hätte Adam Brace gegen die in der Defensive nachlässigen Starbulls vor der zweiten Pause sogar noch den Anschlusstreffer erzielt, doch Rosenheims Goalie Timo Herden rettete mit dem Schoner. Als Vollmayer zum 5:2 traf schien alles gelaufen, doch die Gäste machten es mit einem Doppelschlag nochmals mächtig spannend. Rosenheim rettete den vierten Sieg in den vergangen fünf Spielen aber noch ins Ziel.
Tore: 1:0 Maximilian Vollmayer (5:22), 2:0 Beppo Frank (8:38/PP1), 2:1 Adam Brace (19:20), 3:1 Wade MacLeod (19:59), 4:1 Leopold Tausch (23:47), 4:2 Richard Gelke (38:10), 5:2 Maximilian Vollmayer (52:43), 5:3 Joseph Lewis (54:01), 5:4 Brad Schell (55:14), 6:4 Beppo Frank (59:59/SH1/EN)
Zuschauer: 2.652
Eispiraten Crimmitschau - SC Riessersee 6:3 (1:2, 3:1, 2:0)
Die Eispiraten hatten einen Start nach Maß und gingen durch ein Tor von Matthew Foy in zunächst in Führung. In der Folge fanden die Gäste mehr und mehr in die Partie. Crimmitschaus Goalie Ryan Nie konnte den Ausgleich von Jesse Schultz nicht verhindern. Kurz vor der Pause gingen die Gäste aus Garmisch dann durch einen Distanzschuss von Stephan Wilhelm in Führung. Die Eispiraten waren danach im Abschluss etwas zu verspielt. Im Mittelabschnitt drehten die Eispiraten dann die Partie, doch Riessersee ließ sich nicht abschütteln und konnte ausgleichen. Wegen der Verletzung eines Gästespielers musste die zweite Pause um drei Minuten vorgezogen werden, weil das Eis gereinigt wurde. John Tripp sorgte mit seinem zweiten Tor dann für eine Vorentscheidung. Dank des dritten Sieges in den vergangenen vier Spielen ist die Mannschaft von Trainer Chris Lee wieder an den Playoff-Plätzen dran und hat nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Zehnten ESV Kaufbeuren.
Tore: 1:0 Matthew Foy (5:06), 1:1 Jesse Schultz (9:56), 1:2 Stephan Wilhelm (17:58), 2:2 Daniel Bucheli (23:58/PP1), 3:2 John Tripp (28:18), 3:3 Florian Vollmer (33:03), 4:3 Alexander Höller (39:16), 5:3 John Tripp (49:28), 6:3 Christoph Kabitzky (58:35)
Zuschauer: 2.157
35. Spieltag (8. Januar 2016)
Bietigheim Steelers - Fischtown Pinguins 2:0 (1:0, 1:0, 0:0)
Löwen Frankfurt - EC Bad Nauheim 4:0 (0:0, 2:0, 2:0)
EHC Freiburg - ESV Kaufbeuren 4:2 (0:1, 3:0, 1:1)
EC Kassel Huskies - Ravensburg Towerstars 4:5 (1:0, 3:3, 0:1, 0:0, 0:1) SO
Starbulls Rosenheim - Heilbronner Falken 6:4 (3:1, 1:1, 2:2)
Eispiraten Crimmitschau - SC Riessersee 6:3 (1:2, 3:1, 2:0)
35. Spieltag (9. Januar 2016)
Dresdner Eislöwen - Lausitzer Füchse (16.00 Uhr/Live beim MDR)