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Text: DEL2

Bremerhaven hatte Verspätung in Bietigheim – da war der Zug abgefahren

Stewart: „Haben ersten zehn Minuten verschlafen“ / Steelers mit brillanten 20 Minuten

Bremerhaven hatte Verspätung in Bietigheim – da war der Zug abgefahren
City Press

Eishockey verlangt ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit – ganz besonders, wenn es um den Titel geht. Meister Fischtown Pinguins wurde ein Blitzstart des Hauptrundenprimus Bietigheim Steelers in Spiel 1 der Final-Revanche am Freitagabend zum Verhängnis. „Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen“, sagte Pinguins-Coach Mike Stewart. Der Kanadier musste eingestehen, dass sich Bremerhaven durch die Startphase jegliche Chancen auf den Sieg nahm. Denn danach, so stellte Stewart fest, habe man „aber gutes Eishockey gespielt“.

Die Gastgeber lagen da bereits durch die Powerplay-Tore von Mark Heatley und Frederik Cabana sowie des schön herausgespielten 2:0 von Chris St. Jacques mit 3:0 in Front. Schon beim Halbfinal-Sweep gegen den EV Landshut hatten die Steelers ihren Gegner mit starken Anfangsphasen zermürbt. Die Geschichte wiederholte sich zumindest im Eröffnungsspiel der Finalserie. Erst ab dem Mittelanschnitts präsentierten sich die Gäste auf der Höhe des Geschehens und boten den Gastgebern die Stirn. Jan Kopecky und Andrew McPherson brachten die Pinguins mit Überzahltreffern wieder ran, weshalb Mike Stewart in seinem Fazit befand: „Am Ende glaube ich, dass wir unglücklich verloren haben.“

Nimmt man das nackte Ergebnis, könnte man dem zustimmen. Aber unter dem Strich waren die Steelers der verdiente Sieger. Denn nach dem schwierigen Mittelabschnitt steigerte sich das Team von Trainer Kevin Gaudet wieder – und Goldhelm David Wrigley („Ich will den Titel gewinnen“) sorgte erneut in Überzahl für die Vorentscheidung. Die Steelers nutzen die Blößen, die der Gegner bot, gnadenlos aus. Die Strafzeiten wurden Bremerhaven letztendlich zum Verhängnis. Dabei war das Penaltykilling der Pinguins gewohnt stark – immerhin wurden die langen Unterzahl-Phasen wegen der Spieldauerdisziplinarstrafen von Joel Keussen und Steve Slaton ohne Gegentor gemeistert.

Bietigheim präsentierte sich am Freitagabend auf dem bisher gezeigten hohen Niveau und feierte verdient den neunten Sieg im neunten Spiel in den diesjährigen Playoffs. Das Gaudet-Team ließ zudem erkennen, dass es noch Luft nach oben hat. Auf Bremerhavener Seite sorgten die letzten beiden Drittel für Optimismus. „Die Niederlage ist kein Beinbruch. Wir haben deutlich gesehen, dass wir dem Favoriten Paroli bieten können“, erklärte Teammanager Alfred Prey und fügte an: „Die Gewinner waren die Zuschauer, die ein sehr gutes und unterhaltsames Spiel gesehen haben.“

4.361 wurden in der Ege-Trans-Arena bestens unterhalten. Die Pinguins werden sich wieder über eine mit 4.422 Zuschauern ausverkaufte  Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz freuen können. Sprade TV ist am Sonntag ab 17.00 Uhr live dabei.

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