Bremerhaven lässt eiskalt die Meisterfeier platzen
Titelverteidiger feiert nach einer abgeklärten Leistung einen Kantersieg in Bietigheim / Spiel 6 am Dienstag an der Nordsee live bei Sprade TV
Für die Bietigheim Steelers sollte es der krönende Abschluss einer überragenden Saison werden. Statt aber am Sonntag den Meisterpokal von DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch in Empfang zu nehmen, schlichen die Spieler von Trainer Kevin Gaudet nach 60 frustrierenden Minuten vom Eis. Meister Fischtown Pinguins feierte ein großartiges Comeback mit einem 6:1-Kantersieg und erzwang damit in der Finalserie ein sechstes Spiel. Für die Steelers war es die erste Heimniederlage in den Playoffs. Am Dienstagabend geht es in der Arena am Wilhelm-Kaisen weiter. Sprade TV wird ab 20.00 Uhr live dabei sein.
Bietigheim Steelers - Fischtown Pinguins 1:6 (1:2, 0:2, 0:2) – Serie: 3:2
Das Spiel begann erwartungsgemäß mit der frühen Führung der Steelers. Frederik Cabana hielt in einer gewohnt starken Anfangsphase der Gastgeber aufs Tor, und der Puck landete hinter Bremerhavens Goalie Jonas Langmann. Die Stimmung in der ausverkauften EgeTrans Arena war nach nicht einmal drei Minuten bereits auf dem Siedepunkt. Aber der Meister zeigte sich trotz des bitteren 3:4 nach Verlängerung am Freitagabend, als man in eigener Halle 3:0 geführt hatte, völlig unbeeindruckt. Die Pinguins hatten Trainer Mike Stewart genau zugehört und waren voll auf dieses eine Spiel fokussiert. Sukzessive arbeiteten sich die Gäste rein, zerstörten das Bietigheimer Spiel und schlugen eiskalt zu.
Der überragende Mann war dabei Andrew McPherson. Er legte zunächst zurück an die blaue Linie, von wo aus Pawel Dronia in Bedrängnis mit einem wuchtigen Schlagschuss zum 1:1 traf. Dann nutzte McPherson mit einem Rückhandschuss im Slot das erste Powerplay der Gäste zur Führung. Der mitgereiste Bremerhavener Anhang war aus dem Häuschen. Im Mittelabschnitt kontrollierten die Seestädter das Geschehen von der ersten bis zur letzten Minute. In einem weiteren Powerplay waren nur noch Sekunden zu spielen, als McPherson in einer 2:1-Situation die Scheibe zu Marian Dejdar flippte und der Kapitän per Onetimer vollendete. Die Gastgeber waren völlig aus dem Konzept, wie in den ersten zehn Minuten am Freitag in Bremerhaven. Nur diesmal fanden sie nicht zurück, weil den Pinguins auch keine Fehler unterliefen. Bei einem Konter nahm Jan Kopecky die Scheibe von – na klar – McPherson auf und traf zum 4:1.
Für die Steelers war es ausgerechnet bei der ersten Möglichkeit, den Sack zuzumachen, die bislang dürftigste Vorstellung im Verlauf der diesjährigen Playoffs. Und im Powerplay lief es wieder nicht – im Gegenteil: Brock Hooton gelangen innerhalb von 63 Sekunden gleich zwei Treffer in Unterzahl – zum zweiten lieferte McPherson seinen vierten Assist! Wenig später war für Steelers-Goalie Sinisa Martinovic auch Schluss – Andreas Mechel übernahm die letzten knapp acht Minuten.
Somit geht die Serie wieder zurück in die Arena am Wilhelm-Kaisen-Platz, die wieder mit 4.422 Zuschauern ausverkauft sein wird. Das Spiel sechs war das Ziel der Pinguins, die es gnadenlos erreichten.
Tore: 1:0 Frederik Cabana (2:41), 1:1 Pawel Dronia (14:29), 1:2 Andrew McPherson (17:06/PP1), 1:3 Marian Dejdar (25:53/PP1), 1:4 Jan Kopecky (29:41), 1:5 Brock Hooton (45:38/SH1), 1:6 Brock Hooton (46:40/SH2)
Zuschauer: 4.517