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Crimmitschau stößt Tür zu den Pre-Playoffs weit auf

Dezimierte Eispiraten bezwingen den ESV Kaufbeuren. Auch Konkurrent Lausitzer Füchse verliert.

Crimmitschau stößt Tür zu den Pre-Playoffs weit auf
Tommy Valdivia

Die Eispiraten Crimmitschau haben die Tür zu den Pre-Playoffs in der DERL2 weit aufgestoßen. Die Mannschaft von Trainer Chris Lee gewann am Sonntag das Schlüsselduell gegen den ESV Kaufbeuren mit 4:2 und festigte damit den zehnten Rang. Denn die Lausitzer Füchse, ein weiterer Konkurrent der Eispiraten, verloren 1:2 bei den Kassel Huskies. Damit hat Crimmitschau vor den letzten fünf Spielen nunmehr sieben Punkte Vorsprung auf die Füchse und acht auf Kaufbeuren. Im Kampf um die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale waren die Löwen Frankfurt der große Sieger des 47. Spieltages. Die Mannschaft von Trainer und Sportdirektor Rich Chernomaz bezwang die Fischtown Pinguins mit 4:1 und festigte den sechsten Rang. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung nun auf den Siebten Dresdner Eislöwen, der 1:4 beim SC Riessersee unterlag. Im Kampf um die besten Positionen für die Viertelfinals feierten neben Kassel auch die Ravensburg Towerstars, die sich mit 4:0 gegen den EHC Freiburg durchsetzten. Damit rückte die Mannschaft von Trainer Daniel Naud auf Rang vier vor, weil sich der EC Bad Nauheim ein 1:2 bei den Heilbronner Falken leistete. Und Spitzenreiter Bietigheim Steelers hat im Kampf um die Hauptrundenmeisterschaft trotz der 1:5-Niederlage in Rosenheim weiter fünf Punkte Vorsprung auf Bremerhaven.

EC Kassel Huskies - Lausitzer Füchse 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)

Nach einem ausgeglichenen torlosen Auftaktdrittel, in dem Großchancen Mangelware waren, nahm das Spiel im Mittelabschnitt an Fahrt auf. Zunächst sorgte Taylor Carnevale nach schönem Querpass von Manuel Klinge für das verdiente 1:0. Wenig später hatten die Füchse Pech, als Kevin Lavallée freistehend das leere Tor verfehlte und ein Schuss von Thomas Götz am Innenpfosten landete. Nach einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Mathias Müller und Ken Magowan waren die Huskies näher am 2:0, zweimal Manuel Klinge und Alexander Heinrich vergaben jedoch gute Einschussmöglichkeiten. So bestraften die Füchse die mangelnde Chancenverwertung der Gastgeber noch vor der zweiten Sirene. Ein Zuspiel von Dennis Swinnen wurde von einem Kasseler Schlittschuh unhaltbar zum 1:1 abgefälscht. Im Schlussabschnitt stieg dann die Spannung. Die personell dezimierte Gast-Mannschaft von Trainer Paul Gardner, dem gerade fünf Verteidiger und neun Stürmer zur Verfügung standen, wehrte sich beim Favoriten nach Kräften. Doch die Huskies drückten und wurden belohnt. Unglücklich für die Lausitzer Füchse, dass der Einsatz nicht belohnt wurde. Damit hielten die Huskies den dritten Rang, die Füchse haben nun sieben Punkte Rückstand auf den zehnten Rang.

Tore: 1:0 Taylor Carnevale (27:13/PP1), 1:1 Dennis Swinnen (37:47), 2:1 Jean-Michel Daoust (58:53)
Zuschauer: 3.138

Eispiraten Crimmitschau - ESV Kaufbeuren 4:2 (1:0, 0:1, 3:1)

Der ESV Kaufbeuren stand in Crimmitschau mächtig unter Zugzwang. Fünf Punkte betrug der Rückstand auf den zehnten Rang, den die Eispiraten halten. „Jetzt sind wir sehr unter Druck geraten und müssen unbedingt gewinnen. Gegen einen Gegner auf Augenhöhe muss man jetzt drei Punkte einfahren“, sagte Florian Thomas vor dem Spiel. Und das Duell im Sahnpark begann für die Gastgeber denkbar schlecht. Schon nach neun Sekunden wurde John Tripp wegen hohem Stock mit Verletzungsfolge mit einer Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe belegt und musste in die Kabine. In der Folge zeigten die Crimmitschauer aber ein hervorragendes Penaltykilling und belohnten sich dann auch noch mit dem 1:0 durch Patrick Pohl. Kaufbeuren war im ersten Drittel nur selten zwingend. Die Eispiraten, die auch auf Daniel Bucheli wegen Verletzung verzichten mussten, zeigten Moral und Kampfgeist. Kaufbeuren investierte dann im Mitteldrittel mehr und übte zur Mitte des Abschnitts mehr Druck aus und kam auch zum verdienten Ausgleich. Der Schlussabschnitt begann dann optimal für die Gäste. Doch die Eispiraten ließen sich durch den Rückstand nicht schocken und drehten die Partie mit zwei Powerplay-Toren. Und das am Ende mit nur 13 Feldspielern. Crimmitschau hat nun alles in den eigenen Händen im Kampf um die Pre-Playoffs. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den Elften Lausitzer Füchse, acht auf Kaufbeuren.

Tore: 1:0 Patrick Pohl (14:13/PP1), 1:1 Chris St. Jacques (32:20/PP1), 1:2 Marc Schmidpeter (46:09/PP1), 2:2 Danny Pyka (52:11/PP1), 3:2 Patrick Pohl (56:25/PP1), 4:2 Olli Julkunen (59:42/EN)
Zuschauer: 2.603

SC Riessersee - Dresdner Eislöwen 4:1 (2:0, 1:0, 1:1)

Die 3:4-Niederlage im Derby gegen Crimmitschau schmeckte Dresdens Trainer Bill Stewart gar nicht. „Ich bin stinksauer, denn wir haben uns selbst geschlagen. Wenn man einen Lauf hat, nimmt man Dinge gelegentlich auf die leichte Schulter. Das Positive ist, dass wir bei sechs ausstehenden Spielen in der Hauptrunde die Möglichkeit haben, unsere Lehren aus dieser Niederlage zu ziehen“, sagte Stewart. Offenbar gelang es seinem Team nicht, den Hebel sofort umzulegen. Vielmehr bestimmten die Gastgeber das Geschehen über weitere Strecken. Und Goalie Jochen Vollmer erwischte einen guten Tag. Für Riessersee waren es wichtige Punkte, um die Teilnahme an den Pre-Playoffs zu sichern. Die drohen den ambitionierten Dresdnern nach einem Wochenende ohne Punkte ebenfalls. In den verbleibenden fünf Spielen müssen die Eislöwen wieder den Erfolgsweg einschlagen, um vielleicht doch noch die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale perfekt zu machen.

Tore: 1:0 Brendan Connolly (15:27), 2:0 Louke Oakley (17:07/PP1), 3:0 Jesse Schultz (37:10), 4:0 Andreas Eder (42:42), 4:1 Mirko Sacher (55:14)
Zuschauer: 1.640

Starbulls Rosenheim - Bietigheim Steelers 5:1 (1:0, 4:0, 0:1)

Die Starbulls begannen gegen einmal mehr personell ersatzgeschwächte Steelers offensiv. Bereits nach eineinhalb Minuten eroberte Tyler McNeely hinter dem Gästetor die Scheibe, bediente von hinten heranrauschenden Maximilian Vollmayer, und der versenkte die Scheibe flach im rechten Eck. Wade MacLeod hätte nach vier MInuten fast nachgelegt, traf aber nur den Pfosten. Danach wurde Bietigheim stärker, aber der sehr gute Lukas Steinhauer im Starbulls-Tor machte große Chancen von Adam Borzecki, Jason Pinizzotto und Dennis Palka mit tollen Paraden zunichte. Unter den Umständen zeigten die Steelers wie schon beim 3:1 gegen Ravensburg ihre Qualitäten. Trainer Kevin Gaudet standen erneut nur fünf Verteidiger und zehn Stürmer zur Verfügung, unter anderem fehlte David Wrigley. Rosenheim war personell gesehen in dieser Saison ebenfalls vom Pech verfolgt, am Sonntag hatte das Team von Trainer Franz Steer aber mehr zu bieten. Mit einem tollen zweiten Drittel ebneten die Hausherren den ersten Erfolg gegen die Steelers in dieser Saison. Zudem wahrte Rosenheim die, wenn auch kleine Chance auf die Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale.

Tore: 1:0 Maximilian Vollmayer (1:43), 2:0 CJ  Stretch  (26:16), 3:0 David Vallorani (29:47), 4:0 Tyler McNeely (32:17/SH1), 5:0 Wade MacLeod (33:23), 5:1 René Schoofs (53:07)
Zuschauer: 2.324

Ravensburg Towerstars - EHC Freiburg 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)

Nach zwei Niederlagen in Folge hatten die Towerstars im ersten Drittel Probleme mit den selbstwussten Breisgauern, die mit einem 3:2-Sieg gegen Kassel im Gepäck angereist waren. Doch im Mittelabschnitt setzten sich dann die größeren Möglichkeiten der Gastgeber durch. Im spannenden Kampf um die besten Positionen für das Playoff-Viertelfinale haben die Towerstars damit weiter alle Optionen. Der Rückstand zu Rang drei beträgt vor den letzten fünf Spielen weiterhin vier Punkte. Die Freiburger müssen sich wohl gedanklich mit den Playdowns anfreunden. Der Rückstand auf den Zehnten Crimmitschau ist auf elf Punkte angewachsen.

Tore: 1:0 Maximilian Brandl (22:01/PP1), 2:0 Austin Smith (33:42), 3:0 Brian Roloff (38:05), 4:0 Austin Smith (56:23)
Zuschauer: 2.438

Heilbronner Falken - EC Bad Nauheim 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)

Drei Heimspiele, drei Siege – die Bilanz unter dem neuen Trainer Fabian Dahlem kann sich für die Heilbronner Falken sehen lassen. Gegen den EC Bad Nauheim lieferten die Falken vor allem in der Defensive eine sehr gute Vorstellung ab und hatten zudem in Hannibal Weitzmann einen wichtigen Rückhalt im Tor. Der Tabellenletzte scheint bereits die richtige Verfassung für die Playdowns zu haben. Bad Nauheim hängt auf der Zielgeraden der Saison ein wenig durch. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala verlor zum vierten Mal in den vergangenen fünf Spielen und rutschte auf den fünften Rang ab.

Tore: 0:1 Nick Dineen (2:39), 1:1 David Hajek (3:45), 2:1 Richard Gelke (24:20)
Zuschauer: 1.247

Löwen Frankfurt - Fischtown Pinguins 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)

Drei Niederlagen in den bisherigen drei Spielen gegen die Fischtown Pinguins waren für die Löwen Motivation genug. Dazu kam für die Mannschaft von Trainer und Sportdirektor Rich Chernomaz die Aussicht, mit einem Sieg im Kampf um die direkte Qualifikation für das Playoff-Viertelfinale wichtige Punkte mitzunehmen. Und die Hessen nahmen die große Chance wahr. Gegen den Tabellenzweiten, gegen den man vergangenes Jahr im Playoff-Halbfinale scheiterte, waren die Löwen über weitere Strecken die spielbestimmende Mannschaft. Den Ausgleich der Gäste von der Nordsee kurz vor dem Ende des ersten Drittels steckten die Frankfurter weg. Nick Mazzolini brachte die Gastgeber wieder in Front, sie ließen sich in der Folge den Sieg nicht mehr nehmen. Die Löwen bauten den Vorsprung auf Verfolger Dresden nun auf sechs Punkte aus. Vor den letzten fünf Spielen liegt Bremerhaven im Kampf um die Hauptrundenmeisterschaft weiter fünf Zähler hinter Spitzenreiter Bietigheim.

Tore: 1:0 Clarke Breitkreuz (7:14), 1:1 Gabe Guentzel (18:24/PP1), 2:1 Nick Mazzolini (38:21/PP1), 3:1 Nils Liesegang (52:12/PP1), 4:1 Chris Sparre (55:27)
Zuschauer: 4.395

47. Spieltag (14. Februar 2016) im Überblick:

EC Kassel Huskies - Lausitzer Füchse 2:1 (0:0, 1:1, 1:0)
Eispiraten Crimmitschau - ESV Kaufbeuren 4:2 (1:0, 0:1, 3:1)
SC Riessersee - Dresdner Eislöwen 4:1 (2:0, 1:0, 1:1)
Starbulls Rosenheim - Bietigheim Steelers 5:1 (1:0, 4:0, 0:1)
Ravensburg Towerstars - EHC Freiburg 4:0 (0:0, 3:0, 1:0)
Heilbronner Falken - EC Bad Nauheim 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)
Löwen Frankfurt - Fischtown Pinguins 4:1 (1:1, 1:0, 2:0)
 

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