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Text: DEL2

Der EVL ohne Panik ins Halbfinale

Traditionsclub trotzte großen personellen Schwierigkeiten mit Charakter / Große Begeisterung am Gutenbergweg

Der EVL ohne Panik ins Halbfinale
Ludwig Schirmer

Kneifen muss man sich in Landshut noch nicht. Dennoch sind die Verantwortlichen bei dem Eishockey-Traditionsclub nicht zu Unrecht stolz auf das bisher Erreichte. Denn die erneute Teilnahme am Playoff-Halbfinale in der DEL2 ist für den EVL nach einem schwierigen Saisonverlauf keine Selbstverständlichkeit.

„Wir mussten vor der Saison 16 neue Spieler einbauen. Dann hatten wir bis Weihnachten bis zu zehn verletzte Spieler“, sagte EVL-Geschäftsführer Christian Donbeck und fügte: „Dann kam noch die Erkrankung von unserem Trainer Andreas Brockmann dazu.“ Zeitweise standen Schlüsselspieler wie Goalie Tyler Weiman, Bill Trew, der prominente Neuzugang Brad Staubitz, Peter Abstreiter oder Ty Morris nicht zur Verfügung. „Und bei den Spieler handelte es sich nicht um leichte Blessuren, sondern um Knochenbrüche oder ähnliches“, erklärte Donbeck. Unglücklicherweise konnte auch der neue Kooperationspartner ERC Ingolstadt in dieser Phase nicht helfen, weil der Meister selbst viele verletzte Spieler zu beklagen hatte.

Doch dank der positiven Grundstimmung im Verein meisterte man die Situation. Charakter und Eishockey-Leidenschaft trugen das Team. So konnte Co-Trainer Ewald Steiger trotz der angespannten personellen Lage das Bestmögliche aus den vorhandenen Spielern herausholen. „Wir haben nicht gleich den Panikknopf gedrückt, sondern ruhig weitergearbeitet“, sagte Donbeck. Ab Januar entspannte sich die Situation, und das Team fing an, sich im Kampf um die direkte Qualifikation mit Ergebnissen in Stellung zu bringen. Da war dann auch der neue Trainer Toni Krinner in der Verantwortung. Am Ende wurde es eng, erst mit Siegen in den letzten drei Spielen sprang man auf Rang sechs. „Wir hatten wie bei einem 100-m-Lauf quasi auf den letzten Zentimetern die Nase vorn“, sagte Donbeck.

An den letzten beiden Hauptrunden-Wochenenden zeigte sich aber auch, dass der EV Landshut in den Playoffs wieder ein Wörtchen mitreden würde. Krinner betonte immer wieder die Bedeutung einer guten Defensivarbeit und der Disziplin. Beides brachte das Team gegen den Vorrundendritten Kassel Huskies aufs Eis. Der Gegner aus Nordhessen hatte alles, was man für einen erfolgreichen Playoff-Run braucht: Drei tolle Torhüter mit Mika Järvinen, Jeff Frazee und Kai Kristian, die beste Defensive der Hauptrunde und eine potente Offensive, angeführt von Liga-Topscorer Mike Collins. Aber den Willen und die um Nuancen bessere Psyche hatte der EVL. Drei Overtime-Siege in der mit 4:1 gewonnenen Serie sprechen eine deutliche Sprache. Der Höhepunkt einer „emotionalen“ (Donbeck) Auseinandersetzung war das 3:2 in Spiel fünf, in dem Ty Morris mit drei Toren alles klar machte. Morris sorgte in einem Overtime-Marathon nach 102:08 Minuten für die Entscheidung. Sekunden zuvor scheiterte Collins mit einem Penaltyshot am überragenden Weiman.

„Die Mannschaft hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht in sich zusammenfällt“, erklärte  Donbeck. So sei es in den vergangenen zwei Jahren immer gewesen. Das schlug sich auch im Zuspruch nieder. Der Zuschauer-Durchschnitt im Stadion am Gutenbergweg stieg um 30 Prozent von 2.000 auf 3.200 Besucher. „In den beiden Playoff-Heimspielen hatten wir jeweils über 5.000 Zuschauer“, sagte Donbeck zur Begesiterung im Umfeld. In Landshut weiß man natürlich, was für ein Kaliber nun folgt. Wieder ist es der Hauptrundenmeister, vergangenes Jahres war es Bremerhaven, ab Donnerstag ist es nun Bietigheim. „Der Kader ist vom ersten bis zum  letzten Spieler überdurchschnittlich besetzt“, sagte Donbeck. Dennoch waren die Spiele gegen Landshut in der Hauptrunde immer eine enge Angelegenheit, sie wurden, so Donbeck, durch das gute Überzahlspiel der Steelers entschieden. Deshalb müsse man „hart, aber diszipliniert“ spielen. Das nochmal gewachsene Selbstvertrauen und die Leidenschaft sind beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Serie.

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