Der Marathon geht auf die Ziellinie
Sonntag endet der intensive Spielrhythmus rund um den Jahreswechsel / 74 Spiele in 24 Tagen / Schlagerspiel Frankfurt - Bietigheim
Die DEL-2 kann am Sonntagabend ein wenig durchschnaufen. Dann liegt der intensive Spiel-Rhythmus zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel hinter den Clubs. Aber die Beine hochlegen können die Cracks selbstverständlich nicht. Denn im nun bevorstehenden letzten Saisonviertel geht der Kampf um die Playoffs in die heiße Phase. Und da müssen vor allem Crimmitschau, Bad Nauheim, Dresden und Landshut punkten. Während die Eispiraten wegen der Continental-Cup-Teilnahme der Fischtown Pinguins spielfrei haben, sind Bad Nauheim gegen die Lausitzer Füchse, Dresden gegen Kaufbeuren und Landshut gegen Riessersee gefordert. Den 37. Spieltag krönt das Schlagerspiel zwischen dem Dritten Löwen Frankfurt und Spitzenreiter Bietigheim Steelers.
EC Bad Nauheim – Lausitzer Füchse (16.00 Uhr)
Den Spielern des EC Bad Nauheim hat das Comeback zum 4:3 nach Verlängerung beim SC Riessersee vor allem aufkommende Zweifel genommen. "Wir haben sehr verhalten angefangen, nachdem wir zuvor einige Negativerfahrungen gemacht hatten. Dementsprechend verunsichert war mein Team, das zudem auch noch einige blöde Strafen kassierte. Spätestens mit dem 3:2 waren wir aber zurück und vollends im Spiel, auch wenn wir das Spiel bereits in der regulären Spielzeit hätten entscheiden können", sagte EC-Coach Petri Kujala. Drei Niederlagen in Folge und fünf in den sechs Spielen zuvor hatten die Hessen hinnehmen müssen und fanden sich plötzlich auf Rang elf wieder. Auch Krankheiten und Verletzungen spielten dabei eine Rolle. Zwar kehrten einige Spieler in Garmisch wieder zurück, im gleichen Zuge meldeten sich Drew Paris und Maximilian Spöttel wegen Grippe ab. Bei den Lausitzer Füchsen lief es zuletzt auch alles andere als optimal. Die Mannschaft von Trainer Dirk Rohrbach musste drei Niederlagen in den vergangenen vier Spielen hinnehmen, zudem wiegt der Ausfall von Teamtopscorer Jonas Johannsson bis Ende Januar schwer. Außerdem stehen neben Lukas Pozivil und Stefan Reiter auch Goalie Jonathan Boutin (Blockade im Nackenbereich) und Maxime Legault (Sperre) nicht zur Verfügung.
Bisher:
28.09.2014: Füchse – Bad Nauheim 3:2
28.11.2014: Bad Nauheim – Füchse 2:5
Starbulls Rosenheim – Ravensburg Towerstars (17.00)
„Red Hot“ sind die Teams in Nordamerika, die einen Lauf haben. Auf die Starbulls Rosenheim trifft dies derzeit zu. Das 5:3 bei Spitzenreiter Bietigheim Steelers war für die Mannschaft von Trainer Franz Steer der vorläufige Höhepunkt des jüngsten Aufwärtstrends. 40 Minuten lief alles bei den Starbulls. Goalie Timo Herden war herausragend, die Defensive, die Offensive und die Special Teams funktionierten. Der 5:0-Vorsprung reichte am Ende, um die berüchtigte Schlussoffensive der Steelers zu überstehen. Mit nun fünf Siegen in Folge und sechs auf den vergangenen sieben Spielen haben sich die Starbulls im Kampf um die direkte Playoff-Qualifikation wieder zurückgemeldet. Noch zwei Punkte vor den Rosenheimern liegen die Towerstars – trotz eines fast schon grotesken Saisonverlaufs. Die Mannschaft von Daniel Naud ließ dem 1:8 in Bremerhaven am Freitag ein 8:4 gegen Dresden folgen. Die Eissporthalle in Ravensburg ist eine Festung, 16 von 19 Spielen wurden hier gewonnen. Auswärts sieht das anders aus: Gerade vier von 17 Spielen gewann Ravensburg. Zuletzt gab es vier Niederlagen in Folge mit einem Torverhältnis von 8:24.
Bisher:
19.09.2014: Ravensburg – Rosenheim 3:2
23.11.2014: Rosenheim – Ravensburg 7:3
Kassel Huskies – Heilbronner Falken (17.00)
In den vier Spielen im neuen Jahr gab es für die Huskies stets Punkte. Nur beim 0:1 nach Penaltyschießen gegen den SC Riessersee gewann die Mannschaft von Trainer Rico Rossi nicht. Somit konnte der zweite Platz mit der erfolgreichen Aufholjagd zum 6:5 in Crimmitschau gefestigt und der Rückstand zu Bietigheim auf 16 Punkte reduziert werden. Viel wichtiger für die Nordhessen war allerdings, dass man bei der Anfangsoffensive der Eispiraten am Freitag nicht mehr zuließ als die Tore von Eric Gollenbeck und Dominic Walsh innerhalb von 30 Sekunden. Dass die Wende noch im ersten Drittel gelang, war ebenso wichtig für den Aufsteiger wie die direkte Reaktion auf das 4:4 durch Manuel Klinges Tor. Gegen Heilbronn gab es bislang zwei sichere Siege und nur ein Gegentor. Aber die Falken zeigten sich vor allem in den letzten zwei Spielen gegen die bayrischen Traditionsclubs Riessersee (2:0) und Landshut stark verbessert – wenngleich die späten Gegentore gegen den EVL am Freitag zum 1:2 schon schmerzten.
Bisher:
02.10.2014: Heilbronn – Kassel 0:5
23.11.2014: Kassel – Heilbronn 4:1
Dresdner Eislöwen – ESV Kaufbeuren (17.00)
Viel zu feiern hatten die Eislöwen Dresden rund um den Jahreswechsel noch nicht. Der Abgang von Topscorer Kris Sparre tat zweifelsohne weh. Aber auch der eine oder andere Ausfall in einer intensiven Saison hatte Folgen für die Eislöwen. Trainer Thomas Popiesch stellte nach dem 4:8 in Ravensburg daher auch die positiven Aspekte heraus. „Auch wenn das Ergebnis eine scheinbar deutliche Sprache spricht, hat unsere Mannschaft ein gutes Auswärtsspiel gezeigt. Wir haben zu hoch verloren. Wir waren über weite Strecken dran, hatten aber auch einen starken Gegner, der seine Chancen konsequent genutzt hat. Besonders gegen Ende des zweiten Abschnitts sowie zum Beginn des letzten Drittels haben wir Druck gemacht, dann auch das vierte Tor erzielt. Die sofortigen Gegentore haben uns dann aber aus dem Rhythmus gebracht", sagte Popiesch. Unter dem Strich gab es in den vergangenen acht Spielen nur zwei Siege für Dresden. Nicht von ungefähr rutschte das Team auf den zehnten Rang ab. Ganz bitter verliefen die letzten Wochen beim Tabellenletzten aus Kaufbeuren. Das 1:10 gegen Aufsteiger Frankfurt war die zehnte Niederlage in Folge für die Mannschaft von Trainer Kari Rauhanen, der sich für die Leistung seines Teams entschuldigte. In den letzten beiden Heimspielen gab es 18 Gegentore. Gegenwärtig baut man in Kaufbeuren das Team personell um. Unter der Woche trennte man sich von Matt Waddell und Brad Snetsinger.
Bisher:
12.09.2014: Kaufbeuren – Dresden 4:2
23.11.2014: Dresden – Kaufbeuren 5:0
EV Landshut – SC Riessersee (17.00)
Das Derby beendet die schweren vergangenen Wochen für die bayrischen Traditionsclubs. Der EVL kam im Schlussspurt zu einem 2:1 bei den Heilbronner Falken und sammelte drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs ein. In den zehn Spielen rund um Weihnachten und Neujahr kam der EVL immerhin auf sechs Siege. Aber die Konkurrenz liegt eng beieinander. Drei Punkte mehr auf dem Konto haben die Garmischer. Die allerdings fahren seit Wochen auf der letzten Rille. Der Kräfteverschleiß durch die Verletztenmisere machte sich besonders bei den Niederlagen in Heilbronn (0:2) und am Freitag gegen Bad Nauheim (3:4 OT) bemerkbar. Was die Mannschaft gegen Bad Nauheim abgelieferte, nannte Trainer Toni Krinner „unmenschlich“. Gerade mal 14 Spieler hatten nach der Matchstrafe gegen Andreas Pauli den Kampf aufgenommen und trotz einer 3:1-Führung in der Verlängerung verloren. „Wenn man den Spielberichtsbogen auf Seiten der Nauheimer ansieht und mit unserem vergleicht, muss ich ganz klar sagen, dass wir hier trotz der Führung einen Punkt geholt haben“, sagte Krinner, der das Ende des Spiele-Marathons am Sonntag herbeisehnt. „Hier wird die Mannschaft, beziehungsweise das, was davon übrig ist, nochmal alles geben. Vielleicht setzt ein Derby ja nochmal Kräfte frei.“
Bisher:
17.10.2014: Landshut – Riessersee 3:1
16.11.2014: Riessersee – Landshut 2:1
Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers (18.30)
Bessere Werbung kann man für ein Schlagerspiel nicht betreiben. Die Löwen Frankfurt schossen sich nach zuvor zwei Niederlagen in Folge mit dem 10:1 beim ESV Kaufbeuren den Frust von der Seele. Nach der Rückkehr auf den dritten Tabellenplatz trifft die Mannschaft von Trainer Tim Kehler nun auf Spitzenreiter Bietigheim. Gegen die Steelers war man in dieser Saison immer nah dran, hatte aber zweimal mit 2:3 den Kürzeren gezogen. Man darf beim Zuschauerkrösus Frankfurt eine stimmungsvolle Atmosphäre erwarten. Der Tabellenführer machte am Freitag eine neue Erfahrung. Nach zwei Dritteln lag die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet, die zuvor vier Siege in Folge gefeiert hatte, klar mit 0:5 gegen Rosenheim zurück. Das konnten selbst die Spezialisten für Schlussoffensiven trotz eines tollen letzten Drittels nicht mehr wettmachen. Von den Zuschauern gab es großen Applaus - ein Dankeschön für die bisherigen Saisonleistungen.
Bisher:
24.10.2014: Bietigheim – Frankfurt 3:2 OT
14.12.2014: Bietigheim – Frankfurt 3:2
Der 37. Spieltag (Sonntag, 11. Januar 2015)
EC Bad Nauheim – Lausitzer Füchse (16.00 Uhr)
Starbulls Rosenheim – Ravensburg Towerstars (17.00)
Kassel Huskies – Heilbronner Falken (17.00)
Dresdner Eislöwen – ESV Kaufbeuren (17.00)
EV Landshut – SC Riessersee (17.00)
Löwen Frankfurt – Bietigheim Steelers (18.30)
Fischtown Pinguins – Eispiraten Crimmitschau (21. Januar 2015/20.00)