Die DEL2 schnauft ein wenig durch
Bremerhavens Trainer Doucet stolz, aber: „Dies ist nur eine Momentaufnahme“. Bietigheim ist dem Spitzenreiter auf den Fersen. Frankfurts Kehler: „Jungs haben sich Pause verdient“
Der erste Abschnitt einer langen Saison in der DEL2 ist absolviert. Die Länderspielpause gibt den Clubs vor allem die Gelegenheit, den angeschlagenen Spielern ein wenig mehr Zeit zur Regeneration zu geben. Und nach 16 Spieltagen wird auch Bilanz gezogen. Das Tabellenbild spiegelt die Prognosen wider. Vizemeister Bremerhaven liegt knapp vor Meister Bietigheim sowie den Mitfavoriten Frankfurt und Dresden.
"Persönlich glaube ich, dass wir bisher eine ganz ansprechende Saison gespielt haben. Wir haben nicht in allen Spielen geglänzt, aber das ist doch auch normal“, sagte Ben Doucet, der zu Saisonbeginn die Nachfolge von Mike Stewart als Trainer der Fischtown Pinguins angetreten hatte. In zwölf der 16 Spiele gingen die Seestädter als Sieger vom Eis. Begonnen hatte es mit einem 3:2-Sieg am 11. September beim ersten Wiedersehen in Bietigheim seit der Finalserie im April. Schon am ersten Spieltag hatte Doucet einige der wichtigen Spieler nicht zur Verfügung, wie auch in den folgenden Wochen. Doch der Kader, der mit Spielern wie David Stieler, David Zucker, Cody Lampl oder Goalie Gerald Kuhn aufgefrischt wurde, konnte das auffangen.
„Wir spielen schnelles, offensives und ehrliches Eishockey- ich hoffe dass dies auch den Fans gefällt. Nach dem ersten Saisonabschnitt kann ich nur sagen, dass ich auf die Mannschaft sehr stolz bin“, sagte Doucet berechtigterweise, warnte aber: „Dies ist nur eine Momentaufnahme auf einem langen Weg durch eine harte und steinige Saison." Auch Teammanager Alfred Prey mahnte Demut an. „Wir haben eine tolle Mannschaft mit wirklich tollen Charakteren, das unbestritten beste Publikum der Liga und noch viel Potential nach oben. Dennoch sollten wir gewohnt bescheiden bleiben und jeden Tag daran arbeiten um noch besser zu werden. Eishockey in Bremerhaven war bisher immer ein Erlebnis und das soll es auch in Zukunft bleiben." Die Fans auf jeden Fall nehmen es dankend an. Mit durchschnittlich 3.882 Zuschauern sind die Pinguins auch in dieser Kategorie Liga-Spitze.
Dass die Bietigheim Steelers zwei Punkte hinter dem Final-Rivalen der vergangenen zwei Jahre liegen, ist kaum verwunderlich. Das Comeback des Titelverteidigers nach einem der schwärzesten Tage in der jüngeren Vergangenheit aber umso bemerkenswerter. Am 8. Spieltag gipfelte eine Serie von drei Niederlagen in einem 3:7 bei Aufsteiger EHC Freiburg. Trainer Kevin Gaudet sinnierte auf der Pressekonferenz darüber, dass er sich an ein derartiges Erlebnis nicht erinnern könne. Auch sei neu für ihn gewesen, mit einer nahezu unveränderten Mannschaft in eine Saison zu gehen. Aber seine Cracks hatten den Biss noch nicht verloren. Mit einer Serie von acht Siegen kletterten die Steelers vom siebten Rang zurück auf den zweiten Platz. „Ich bin stolz darauf, dass die Mannschaft trotz der zahlreichen Ausfälle eine Serie von acht Siegen in Folge schaffte“, sagte Gaudet am Sonntag nach dem 3:0 in der Revanche gegen Freiburg. Da fehlten unter anderem Markus Gleich, David Wrigley und Marcel Kahle.
Die Löwen Frankfurt und die Dresdner Eislöwen mischten im ersten Viertel ebenfalls kräftig mit und liegen direkt hinter dem Spitzenduo. Das war nicht anders erwartet worden. DEL-Halbfinalist Frankfurt hatte im Sommer den ohnehin schon starken Kader noch einmal aufgepeppt – und Kris Sparre hat bislang noch kein Spiel absolviert. Die Hessen setzten sich schnell an die Tabellenspitze – bis eine Flaute im Offensivbereich einsetzte. In vier Spielen ohne Sieg gelangen den Löwen nur vier Tore. Aber der Überraschungsaufsteiger der vergangenen Saison bekam die Kurve und brachte sich mit vier Siegen in Folge bis zur Länderspielpause wieder in Schlagdistanz. Der Abschluss am Sonntag war ein Spektakel beim 4:3 gegen die zuletzt starken Ravensburg Towerstars. „Wir haben das Spiel gegen einen starken Gegner herumgebogen. Jetzt haben sich die Jungs die Pause redlich verdient.“
Das gilt auch für die Eislöwen, die nach nennenswerten Transfers wie denen des Sturmduos Harrison Reed/Max Campbell den hohen Erwartungen bislang durchaus gerecht wurden. Max Campbell machte am Sonntag an seiner alten Wirkungsstätte mit zwei Toren beim 3:2 in Bad Nauheim den Unterschied aus.