Die Giganten kommen
Die Belfast Giants sind beim Continental Cup der letzte Gegner der Fischtown Pinguins am kommenden Sonntag – und auch der schwerste Brocken. Der dreimalige britische Meister gilt als Topfavorit auf den Turniersieg.
Das internationale Turniere immer ihren eigenen Flair mit sich führen ist bekannt und der besondere Reiz solcher Veranstaltungen. Besonders spannend wird es aber dann, wenn mit den Belfast Giants ein Topteam das Teilnehmerfeld bereichert. Seit Jahren rocken die Nordiren das populäre englische Eishockey und seit Gründung im Jahre 2000 sind die Belfaster eines der Markenzeichen der schnellsten Mannschaftssportart auf der grünen Insel. Entsprechend groß ist dann auch der Fanzuspruch in der stets gut gefüllten, 9500 Zuschauer fassenden Odyssey Arena, einem wahren Schmuckstück, nahe der Dockyards in Belfast.
Was aber macht diesen Club so einzigartig? Ein Club, der in seinem Kader die Erfahrung von zehn nordamerikanischen Spielern nutzt und der auch sonst eine Vereinspolitik betreibt, die auf einzigartig sein dürfte. Einzigartig vor allen Dingen deswegen, weil bei den Belfast Giants jede Art von Sektierertum strikt verboten ist.
War und ist die unterschiedliche Auffassung über Religion in Nordirland schon immer ein Thema, die Giants haben damit gebrochen. Mit Gründung wurde strikt darauf geachtet, dass der Verein sich nicht auf einen bestimmten Glauben oder Gemeinschaft festlegt. Ziel der Giants war es von der ersten Stunde an, Belfast als Ganzes zu repräsentieren. Um dies zu gewährleisten, wurde eine Reihe von Maßnahmen eingeführt, die dieses Vorhaben sichern sollten. So wurden Kleidungsstücke, die Hinweise auf eine politische oder religiöse Zugehörigkeit suggerieren könnten, strikt verboten.
Verboten, was auf der Insel einzigartig sein dürfte, ist auch das Abspielen der Nationalhymne des Vereinten Königreiches vor Beginn der Spiele. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass sich die Belfast Giants über ein buntes Publikum aus dem ganzen Stadtgebiet Belfasts freuen dürfen, das als eine der besten Fangemeinden Nordirlands gelten dürfte. Fans, die bekannt geworden sind durch ihre bedingungslose Unterstützung des Teams, aber auch durch ihre Feierlaune. Nicht zuletzt deshalb freuen sich auch die Fans aus der Seestadt auf das Zusammentreffen mit den etwas anderen Supportern von der Insel.
Sportlich können die Nordiren aus dem Vollen schöpfen. Ein Blick auf den Kader der Mannschaft von Trainer Steve Thornton beweist, dass die Gäste aus dem Königreich nicht umsonst als der Topfavorit für das in Bremerhaven ausgetragene Zweitrundenduell gelten. Setzt man auf den Positionen der Torhüter noch auf Personal aus Großbritannien, stehen in der Defensive namhafte und auch in Deutschland bestens bekannte Spieler. Ob Robby Sandrock ( Wolfsburg, Schwenningen) Cody Brookwell (Gwinnet) oder Calvin Elfring (neun Jahre Straubing Tigers), sie alle sind Topspieler, die jeder Club gerne in seinen Reihen wissen möchte. Auch in der Offensive dominiert die „nordamerikanische Schiene". Thornton, der strikt an einem seit Jahren praktizierten „Drei Reihen System" festhält, schenkt auch hier Spielern aus Nordamerika sein Vertrauen. Namen wie Adam Keefe, Mike Kompon, Darryl Lloyd oder Kevin Saurette garantieren Angriffshockey auf hohem Niveau.
Für den diesjährigen Continental Cup hat sich der dreimalige britische Meister so einiges vorgenommen. Geht es nach dem Wunsch der Nordiren, dann können bereits die Flugtickets für das Endturnier gebucht werden. Alles andere als ein Sieg in Bremerhaven wäre eine große Überraschung. Pinguins Trainer Mike Stewart bringt es auf den Punkt: "Die Belfast Giants sind mit Sicherheit eine bärenstarke Mannschaft, und es freut mich, wenn das Team siegessicher nach Bremerhaven anreist. Aber in diesem Fall halte ich es mit einem deutschen Sprichwort das sagt: Die Überraschungen des Lebens haben schon so manchen Reiter aus dem Sattel gehoben."