Drei Sweeps: Bietigheim, Bremerhaven und Frankfurt im Halbfinale
Steelers machen in Dresden 0:3 im Schlussdrittel wett und siegen in Overtime / Bremerhaven 4:3 in Rosenheim nach 1:3 / Frankfurt 5:2 in Ravensburg
Die Bietigheim Steelers, Fischtown Pinguins und Löwen Frankfurt sind auf dem schnellsten Weg ins Playoff-Halbfinale der DEL2 gestürmt. Besonders spektakulär machten es dabei am Freitagabend der Hauptrundenmeister und der Titelverteidiger. Bietigheim machte im Schlussdrittel einen 0:3-Rückstand in Dresden wett und gewann mit 4:3 nach Verlängerung zum 4:0 in der Serie. Bremerhaven lag bei den Starbulls Rosenheim bereits 1:3 zurück und feierte mit dem 4:3 den vierten Sieg. Auch der Aufsteiger aus Frankfurt musste zweimal einem Rückstand hinterherlaufen, holte sich in der Festung Ravensburg aber den vierten Erfolg durch ein 5:2.
Dresdner Eislöwen - Bietigheim Steelers 3:4 (1:0, 2:0, 0:3, 0:1) OT - Serie: 0:4
Im vierten Spiel lief in den ersten 40 Minuten alles in die Richtung der Dresdner Eislöwen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch nutzte gegen Bietigheim in Spiel 4 ihre Möglichkeiten Konsequent und hatte vor allem in Goalie Kevin Nastiuk einen starken Rückhalt. Nastiuk parierte beim Stande von 2:0 einen Penaltyshot von David Wrigley. Die optimistische Haltung von Coach Popiesch hatten sich die Spieler nach dem enttäuschenden 0:5 am vergangenen Dienstag zu Herzen genommen und nicht die Waffen gestreckt. Vor allem die Special Teams waren zur Stelle. Die Steelers auf der anderen Seite ließen in den ersten zwei Dritteln ihre Effektivität vermissen. Der Hauptrundenmeister machte zwar phasenweise mächtig Druck. Aber die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet kam gegen leidenschaftliche Dresdner nicht wie gewohnt zum Erfolg. Das änderte sich schlagartig mit Beginn des Schlussabschnitts. Archie Skalbeck, der für den gesperrten Chris St. Jacques ins Team rückte, gab das Signal zur Aufholjagd. In einer dramatischen Schlussphase gelang mit dem sechsten Feldspieler dann der Ausgleich durch Marcus Sommerfeld. Schließlich gewannen die Bietigheimer dann auch das dritte Overtime-Spiel in dieser Serie nach den 2:1-Erfolgen in Spiel 1 und 2. Insgesamt setzte sich die Klasse der Steelers durch.
Tore: 1:0 Shawn Weller (17:15/SH1), 2:0 Marius Garten (21:45/PP2), 3:0 Arturs Kruminsch (38:30/PP1), 3:1 Archie Skalbeck (44:18/PP1), 3:2 Marcel Kahle (53:20), 3:3 Marcus Sommerfeld (59:16/EA), 3:4 Max Prommersberger (67:34)
Zuschauer: 2.835
Starbulls Rosenheim - Fischtown Pinguins 3:4 (2:1, 1:1, 0:2) - Serie: 0:4
Die Starbulls-Fans standen wie ein Mann hinter Ihrer Mannschaft. „Jetzt erst recht“, hieß es auf einem riesigen Spruchband. Nach drei 2:3-Niederlagen nach Verlängerung gegen den Meister ging es für die Mannschaft von Trainer Franz Steer um alles. Das 0:1 durch den überragenden Brendan Cook wirkte dann wie ein Weckruf für die Gastgeber, die endlich ihr Herz in die Hand nahmen. Die Zuschauer bekamen in der Folge im Kathrein-Stadion Playoff-Eishockey vom Feinsten geboten. Beide Teams konnten jeweils Penaltyshots nicht nutzen. Die Gastgeber trafen dafür aber zweimal bei 5 gegen 3 Überzahl. Doch Bremerhaven blies zur großen Aufholjagd. Cook machte seine Powerplaytore zwei und drei in diesem Spiel und raubte damit den Gastgebern die Nerven. Marc Kohl nutzte dies zur Führung. Aber die Starbulls warfen in den Schlussminuten nochmals alles nach vorne – vergeblich. Unter dem Strich waren die Fischtown Pinguins in jedem Spiel um Nuancen zwingender als die Bayern und stehen damit verdient wieder im Playoff-Halbfinale.
Tore: 0:1 Brendan Cook (7:36/PP1), 1:1 Michael Rohner (11:48), 2:1 Mario Valery-Trabucco (15:27/PP2), 3:1 Stephen Schultz (37:54/PP2), 3:2 Brendan Cook (39:51/PP1), 3:3 Brendan Cook (46:49/PP1), 3:4 Marc Kohl (53:45)
Zuschauer: 2.607
EV Landshut - Kassel Huskies 3:2 (1:1, 1:0, 0:1, 1:0) OT- Serie: 3:1
Eine tolle Kulisse von über 5.000 Zuschauern im Stadion am Gutenbergweg sah eine packende und vor allem dramatische Auseinandersetzung. Zweimal lagen die Gastgeber in Front. Doch die Huskies hatten nach dem 6:3 am vergangenen Dienstag und dem ersten Sieg in der Serie frischen Wind bekommen. Der zweite Treffer wollte allerdings zunächst nicht fallen. 40 Sekunden vor dem Ende aber nutzte Hauptrunden-Topscorer Mike Collins die goldene Gelegenheit und verwandelte einen Penaltyshot, der die Nordhessen in die Verlängerung rettete. Dort aber kam die Huskies die Strafzeit von Matthias Müller teuer zu stehen. Paul-John Fenton nutzte diese zum Siegtor für den Vorrundensechsten, der am Sonntag nun alles klar machen und ins Playoff-Halbfinale einziehen kann. Landshuts Geschäftsführer Christian Donbeck sagte nach der Niederlage in Kassel, dass man am Plan festhalten und einfach weitermachen werde.
Tore: 1:0 Cody Thornton (13:56), 1:1 Conor Morrison (14:08), 2:1 Andreas Geipel (23:36), 2:2 Mike Collins (59:20/PS), 3:2 Paul-John Fenton (64:06/PP1)
Zuschauer: 5.211
Ravensburg Towerstars - Löwen Frankfurt 2:5 (2:2, 0:1, 0:2) - Serie: 0:4
Die Löwen Frankfurt ließen sich nicht von ihrem Weg abbringen. Zweimal lagen die Hessen in Spiel 4 durch die Ravensburger Tore von Brian Roloff zurück, zweimal schlugen sie eiskalt zurück. Das Tor von Nick Mazzolini zur erstmaligen Führung 23 Sekunden vor der zweiten Pause war dann das Signal. Die Mannschaft von Tim Kehler verstand es im Schlussdrittel meisterhaft, diese Führung zu behaupten. Und David Elsner vom Kooperationspartner THOMAS SABO Ice Tigers erwies sich mit seinem Treffer zum 4:2 einmal mehr als absoluter Gewinn. Damit war für die Ravensburger wie im Vorjahr im Playoff-Viertelfinale Endstation. Die Enttäuschung für Trainer Daniel Naud und seine Spieler war entsprechend groß. Man hatte Momente, vor allem in den Auswärtsspielen in Frankfurt. Dort ging der Hauptrunden-Fünfte jeweils in Führung, konnte diese aber nicht halten. Dazu kam die Tatsache, dass das Team die unglaubliche Heimstärke aus der Hauptrunde nicht in die Playoffs transportieren konnte. Da hatte man 21 der 26 Spiele in der Eissporthalle gewonnen. Frankfurt hat seine Extraklasse untermauert und darf nun zu den Titelkandidaten gezählt werden.
Tore: 1:0 Brian Roloff (4:26), 1:1 Landon Gare (8:35), 2:1 Brian Roloff (14:28/PP1), 2:2 Dennis Reimer (16:13), 2:3 Nick Mazzolini (39:37), 2:4 David Elsner (55:04), 2:5 Clarke Breitkreuz (57:46/EN)
Zuschauer: 2.906