Dresden weiter „angriffslustig“ trotz des Knockouts mit dem Gongschlag
Sachsen verlieren mit der Schlusssirene 1:2 nach Verlängerung gegen Bietigheim / Popiesch: „Müssen es nehmen, wie es kommt“
Nicht wenige Zuschauer in der EnergieVerbund Arena waren bereits auf dem Weg zu einer weiteren Stärkung für die zweite Verlängerung zwischen den Dresdner Eislöwen und den Bietigheim Steelers. Als die Sirene am Sonntagabend ertönte, brach aber nicht die Pause an. Das Spiel war beendet, weil Bietigheims Mark Heatley mit dem letzten Schuss zum 2:1-Sieg für den Hauptrunden-Champion traf und damit für eine 2:0-Führung in der Playoff-Viertelfinal-Serie sorgte. „Wenn es um das entscheidende Tor geht, benötigt man keinen Videobeweis, denn die Sirene war bereits deutlich zu hören“, sagte Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch.
Die zweite Overtime-Niederlage erschien für den Vorrunden-Zehnten nach einer couragierten Leistung noch bitterer als das 1:2 nach Verlängerung in der Auftakt-Begegnung am vergangenen Freitag in Bietigheim. Da hatte Dresden sogar geführt. Aber lange hielt sich Thomas Popiesch mit dem erneuten bitteren Ende nicht auf. „Wir müssen es nehmen, wie es kommt. Und sicher wird es für irgendetwas gut sein. Wir werden auf jeden Fall angriffslustig nach Bietigheim fahren“, kündigte der Coach an. Auch am Sonntag boten die Eislöwen dem Vizemeister und Topfavoriten die Stirn und hielten die beste Offensive der Liga nach Kräften in Schach. „Wir haben sehr gut gearbeitet und gekämpft. Wenn man die Offensiv-Qualitäten von Bietigheim kennt, ist klar, dass man mit Hurra-Eishockey nicht weit kommt. Wir wollten defensiv gut stehen und kontinuierlich Nadelstiche setzen. Leider konnten wir unsere Chancen – wie beispielsweise eine 5:3-Überzahl – nicht nutzen. Am Ende war es ein harter Fight beider Teams“, sagte Popiesch. Anerkennung gab es von seinem Kollegen Kevin Gaudet. „Dresden kam mit der Zeit besser ins Spiel und im letzten Drittel haben wir echtes Playoff-Hockey gesehen. Beide Goalies waren sehr gut aufgelegt. Am Ende waren wir die glücklichere Mannschaft“, sagte der Coach des überragenden Teams in dieser Saison. Nimmt man die Hauptrunde dazu, gewann Bietigheim nun alle sechs Spiele gegen die Eislöwen. Die letzten drei Auseinandersetzungen waren allerdings sehr eng.
Der Druck auf Dresden ist allerdings groß. Am Dienstag sollte ein Sieg in Bietigheim her, um in der Serie anzukommen. Ebenfalls an zwei Overtime-Niederlagen zu kauen haben die Starbulls Rosenheim, die am Sonntag im Kathrein-Stadion wie schon zum Auftakt 2:3 gegen Meister Fischtown Pinguins verloren. „Die Jungs haben bravourös gekämpft und alles getan. Das Einzige, was ich ihnen vorwerfen kann, ist, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben“, sagte Starbulls-Coach Franz Steer. Sehr schmerzhaft begann der Abend für Tim Kunes, der beim Warmmachen einen Puck ins Gesicht bekam und sich behandeln lassen musste. Über seinen Treffer zum 1:1 konnte er sich nicht wirklich freuen. Ernüchternd verlief das Viertelfinale bislang ebenfalls für den Hauptrunden-Dritten Kassel Huskies und die Ravensburg Towerstars. Kassel liegt nach dem 1:4 in Landshut ebenso mit 0:2 hinten wie Ravensburg. Die Mannschaft von Trainer Daniel Naud, bestes Heimteam der Hauptrunde, verlor in der heimischen Eissporthalle mit 2:7 gegen die Löwen Frankfurt.
Während sich im Playoff-Viertelfinale kurze Serien andeuten, geht es in den Playdowns auf jeden Fall über fünf Spiele. Denn die schlechtesten Teams der Hauptrunde glichen zum 1:1 nach Siegen aus. Der Tabellenletzte ESV Kaufbeuren zeigte eine tolle Leistung beim 6:3 gegen den EC Bad Nauheim und hat nach zahlreichen personellen Veränderungen im Januar offenbar die richtige Mischung für die entscheidende Saisonphase gefunden. Gleiches gilt für die Heilbronner Falken, die sich 6:2 gegen die Eispiraten Crimmitschau durchsetzten.