Dresden will nach Paukenschlag in Crimmitschau weiter klettern
Team der Stunde trifft auf Ravensburg / Bad Nauheim schielt auf Platz zwei / Rosenheim will trotz Verletzungspech in Frankfurt punkten / Spitzenreiter Bietigheim in der Lausitz
Vier Tore in 172 Sekunden – die Spieler der Dresdner Eislöwen brauchten wahrscheinlich ein paar Stunden, um das Adrenalin nach dem 7:6 im Sachsenderby in Crimmitschau (Foto) aus dem Blut zu bekommen. Das Team der Stunde in der DEL2 will am Sonntag nun den Schwung in das Heimspiel gegen Ravensburg nehmen. Am Sonntag steht für die Eispiraten das schwere Auswärtsspiel in Kassel an. Einen Rückschlag zu verkraften hatten die Starbulls Rosenheim nicht nur mit dem 2:7 gegen die Huskies. Verteidiger Max Renner wird bis zum Saisonende ausfallen. Bislang keinerlei Probleme hatte in dieser Saison Vizemeister Bietigheim Steelers. Der Spitzenreiter ist auch bei Meisterbezwinger Lausitzer Füchse Favorit.
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers (17.00 Uhr)
Die Füchse nahmen in vier der letzten fünf Spielzeiten an den Playoffs teil. Diese Qualitäten bringt die Mannschaft von Trainer Dirk Rohrbach nicht immer, aber immer häufiger in dieser Saison aufs Eis. Erst am vergangenen Mittwoch gaben die Füchse im vorgezogenen Duell des 11. Spieltags gegen Meister Fischtown Pinguins mit dem 5:3 davon eine Kostprobe. Gegen Vizemeister Bietigheim soll der nächste Streich folgen. Verzichten muss Rohrbach dabei aber weiter auf Stürmer Maxime Legault, der gegen Bremerhaven von einem Puck am Handgelenk getroffen wurde. Die Steelers wurden bislang von größeren Ausfällen verschont, weshalb das „Harmonische Gebilde“ (Zitat Geschäftsführer Volker Schoch) derzeit auch einsam an der Spitze thront – Mit sieben Punkten Abstand auf den Zweiten Rosenheim.
Vergangene Saison:
29.09.2013: Bietigheim – Füchse 5:1
05.11.2013: Füchse – Bietigheim 2:3
29.11.2014: Bietigheim – Füchse 3:4
05.01.2014: Füchse – Bietigheim 3:4 SO
Heilbronner Falken – EV Landshut (18.30)
Die Falken waren in Bad Nauheim auf dem besten Weg zum vierten Sieg in Folge. Doch dann spuckte der Mannschaft von Trainer Igor Pavlov Bad Nauheims Vitalij Aab mit zwei Torvorlagen und einem Treffer in die Suppe. Die Aufgabe gegen den EV Landshut wird nicht gerade einfach. Der Altmeister setzte sich im bayrischen Derby gegen den SC Riessersee mit 3:1 durch und setzt sich nach schlechtem Saisonstart allmählich in der Spitzengruppe der Liga fest. Zudem gewann der EVL alle vier Spiele der vergangenen Hauptrunde gegen Heilbronn. Die guten Erinnerungen der Falken an Landshut sind aber etwas frischer, sie setzten sich in beiden Zwischenrunden-Duellen mit dem EVL durch.
Vergangene Saison:
13.09.2013: Heilbronn – Landshut 3:4
22.10.2013: Landshut – Heilbronn 7:2
29.11.2013: Heilbronn – Landshut 0:5
03.01.2014: Landshut – Heilbronn 7:3
Löwen Frankfurt – Starbulls Rosenheim (18.30)
Eine schlechte Nachricht kommt selten allein. Nach dem 2:7 gegen Kassel am Freitagabend wurde bekannt, dass für Starbulls-Verteidiger Max Renner die Saison wegen eines Kreuzbandrisses gelaufen ist. Gegen die Huskies fehlten zudem Fabian Zick, Andrej Strakhov und Marcus Götz, für den Patrick Ehelechner spielte erneut Timo Herden im Tor. Für den kam es dann recht dick. „Individuelle Fehler haben zu den Gegentoren geführt. Bei so einem Ergebnis kann man natürlich den Eindruck gewinnen, dass die Spieler nicht gewollt haben. Das war aber nicht der Fall. Wir haben einen Tag erwischt, an dem einfach nicht mehr drin war“, sagte Rosenheims Coach Franz Steer. Rosenheim trifft nun in Frankfurt auf einen Aufsteiger mit Rückenwind. „Ich bin stolz auf mein Team. Wir haben wieder aus einer starken Abwehr heraus agiert und uns durch einen tollen Endspurt mit drei Punkten für unsere Leistung belohnt“, sagte Trainer Tim Kehler nach 5:2 bei den Ravensburg Towerstars, die die erste Heimniederlage der Saison hinnehmen mussten.
Vergangene Saison:
Fehlanzeige
SC Riessersee – EC Bad Nauheim (18.30)
Das Glück steht zurzeit nicht auf der Seite des SC Riessersee. „Wir spielen überragend, sind die spielerisch, läuferisch bessere Mannschaft - aber: Wir schießen keine Tore“, sagte Geschäftsführer Ralph Bader. Drei knappe Niederlagen in Folge – das 1:3 beim EV Landshut am Freitag eingeschlossen - mussten die Garmischer zuletzt hinnehmen und rutschten von Rang zwei auf neun ab. „Die Stärke der Mannschaft ist aber, dass sie alles wegsteckt und weiß, dass es auch wieder anders kommt“, sagte Bader. Vielleicht schon am Sonntag vor heimischer Kulisse gegen den Tabellendritten Bad Nauheim, der ein starkes Comeback beim 4:2 gegen Heilbronn hatte. "Geduld und Disziplin - das waren die ausschlaggebenden Eigenschaften meines Teams gegen Heilbronn. Wir haben auch nach dem 0:2 nicht den Kopf verloren, sondern haben weiter konsequent nach vorne gespielt“, sagte Bad Nauheims Trainer Petri Kujala. Und Geschäftsführer Andreas Ortwein meinte mit Blick auf das Spiel beim SC Riessersee: "Jetzt können wir in Garmisch beweisen, ob wir den dritten Tabellenplatz verdient haben." Doch auswärts lief es bislang nicht so prall, mit nur einem Sieg in vier Spielen – und gegen Riessersee verlor man in der vergangenen Saison alle vier Spiele.
Vergangene Saison:
06.10.2013: Bad Nauheim – Riessersee 4:5 SO
27.10.2013: Riessersee – Bad Nauheim 4:1
15.12.2013: Bad Nauheim – Riessersee 1:6
03.01.2014: Riessersee – Bad Nauheim 3:1
Kassel Huskies – Eispiraten Crimmitschau (18.30)
Euphorie ist in Kassel nicht angebracht. Trainer Rico Rossi ging recht trocken mit dem fulminanten 7:2 in Rosenheim, der Tabellenplatz vier bedeutete, um. „Solche Spiele gibt es nur selten. Ich denke, dass wir gar nichts Besonderes gemacht haben. Das Spiel lief nur von der ersten bis zur letzten Minute genau so, wie wir es uns vorgestellt haben. Ich freue mich über den Sieg, den es jetzt aber schnell abzuhaken gilt. Unsere Konzentration liegt jetzt voll auf Sonntag“, sagte er. Gegner ist der Tabellenletzte Eispiraten Crimmitschau. Die Mannschaft von Coach Chris Lee hatte in kürzester Zeit den Schock der 6:7-Heimniederlage gegen Dresden zu verdauen. 6:3 dreieinhalb Minuten vor dem Ende zu führen und dann in 172 Sekunden das Spiel noch zu verlieren, ist kein alltägliches Erlebnis.
Vergangene Saison:
Fehlanzeige
Dresdner Eislöwen – Ravensburg Towerstars (18.30)
Wahrscheinlich mussten sich die Eislöwen-Spieler am Samstagmorgen kneifen und fragen, ob sie tatsächlich das Sachsenderby in Crimmitschau noch um gebogen haben. Sie haben es – mit vier Toren in 172 Sekunden. „Solche Spiele gibt es nicht allzu oft. Ich kann meiner Mannschaft für die Leistung in den letzten Minuten nur großen Respekt entgegenbringen. Crimmitschau hat uns die Möglichkeit gegeben, wir konnten die Chancen am Ende nutzen. Dass unsere Jungs auf dem Eis aber an sich geglaubt haben, ist das Wichtigste“, sagte Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch. Dresden kletterte nach vier Siegen in Folge vom letzten auf den achten Rang. Der nächste Streich soll nun gegen die Ravensburg Towerstars folgen, gegen die aber weiterhin Travis Martell und Dominik Grafenthin fehlen werden. Die Towerstars rutschten durch die erste Heimniederlage beim 2:5 gegen Frankfurt vom dritten auf den sechsten Tabellenplatz ab. "Ravensburg ist für mich aktuell die Wundertüte der Liga. Der neue Trainer hat einige neue Elemente reingebracht, die es uns nicht so leicht machen Stärken und Schwächen zu beurteilen. In der Vergangenheit hat die Mannschaft in Dresden meistens gut ausgesehen, das wollen wir natürlich ändern“, sagte Popiesch, dessen Team in der vergangenen Saison alle sechs Spiele gegen Ravensburg (inklusive Zwischenrunde) verlor.
Vergangene Saison:
27.09.2013: Dresden – Ravensburg 3:4 SO
25.10.2013: Ravensburg – Dresden 4:3
20.12.2013: Dresden – Ravensburg 1:2
03.01.2014: Ravensburg – Dresden 5:1
Der 12. DEL2-Spieltag (19. Oktober 2014) im Überblick:
Lausitzer Füchse – Bietigheim Steelers (17.00 Uhr)
Heilbronner Falken – EV Landshut (18.30)
Löwen Frankfurt – Starbulls Rosenheim (18.30)
SC Riessersee – EC Bad Nauheim (18.30)
Kassel Huskies – Eispiraten Crimmitschau (18.30)
Dresdner Eislöwen – Ravensburg Towerstars (18.30)
ESV Kaufbeuren – Fischtown Pinguins (28. Oktober 2014/19.30)