Einsatz bringt die Eislöwen nach vorne
Dresden klettert vom Tabellenende auf Rang fünf / Ein Defekt bringt Aufsteiger Kassel eine Verschnaufpause und Sieg gegen Crimmitschau / „Schlaue“ Füchse besiegen Bietigheim
Sechs Niederlagen in den ersten sieben Spielen und Tabellenletzter – seitdem geht es für die Dresdner Eislöwen nur noch aufwärts. Mit fünf Siegen in Serie ist die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch zweifelsohne die Mannschaft der Stunde in der DEL2. Am vergangenen Wochenende bekamen die Fans von den Eislöwen vor allem zwei Eigenschaften zu sehen: Charakter und Willensstärke. Am Freitag lag das Team im Sachsenderby in Crimmitschau dreieinhalb Minuten vor dem Ende 3:6 hinten – und feierte mit vier Toren in 172 Sekunden ein wahnwitziges Comeback. Sonntag war es beim 3:2 gegen die Ravensburg Towerstars nicht ganz so spektakulär – aber Dresden erarbeitete sich gegen gute Gäste die drei Punkte.
„Was mich freut, ist die Art und Weise, mit welchem Einsatz wir die Partien aktuell für uns entscheiden“, sagte Thomas Popiesch. Sein Team arbeitete sich vom Tabellenende mittlerweile auf den fünften Platz vor. Das Kontrastprogramm dazu lieferte Gegner Ravensburg ab. Das Team von Trainer Daniel Naud, auch schon Tabellenführer in dieser Saison, rutschte nach der fünften Auswärtsniederlage in Folge auf Platz neun ab. Allerdings fehlten die Abwehrspielern Pat Baum und Raphael Kapzan sowie auch Stephan Vogt (Magen-Darminfekt) und der wegen eines Checks gegen Kopf und Nacken gesperrte Maury Edwards. „Wir hatten damit zu kämpfen, dass wir auf unsere gestandenen Verteidiger verzichten mussten und unsere jungen Kräfte gefordert waren. Rode im Tor hat uns im Spiel gehalten, dann haben wir Moral gezeigt und die Partie noch einmal offen gehalten. Für diesen Kampfgeist hätten wir vielleicht einen Punkt verdient gehabt“, sagte Naud.
Den verdienten sich die gebeutelten Profis des Tabellenletzten Eispiraten Crimmitschau. Der Mannschaft von Trainer Chris Lee steckte am Sonntag zunächst wohl noch der Schock vom 6:7 gegen Dresden in den Knochen. Nach dem ersten Drittel stand es 0:3 bei den Kassel Huskies. Dann folgte das große Comeback zum 3:3 nach 40 Minuten. „Wir haben im ersten Drittel eigentlich gut gespielt, aber dann für fünf Minuten das Gehirn ausgeschaltet und drei Treffer kassiert. Die Pause tat uns gut, im zweiten Drittel haben wir die Scheibe einfach aufs Tor gebracht und sind zurückgekommen“, sagte Lee.
Dann wurde es kurios. Durch einen Defekt an der Kühlanlage dauerte die zweite Drittelpause 45 Minuten. „Die lange zweite Drittelpause war sicherlich für beide Teams nicht einfach, da das Eis keine gute Qualität hatte. Die Huskies haben dann das Tor gemacht und verdient den Extrapunkt gewonnen“, sagte Naud. John Zeiler traf 13 Sekunden vor dem Ende der Overtime für die Huskies. So wurde gab es für Crimmitschau zwar die sechste Auswärtsniederlage im sechsten Spiel, aber immerhin den ersten Punkt auf fremden Eis.
Und Kassel? Der Aufsteiger ist mittlerweile Tabellendritter. „Ich bin zufrieden mit den gewonnenen fünf Punkten aus diesem Wochenende“, sagte Kassels Trainer Rico Rossi, dessen Team am Freitag beim 7:2 in Rosenheim einen fast perfekten Abend erwischt hatte. Dennoch übersah der Coach bei allem Positiven auch nicht die Defizite. „Das erste Drittel war sehr ausgeglichen, wir haben unsere Tore durch Wille und Kampfgeist erzielt, das macht den Charakter meiner Mannschaft auf“, sagte Rossi und ergänzte: „ Im zweiten Drittel haben wir zu undiszipliniert agiert, leider machen wir immer wieder die gleichen Fehler. Wir haben dann viel Druck im dritten Drittel gemacht, dort hat mein Team erneut Charakter gezeigt.“
Charakter zeigte auch Spitzenreiter Bietigheim Steelers, der einen offenen Schlagabtausch bei den Lausitzer Füchsen zwar verlor, beim 6:7 nach Penaltyschießen aber immerhin noch einen Punkt rettete. Einen 4:6-Rückstand im Schlussabschnitt glich das Team von Trainer Kevin Gaudet noch aus. „Wir haben ein unglaubliches Spiel gesehen, was die Zuschauer unterhalten hat. Gern hätten wir am Ende auch zwei Punkte mitgenommen, aber die Füchse waren halt etwas schlauer als wir“, sagte Gaudet. Mit dem einen Zähler baute Bietigheim die Führung an der Tabellenspitze gar auf acht Punkte zum Zweiten Rosenheim aus. Zwölf sind es auf die Lausitzer Füchse. Die allerdings mausern sich zum Favoritenschreck. Innerhalb von fünf Tagen besiegten die Füchse Meister Fischtown Pinguins und Vize Bietigheim. „Fünf Punkte gegen Bremerhaven und Bietigheim geholt zu haben, macht mich froh“, sagte Trainer Dirk Rohrbach
Der 13. DEL2-Spieltag im Überblick:
24. Oktober 2014:
Starbulls Rosenheim – ESV Kaufbeuren (19.30 Uhr)
EV Landshut – Dresdner Eislöwen (19.30)
Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt (19.30)
SC Riessersee – Ravensburg Towerstars (20.00)
Heilbronner Falken – Lausitzer Füchse (20.00)
Eispiraten Crimmitschau – EC Bad Nauheim (20.00)
Fischtown Pinguins – Kassel Huskies (20.00)
Der 14. DEL2-Spieltag (26. Oktober 2014) im Überblick:
Lausitzer Füchse – Eispiraten Crimmitschau (17.00 Uhr)
ESV Kaufbeuren – EV Landshut (18.30)
Ravensburg Towerstars – Heilbronner Falken (18.30)
Kassel Huskies – Bietigheim Steelers (18.30)
EC Bad Nauheim – Starbulls Rosenheim (18.30)
Dresdner Eislöwen – Fischtown Pinguins (18.30)
Löwen Frankfurt – SC Riessersee (18.30)