Eislöwen wollen Landshuter Torfabrik lahm legen
Wieder Partien mit Drama-Potenzial / Pinguine fordern Starbulls / Kaufbeuren will „Heim-Sechser“ gegen Bietigheim perfekt machen
Knapp, knapper, DEL2: 48 Stunden nach vier Overtime-Thrillern stehen erneut einige Partien mit Drama-Potential auf dem Programm. Hoch her dürfte es vor allem in Rosenheim gehen, das Bremerhaven empfängt. Auch Tabellenführer Landshut erwartet in Dresden bei den Eislöwen wohl ein anderes Kaliber als zuletzt gegen Crimmitschau. Derweil Bietigheim beim im runderneuerten Stadion hochmotivierten ESV Kaufbeuren ran muss, empfangen die Heilbronner Falken den ambitionierten Neuling aus Bad Nauheim. Der SC Riessersee will nach dem knappen 2:3 in Bremerhaven gegen die Lausitzer Füchse in die Erfolgsspur zurück und Schlusslicht Crimmitschau ist gegen Ravensburg klarer Außenseiter.
Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars (17.00 Uhr)
Mit den Ravensburg Towerstars gastiert eine Mannschaft im Crimmitschauer Kunsteisstadion, mit der die Westsachsen noch eine Rechnung offen haben. Allzu gut ist den Fans die derbe 2:8-Schlappe vom 6. DEL2-Spieltag in Ravensburg in Erinnerung. Ein Sieg vor heimischer Kulisse würde die bösen Geister schlagartig vertreiben. In der aktuellen Situation – noch dazu nach dem bösen 1:7 in Landshut – dürfte dies schwer genug werden. Zumal die Gäste aus der Puzzlestadt über einen schlagkräftigen Kader verfügen, aus dem die erste Angriffsreihe noch herausragt. Die Towerstars können zudem nach dem Sieg über Tabellenführer Bietigheim und der damit verbundenen Eroberung des vierten Platzes mit breiter Brust nach Sachsen reisen. Lediglich die Tatsache, dass die letzten beiden Begegnungen in der Fremde verloren gingen, dürfte (statistischer) Dämpfer sein. Towerstars Trainer Petri Kujala tritt dennoch die Euphoriebremse: „Wir werden es tunlichst unterlassen, den Gegner zu unterschätzen.“
Dresdner Eislöwen - EVL Landshut Eishockey (18.00)
Derzeit haben die Dreihelmenstädter einen Lauf: Mit dem 7:1 gegen Crimmitschau schoss sich der EV Landshut an die Tabellenspitze der DEL2. Nun treffen die Niederbayern innerhalb von 48 Stunden zum zweiten Mal auf ein Team aus dem deutschen Osten. Die Eislöwen dürften indes ein anderes Kaliber sein, als Crimmitschau. Zumal die Dresdner bis dato daheim noch keinen Dreier abgegeben haben. Mit den Eislöwen haben sich die Gäste im ersten Vergleich überaus schwer getan. Erst im Penaltyschießen konnte in einer kampfbetonten Partie ein knappes 4:3 unter Dach und Fach gebracht werden. Dabei kämpften sich die Sachsen nach einer Zwei-Tore-Führung der Niederbayern zurück, gingen selbst in Front, konnten die Führung aber nicht über die Zeit retten. Besonders Arturs Kruminsch war gegen seinen Ex-Club mit zwei Toren und einem verwandelten Penalty im Shootout sehr effizient. Bis auf die Langzeitverletzten David Hájek (Kompartmentsyndrom) und Feodor Boiarchinov (Innenbandverletzung) kann Eislöwen-Cheftrainer Thomas Popiesch auf seinen gesamten Kader zurückgreifen.
Starbulls Rosenheim - Fischtown Pinguins (18.00)
Nach dem ersten Viertel der Hauptrunde liegen die Starbulls auf Rang drei. Und das, obwohl die Oberbayern einige hochkarätige Ausfälle kompensieren musste. Dies gelang bisher aber recht eindrucksvoll. Selbst wenn Kim Staal diese Liste nun erweitert hat, möchte Rosenheim auch das zweite Aufeinandertreffen in dieser Saison mit Bremerhaven für sich entscheiden. Zumal es die Seestädter mit ihrem ausgewiesenen „Auswärts-Angstgegner“ zu tun bekommen: Sechsmal traten die Nordlichter in Rosenheim an, sechsmal verließen sie das Eis als Verlierer. Das scheint die Pinguine in der aktuellen Situation aber nicht zu belasten. Schließlich gelang gegen den SC Riessersee zuletzt ein hart erkämpftes 3:2. Von einem „Auswärts-Fluch“ will Gäste-Coach Mike Stewart denn auch nichts wissen: "Irgendwann hat alles mal ein Ende." Die Pinguine werden in der gleichen Besetzung wie gegen des SC Riessersee auflaufen. Lediglich auf der Position des Torhüters könnte es einen Wechsel zu Jonas Langmann geben.
SC Riessersee - Lausitzer Füchse (18.30)
Die knappe 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen in Bremerhaven hatten die Werdenfelser schnell abgehakt: Viel stärker wog Freude über einen gewonnen Zähler. Gegen die Lausitzer Füchse soll nun wieder ein komplettes Erfolgserlebnis her. Die Mannschaft von Toni Krinner wird weiter mit fünf Verteidigern agieren und von Beginn an konzentriert zu Werke gehen. Das wird auch nötig sein, denn Riessersee ist so etwas wie der „Lieblings-Gegner“ der Füchse: Weißwasser hat in den letzten zehn Spielen acht Mal gegen Riessersee gewonnen. Auch ihren ersten Saisonsieg feierten die Lausitzer gegen das Team aus dem Werdenfelser Land. Verzichten müssen die Füchse auf Verteidiger Lukas Pozivil. Der Tscheche klagt über Adduktorenprobleme. Ein Fragezeichen steht noch hinter Markus Schmidt. Er hat Rückenprobleme. Die zuletzt verletzten Sean Fischer und Mike Mieszkowski sind indes wieder dabei.
Heilbronner Falken - EC Bad Nauheim (18.30)
Nach dem ersten Saisonsieg in der Fremde und mit neuem Coach wollen die Falken auch im Spiel gegen Aufsteiger Bad Nauheim Punkte einfahren. Dabei kann Interimstrainer Gerd Wittmann auf seinen gesamten Kader, abgesehen von verletzten Mike Card, zurück greifen. Ein Garant für die letzten Erfolge war Rückkehrer Frantisek Mrazek, der in drei Spielen fünf Tore und zwei Assists verbuchte. Mit dem Team aus der Wetterau haben die Falken zudem noch eine Rechnung offen: Das 3:4 im ersten Vergleich machte den Fehlstart der Falken perfekt. Mit Wittmann hoffen die Falken nun auf eine Trendumkehr. „Das wird ein schwieriges Spiel für uns, denn Trainerwechsel bewirken oft etwas Positives", weiß auch EC-Coach Frank Carnevale, der voraussichtlich erneut auf Dan Ringwald verzichten muss. Der kanadische Aufbauspieler trainierte zwar am Samstag, nahm sich aber tags zuvor wegen muskulärer Probleme gegen Rosenheim eine Auszeit. Ansonsten sind beim EC alle Mann an Bord.
ESV Kaufbeuren - Bietigheim Steelers (19.00)
Nur zu gern würde der ESV sein erstes Wochenende nach der langen Stadion-Renovierung mit einem „Heim-Sechser“ feiern. Der Grundstein wurde am Freitag mit einem 2:0 gegen die Dresdner Eislöwen gelegt. Bietigheim, das zuletzt bei den Towerstars die Tabellenführung vorerst verspielte, möchte das seinerseits nur zu gern verhindern. „Kaufbeuren hat in den letzten Spielen und vor allem in der Partie gegen Dresden gezeigt, dass man sie nicht unterschätzen sollte. Wir müssen von der erste Minute an voll da sein und auch konzentriert bei der Sache bleiben“, gibt Bietigheims Coach Kevin Gaudet die Marschrichtung vor. Dabei kann Gaudet auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Optimismus dürfen die Schwaben auch aus der Statistik schöpfen: Die letzten drei Partien gingen mehr oder minder deutlich an die Steelers.
Der 12. DEL2-Spieltag im Überblick:
Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars (17.00 Uhr)
Dresdner Eislöwen - EVL Landshut Eishockey (18.00)
Starbulls Rosenheim - Fischtown Pinguins (18.00)
SC Riessersee - Lausitzer Füchse (18.30)
Heilbronner Falken - EC Bad Nauheim (18.30)
ESV Kaufbeuren - Bietigheim Steelers (19.00)