Fischtown Pinguins wollen ins „zweite Endspiel“
Himmel oder Hölle: Wenn die Fischtown Pinguins heute im entscheidenden siebten Spiel in der Halbfinal-Serie gegen den EVL Landshut (Foto: HAD) antreten, können nur für einen der beiden Kontrahenten die Final-Träume in Erfüllung gehen. Während der Sieger bereits am Sonntag gegen Titelverteidiger Bietigheim erstmals im Endspiel ran muss, darf der Unterlegene den Urlaub buchen. In der Qualifikationsrunde zur DEL2 geht es indes auch anschließend weiter. Zunächst einmal versucht der ESV Kaufbeuren endlich den gordischen Knoten zu durchschlagen und daheim die Kassel Huskies zu bezwingen. Derweil Spitzenreiter Crimmitschau in Freiburg ran muss, fahren die Frankfurter Löwen zum Schlusslicht nach Selb.
Fischtown Pinguins - EVL Landshut (20.00 Uhr)
Das Beste kommt zum Schluss: Nach sechs Duellen auf Augenhöhe und dem Serien-Gleichstand kommt es heute am Bremerhavener Wilhelm-Kaisen-Platz zum ultimativen Showdown. Der Preis: Der Einzug ins DEL2-Finale, in dem Titelverteidiger Bietigheim ab Sonntag wartet. Um Prognosen dürften sich selbst Insider drücken. Zu eng geht es nicht nur in der Serie her, sondern ist auch die Bilanz aller bisherigen Vergleiche. Nach zehn Duellen steht es 5:5, wobei die Pinguins nur deshalb nach Punkten mit 16:14 vorn liegen, weil die Niederbayern für einen ihrer Erfolge die Zusatzzeit in Anspruch nehmen mussten. Nahezu ausgeglichen ist auch die Treffer-Bilanz: Hier hat Landshut mit 28:27 die Nase leicht vorn. Entsprechend zurückhaltend gibt sich Pinguin-Dompteur Mike Stewart. Martialische Kampfbekundungen? Im Gegenteil! „Wir haben in dieser Saison die einmalige Chance auf zwei Endspiele“, sagt Stewart, der schon jetzt weiß: „Das Duell heute werde ich sicher nicht vergessen.“ Die große Hoffnung der Pinguins: Der erste Einzug in ein DEL2-Endspiel nach 2005. Damals unterlag man erst Straubing.
"Die Chancen stehen 50:50. Jetzt braucht man den Jungs nichts mehr groß erklären, denn die Mannschaften kennen sich in- und auswendig. Wir wollen genauso diszipliniert auftreten, wie zuletzt am Dienstag, hinten sicher stehen und dann unser Spiel machen", sagt EVL-Trainer Andi Brockmann und denkt dabei noch gerne an das packende sechste Spiel am Dienstag zurück, in dem die Gäste vor allem bei der Chancen-Verwertung durch hohe Effizienz beeindruckten.
Einen Gewinner gibt es indes jetzt bereits: Die Bremerhavener Kasse. Schließlich waren die 4.254 Plätze in der Eis-Arena am Donnerstagabend innerhalb von zwei Stunden restlos vergriffen. Wie groß die Euphorie in der Seestadt ist, beschreibt Team-Manager Alfred Prey: „Für dieses Spiel hätten wir 10.000 Tickets verkaufen können.“
Die bisherigen Vergleiche:
04.10.13: Landshut – Pinguins 5:1
31.10.13: Pinguins – Landshut 3:4 (OT)
22.12.13: Landshut – Pinguins 3:6
10.01.14: Pinguins – Landshut 4:3
28.03.14: Pinguins – Landshut 3:2
30.03.14: Landshut – Pinguins 3:2
02.04.14: Pinguins – Landshut 0:2
04.04.14: Landshut – Pinguins 1:3
06.04.14: Pinguins – Landshut 4:1
08.04.14: Landshut – Pinguins 4:1
Qualifikationsrunde
ESV Kaufbeuren – Kassel Huskies (19.30 Uhr)
Für den ESV Kaufbeuren geht es in der heimischen Sparkassen Arena gegen die Kassel Huskies schon beinahe um Alles. Mit der mageren Bilanz von zwei Siegen aus fünf Spielen halten die Joker derzeit gerade den fünften Rang – das Ende aller DEL2-Träume. Lediglich Selb ist abgeschlagen. Es muss also gegen die Hessen dringend gewonnen werden. Dies wird allerdings umso mehr kein leichtes Unterfangen, da die Joker voraussichtlich auf den in Frankfurt verletzt ausgeschiedenen Markku Tähtinen verzichten müssen. Im Hinspiel hatten sich die Schlittenhunde mit 3:2 behauptet.
EHC Freiburg - Eispiraten Crimmitschau (19.30)
Erklärtes Ziel der Eispiraten: Am Wochenende soll die weitere Zugehörigkeit zur DEL2 fest gemacht werden. Voraussetzung ist zunächst einmal ein Sieg beim Überraschungsteam aus dem Breisgau. Dabei wollen die Crimmitschauer an die in Kassel gezeigte Leistung anknüpfen und möglichst den fünften Sieg in der Qualifikation feiern. Gastgeber Freiburg liegt ebenfalls gut im Rennen um einen der begehrten vier DEL2-Plätze und wird versuchen, sich für die 3:5-Niederlage am ersten Spieltag im Sahnpark zu revanchieren. Genau das wollen die Eispiraten verhindern und mit einer engagierten und kontrollierten Spielweise, wie bereits am Dienstag in Kassel, den Sieg sichern. Die Offensivstärke der Gastgeber ist bemerkenswert und wird die Eispiraten-Defensive erneut fordern. Mit einer guten und effizienten Chancenverwertung, sollten die Westsachsen im Angriff allerdings in der Lage sein, ebenfalls gehörigen Druck auf die Hausherren ausüben zu können.
Selber Wölfe - Löwen Frankfurt (20.00)
Klare Sache in Selb: Zumindest, wenn es nach der Tabelle geht. Hier die Hessen auf Rang zwei, dort die Wölfe, die bislang noch ohne Punkt sind. Eine Momentaufnahme, denn das Feld der Anwärter auf einen der vier Plätze liegt eng beieinander. Für Löwen-Dompteur Tim Kehler liegen die Löwen zur „Halbzeit“ voll im Soll: „Wir haben uns eine gute Ausgangsposition für die zweite Hälfte der Finalrunde erarbeitet. Auch wenn wir in einigen Dritteln der ersten fünf Spiele nicht optimal gespielt haben, bin ich mir sicher, dass wir uns jetzt auf die großen Herausforderungen eingestellt haben, die in den nächsten Spielen der Runde noch auf uns warten.“ Auch wenn die Löwen das Hinspiel gegen Selber Wölfe deutlich mit 6:0 für sich entscheiden konnten, gilt es den angeschlagenen Gegner nicht zu unterschätzen. Kehler: „Für Selb ist es ein Must-Win-Spiel. Sie werden also alles geben, um überhaupt noch eine Chance in der Runde zu haben. Zuhause sind sie üblicherweise ein sehr gefährliches Team, aber wir haben am Dienstag genug Selbstvertrauen für die schwierige Aufgabe gesammelt.“
Die Qualifikationsrunde im Überblick:
ESV Kaufbeuren - Kassel Huskies (19.30 Uhr)
EHC Freiburg - Eispiraten Crimmitschau (19.30)
Selber Wölfe - Löwen Frankfurt (20.00)