Führungs-Quartett muss in der Fremde ran
Die DEL2-Spitze kollektiv auf Reisen: Dabei scheint Tabellenführer Landshut am 28. Spieltag bei den Bietigheim Steelers vor der schwersten Prüfung zu stehen. Ein Patzer der Niederbayern eröffnet den Starbulls aus Rosenheim die Chance, mit einem Sieg bei Schlusslicht Kaufbeuren näher an den EVL heranzurücken. Zum „Serienkiller“ will Crimmitschau gegen die Eislöwen werden und so den elften Erfolg der Dresdner hintereinander verhindern (Foto). Derweil die Towerstars bei den Heilbronner Falken ran müssen, wollen die Lausitzer Füchse gegen Bremerhaven nach drei Niederlagen in Folge zurück auf Playoff-Kurs. In Bad Nauheim hat sich der SC Riessersee angesagt.
Lausitzer Füchse - Fischtown Pinguins (17.00 Uhr)
Drei Niederlagen in Folge brachten die Lausitzer Füchse zuletzt etwas vom Playoff-Kurs ab: Besonders unglücklich war das 3:4 am Freitag bei Tabellenführer Landshut, als es 13 Sekunden vor Schluss bei den Lausitzern einschlug. Andererseits zeigt der Misserfolg auch: Die Füchse können sich auch mit großen Tieren messen. Und als solche dürfen die Fischtown Pinguine durchaus gelten, halten sie doch wacker einen Platz in den Top-6. Nachdem die Seestädter zuletzt ein wenig mit Toren geizten, scheint mit dem Spiel gegen den ESV Kaufbeuren in einer Art "Ketschup-Flaschen-Effekt" der Bann gebrochen. 8:2 hieß es am Ende. Trotz des Torspektakels mahnt Trainer Mike Stewart zur Bescheidenheit: „Wir bleiben auf dem Teppich und konzentrieren uns auf die nächsten Aufgaben." Mit den Füchsen wartet eine Mannschaft auf die Fischtowner, die bei den Seestädtern großen Respekt genießt. „In der Lausitz zu spielen macht immer Spaß: Super Publikum, tolle Atmosphäre und stets knappe Partien“, sagt Stewart. Ein Highlight aus Füchse-Sicht wird es in jedem Fall geben: Goalie Dustin Strahlmeier wir vor der Partie die Auszeichnung als „DEL2-Spieler des Monats November“ erhalten. Die beiden bisherigen Partien gingen an Bremerhaven: Mit 4:1 in Weißwasser und mit 3:1 an der Küste.
Eispiraten Crimmitschau - Dresdner Eislöwen (17.00)
Premiere im Sahnpark: Erstmals in dieser Saison treffen die Eispiraten daheim im Sachsen-Derby auf das Team aus der Landeshauptstadt. Die beiden bisherigen Duelle gingen hauchdünn mit 4:3 und 2:1 an die Eislöwen, die derzeit einen Lauf haben: Zehn Siege in Serie bescherten den Gästen aus Elbflorenz einen bemerkenswerten dritten Rang – in Lauerposition dicht hinter den Starbulls aus Rosenheim. Zwar konnten die Eispiraten die Rote Laterne mittlerweile an Kaufbeuren abgeben, doch der große Durchbruch lässt weiter auf sich warten. Zuletzt gab es beim Tabellen-Zweiten Rosenheim zwar ein respektables 2:5, aber eben wieder keine Punkte. Gegen die Eislöwen klammert sich Crimmitschau an die Statistik: In den letzten fünf Heimspielen gingen die Hausherren drei Mal als Sieger vom Eis, und das bei einem Torverhältnis von 23:12. Ob das die Dresdner um ihren finnischen Super-Sturm mit Matti Kaartinen und Sami Näätänen beeindrucken kann, ist fraglich. Denn den Eislöwen scheint derzeit alles zu gelingen. Davon können auch die Heilbronner Falken ein Lied singen: Sie kamen zuletzt in der sächsischen Landeshauptstadt mit 0:4 unter die Räder. Ein Spiel, das die Eislöwen aber nicht überbewerten wollen. „Unsere volle Konzentration gilt dem nächsten Spiel", sagt Cheftrainer Thomas Popiesch, der aber auch weiß: „Wir haben mit unseren Siegen viel Selbstvertrauen getankt und zuletzt auch auswärts sicherer agiert.“
ESV Kaufbeuren - Starbulls Rosenheim (18.00)
Im freien Fall ans Tabellen-Ende: Nach sieben Niederlagen in Folge und der Übernahme der Roten Laterne kann es für den ESV Kaufbeuren nur besser kommen. Ob für den avisierten Neustart allerdings der bayerische Rivale aus Rosenheim der geeignete Kontrahent ist, darf bezweifelt werden. Zu konstant präsentierten sich die Starbulls zuletzt und fertigten nach dem prestigeträchtigen Derby-Erfolg in Landshut auch Crimmitschau souverän mit 5:2 ab. In den beiden bisherigen Partien gegen die Männer von Kaufbeuren-Coach Didi Hegen setzten sich die Innstädter mit 6:3 und 8:1 durch – auch das spricht nicht für den ESVK. Und so appelliert Didi Hegen an den „Willen und die Einsatzbereitschaft seiner Männer“, um „den Spieß endlich mal wieder umzudrehen“. Starbulls- Coach Franz Steer mahnt sein Team zwar zur Vorsicht, doch auch er weiß: Alles andere als ein Rosenheimer Sieg wäre eine Überraschung. Dabei leisten es sich die Rosenheimer sogar, im Allgäu ohne ihren besten Torschützen anzutreten. Norman Hauner wurde kurzfristig an den DEL-Kooperationspartner der Starbulls, den EHC Red Bull München ausgeliehen und steht den Oberbayern erst wieder am nächsten Wochenende zur Verfügung. Da aber alle Offensiv-Spezialisten der Starbulls fit sind, kann diese Leihgabe verkraftet und mit vier Sturmreihen agiert werden.
Bietigheim Steelers - EVL Landshut (18.00)
Dem Tabellenführer aus Landshut scheint derzeit alles zu gelingen. Selbst einen 0:3-Rückstand bogen die Männer von Trainer Jiri Ehrenberger zuletzt noch um. Dass der Siegtreffer gegen die Lausitzer Füchse 13 Sekunden vor Ultimo gelang, ist ein weiterer Beleg dafür, dass die Niederbayern derzeit mit Fortuna ein festes Band zusammenhält. Doch auch der Meister aus Bietigheim scheint endlich ins Rollen zu kommen. Erst am Freitag beendeten die Steelers die Heimserie des SC Riessersee gnadenlos mit 5:3. Durch den Sieg unterhalb der Zugspitze gestärkt, will Kevin Gaudet mit seinen Mannen nun den nächsten Dreier und das Sechs-Punkte-Wochenende perfekt machen. Genau das aber wollen die Dreihelmenstädter verhindern. Denn mit einer Niederlage würde der Vorsprung auf Verfolger Rosenheim schmelzen. Und so gibt sich Jiri Ehrenberger betont kämpferisch: „Nachdem wir die Füchse besiegen und den ersten Dreier an diesem Wochenende einfahren konnten, wollen wir in Bietigheim natürlich nachlegen. Schließlich werden auch die Verfolger punkten, da dürfen wir uns keinen Ausrutscher erlauben.“ Die beiden bisherigen Partien waren eng: Im ersten Vergleich gingen die Steelers mit 7:5 erfolgreich vom Eis, in Landshut setzten sich die Niederbayern in der Verlängerung mit 2:1 durch.
Heilbronner Falken - Ravensburg Towerstars (18.30)
Ausgerechnet im heimischen Horst liegen bei den Falken oft die Nerven blank. Mit gerade drei Siegen sind die Männer von Trainer Igor Pavlov vor eigener Kulisse das mit Abstand schwächste Team der DEL2. Nachdem zuletzt in Dresden ein 0:4 eingefahren wurde, hat sich nun Ravensburg zum BW-Duell angesagt. Die Towerstars haben sich mittlerweile auf Rang vier etabliert und konnten vor 14 Tagen Tabellenführer Landshut die zweite Heimniederlage zufügen. Bei den Falken hingegen brachte der neuerliche Wechsel auf dem Chef-Sessel bislang noch nicht den erhofften Höhenflug. Noch immer dümpelt das Team in den Tabellen-Niederungen herum: Anspruch und Wirklichkeit liegen derzeit (noch) weit auseinander. Bei den Towerstars indes sitzt der Stachel nach dem 2:5 im bis dahin letzten Vergleich gegen die Käthchenstädter noch tief. Mit einem soliden 5:2 vom Freitag gegen den EC Bad Nauheim im Rücken will man nun die Revanche und das Sechs-Punkte-Wochenende! Personell sorgte bei den Towerstars das Comeback von Matt Kelly nach vier Wochen Verletzungspause für positive Signale. Fehlen wird allerdings noch Christopher Oravec nach seiner Schambeinentzündung sowie Torhüter Christian Rohde, der seit Freitagmorgen mit Grippesymptomen und Schüttelfrost das Bett hüten muss. Damit steht Torhüter Matthias Nemec zum ersten Mal das komplette Wochenende zwischen den Pfosten.
EC Bad Nauheim - SC Riessersee (18.30)
Trotz der 2:5-Niederlage vom Freitag in Ravensburg hat sich an der Ausgangslage für die Roten Teufel – glücklicherweise – kaum geändert: Noch immer liegt das Team aus der Wetterau mit vier Zähler Vorsprung und einem Spiel weniger auf Playoff-Platz acht. Dabei hat der EC weiterhin mit Zählern Rückstand Tuchfühlung auf die Gäste aus Garmisch. Das heißt: Die Kurstädter können im Colonel-Knight-Stadion nicht nur Platz acht verteidigen, sondern auch näher an vordere Regionen herankommen – wenn da nicht eine Grippe- und Verletzungswelle ein unberechenbares Handicap darstellen würde. „Vor allem in der Defensive werden wir gut und konzentriert stehen müssen, um den SC Riessersee zu schlagen. Nach zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen will Garmisch punkten, was wir jedoch zu verhindern wissen - trotz unserer vier Ausfälle", gibt sich EC-Coach Frank Carnevale kämpferisch. Helfen soll dabei die bekannte Heimstärke der Hessen. „Bad Nauheim ist eine Mannschaft, die nie aufsteckt und über 60 Minuten alles gibt, wir müssen hier immer hoch konzentriert sein und nicht nachlassen, sonst geraten wir ins Hintertreffen,“ sagt SCR-Coach Toni Krinner. Beide bisherigen Partien konnte der SC Riessersee gewinnen, dabei ging die erste Begegnung beim Aufsteiger ins Penaltyschießen (5:4), unter der Zugspitze ging ein 4:1 in die Statistik ein.
Der 28. DEL2-Spieltag im Überblick:
Lausitzer Füchse - Fischtown Pinguins (17.00 Uhr)
Eispiraten Crimmitschau - Dresdner Eislöwen (17.00)
ESV Kaufbeuren - Starbulls Rosenheim (18.00)
Bietigheim Steelers - EVL Landshut Eishockey (18.00)
Heilbronner Falken - Ravensburg Towerstars (18.30)
EC Bad Nauheim - SC Riessersee (18.30)