Gerangel an der Spitze: Eispiraten wollen für Steelers zum Stolperstein werden
Stolperstein und Steigbügelhalter: Beides können die Eispiraten Crimmitschau am 41. DEL2-Spieltag werden. Dafür muss den West-Sachsen „nur“ der vierte Heimsieg in Serie glücken – und das gegen keinen geringeren als Tabellenführer Bietigheim (Foto: Timo Raiser). Die Steelers müssten dann, ein Erfolg der Fischtown Pinguins gegen die Lausitzer Füchse vorausgesetzt, den derzeit noch punktgleichen Seestädtern die Führung überlassen. Im Schatten dieses Zweikampfes an der Spitze wollen die Starbulls in Ravensburg den Abstand nicht weiter anwachsen lassen. Derweil der EV Landshut im Bayern-Derby Schlusslicht Kaufbeuren mit seinem neuen Trainer Uli Egen empfängt, hat der SC Riessersee mit den Heilbronner Falken noch eine Rechnung offen. Für Neuling Bad Nauheim geht es gegen die Dresdner Eislöwen um den Anschluss an einen Playoff-Platz.
EVL Landshut - ESV Kaufbeuren (19.30 Uhr)
Mini-Krise und Verletztenmisere überwunden, der EV Landshut bläst zum Schlussspurt: Und dafür kommt die bayerninterne Konkurrenz vom ESV Kaufbeuren gerade recht. Mit dem 16. Heimsieg soll der Weg zurück zur Spitze fortgesetzt werden. Als Zuschauer schon mal mit dabei ist Landshuts künftiger Trainer Andreas Brockmann. Der Tölzer wird den nach Ingolstadt in die DEL ziehenden Jiri Ehrenberger ab dem 1. Februar ersetzen. Noch schneller haben die Joker geschossen, bei denen Uli Egen ausgerechnet in diesem Prestige-Duell sein Debüt hinter der Bande geben wird. Egen löst Didi Hegen ab, der für den ESVK weiterhin als Sportdirektor agiert. In der laufenden Spielzeit haben die Dreihelmenstädter mit 15:5 Toren und 3:0 Siegen gegen den ESVK eine vorzügliche Bilanz vorzuweisen. Ähnlich souverän sieht es in der ewigen Statistik aus: 25 Siegen der Rot-Weißen stehen lediglich 14 Niederlagen gegenüber, und das bei einem Torverhältnis von 135:103.
Die bisherigen Ergebnisse:
11.10.: Landshut – Kaufbeuren 5:1
02.11.: Kaufbeuren – Landshut 2:6
28.12.: Kaufbeuren – Landshut 2:4
Fischtown Pinguins - Lausitzer Füchse (20.00)
Wenn sich Pinguine und Füchse zum „tierischen Duell“ treffen, herrscht – zumindest abseits des Eises – ein durchaus freundschaftliches Verhältnis. Das gilt natürlich nicht für den Kampf um Punkte. Da gibt’s klare Ansagen. „Wir wollen alles tun, um unsere Fans nicht zu enttäuschen und die Punkte in Bremerhaven zu behalten“, sagt Pinguin-Coach Mike Stewart, der weiterhin auf vier seiner Leistungsträger (Dejdar, Kosick, Beck, Jaeger) verzichten muss. Dennoch steht die Marschroute: „Wir wollen unsere Offensivkraft in die Waagschale werfen.“ Auch bei der Partie gegen das Traditions-Team aus Ost-Sachsen wird die Eisarena am Wilhelm-Kaisen-Platz prall gefüllt sein. Entsprechend hoch dürfte die Erwartungshaltung der Pinguin-Anhänger sein. Stewart: „Es ist doch klar, dass unsere Fans vor heimischer Kulisse immer einen Sieg erwarten. Aber sie dürfen dabei nicht vergessen, dass mit den Füchsen eine Mannschaft kommt, die gut besetzt ist und in der Vergangenheit nie zu unseren Lieblingsgegnern gehört hat.“ Bei aller Freundschaft: Das nennt man dann wohl beste Voraussetzungen für einen heißen Fight.
Die bisherigen Ergebnisse:
20.09.: Füchse – Pinguins 1:4
25.10.: Pinguins – Füchse 3:1
15.12.: Füchse – Pinguins 4:6
Eispiraten Crimmitschau – Bietigheim Steelers (20.00)
Nagelprobe für die Eispiraten: Innerhalb von 48 Stunden treffen die West-Sachsen mit den Bietigheim Steelers und den Starbulls aus Rosenheim gleich auf zwei DEL2-Titelaspiranten. Den Anfang macht der aktuelle Tabellenführer, gegen den die Heimserie der Eispiraten mit drei Siegen in Folge unbedingt ausgebaut werden soll. Nimmt man die bis dato letzte Begegnung der beiden Kontrahenten, ist dieser Wunsch durchaus nachvollziehbar. Denn vor noch nicht einmal einem Monat kaperten die Eispiraten daheim das Steelers-Schiff nach furioser Partie in der Overtime mit 6:5. Soll dieses Kunststück erneut glücken, braucht es bedingungslosen Einsatz – am besten unter Umgehung von Unterzahl-Situationen. Denn die „Eisenmänner“ weisen die beste Powerplaystatistik der DEL2 auf: Nahezu jedes vierte Überzahlspiel ist von Erfolg gekrönt. Ursache: Die gefährlichste Offensivabteilung der Liga, in der Stürmer David Wrigley Chris St.Jacques die beiden Schlüsselfiguren sind. Doch Bange machen gilt nicht, schon gar nicht im „lautesten Stadion der Liga“, wo mit Unterstützung der Fans der neunte Saison-Dreier für die Eispiraten perfekt gemacht und der Kampf an der Spitze spannend gehalten werden soll. Fehlen werde den Eispiraten dabei Cameron Keith (Innenbandriss) sowie Dominic Walsh und Torhüter Peter Holmgren (beide Adduktoren). Dagegen kommt der aus Kasachstan zu den West-Sachsen gestoßene Kanadier Ryan Nie, der bereits mit Top-Scorer Max Campbell in der ECHL spielte, zu seinem Debüt im Eispiraten Dress.
Die bisherigen Ergebnisse:
13.09.: Steelers – Eispiraten 4:2
31.10.: Steelers – Eispiraten 6:2
28.12.: Eispiraten – Steelers 6:5 (OT)
Dresdner Eislöwen - EC Bad Nauheim (20.00)
Nach vier „Fremdgängen“ in Folge dürfen die Eislöwen endlich mal wieder in heimischen Gefilden ran – und das gegen einen Kontrahenten, mit dem die Sachsen zuletzt gute Erfahrungen gemacht haben. Schließlich wurde der letzte direkte Vergleich im Colonel-Knight-Stadion von Bad Nauheim mit 3:1 gewonnen. Weniger positiv empfindet Cheftrainer Thomas Popiesch indes derzeit den Blick auf die Personalsituation. Nach wie vor steht Eisbären-Förderlizenzspieler Thomas Supis nicht zur Verfügung. "In den letzten Tagen haben einige Spieler mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen gehabt. Während sich Hugo Boisvert wieder besser fühlt, konnten Bruce Becker und David Hájek nicht am Abschlusstraining teilnehmen", sagt Popiesch, der wieder auf den Einsatz von Felix Thomas zählen kann. Aus Berlin wird Vincent Schlenker das Team verstärken. Fakt ist: Die Gäste aus der Wetterau haben nichts zu verschenken, um sich einen der Playoff-Plätze zu ergattern. „Bad Nauheim agiert in der neutralen Zone sehr kompakt. Das müssen wir im Blick haben. Generell müssen wir wieder aggressiver und aktiver werden. In den letzten Spielen haben wir aus unseren Chancen einfach zu wenig gemacht", sagt Popiesch, der die beiden Niederlagen des vergangenen Wochenendes intensiv mit seinen Spielern per Videoanalyse ausgewertet hat. „Unser Ziel ist es an jedem Wochenende zu punkten. Diese Einstellung haben die Jungs verinnerlicht", so Popiesch.
Die bisherigen Ergebnisse:
22.09.: Eislöwen – Bad Nauheim 3:2
02.11.: Bad Nauheim – Eislöwen 5:2
28.12.: Bad Nauheim – Eislöwen 1:3
Ravensburg Towerstars - Starbulls Rosenheim (20.00)
Die Formkurve zeigt zwar nach oben, das Glück hielt sich zuletzt jedoch vornehm zurück: Nach der Penalty-Niederlage gegen den SC Riessersee sind die Starbulls nun zum zweiten Mal in dieser Saison in Ravensburg zu Gast. Ein Team, das in der Tabelle sieben Zähler hinter den Oberbayern rangiert, aber dennoch zur erweiterten Spitzengruppe gehört. Zwei Mal bereits konnte die Mannschaft von Franz Steer zuhause gegen die Towerstars gewinnen, lediglich das erste Gastspiel in der Ravensburger Eissporthalle Ravensburg ging mit 3:2 (SO) an die Gastgeber. Im noch jungen Jahr 2014 läuft es bislang eher unrund für die Mannschaft von Petri Kujala. Gerade zwei von sieben Spielen wurden gewonnen. Wobei die Schwaben daheim eine Macht sind. 17 Heimsiege hat keine andere Mannschaft in der DEL2 vorzuweisen. Damit stehen die Starbulls, die mit zwölf Erfolgen in der Fremde das beste Auswärtsteam der Liga sind, beim Tabellensechsten vor einer durchaus hohen Hürde.
Die bisherigen Ergebnisse:
20.09.: Starbulls – Towerstars 4:2
31.10.: Towerstars – Starbulls 3:2 (SO)
26.12.: Starbulls – Towerstars 4:2
SC Riessersee - Heilbronner Falken (20.00)
Wenn das Team der Stunde in dieser Saison einen „Angstgegner“ hat, sind es wohl die Falken: Schließlich kassierten die Werdenfelser in zwei der bisher drei Vergleiche gegen die Käthchenstädter Niederlagen. Besonders in unangenehmer Erinnerung dürfte den Oberbayern noch die 1:8-Schmach –und damit die höchste Saisonniederlage des SCR überhaupt – vom 11. Oktober in Heilbronn haften geblieben sein. Andererseits dürfte genau dies der Umstand sein, aus dem die Männer von Trainer Toni Krinner beim letzten Hauptrunden-Duell gegen die Falken Motivation schöpfen. Selbstbewusstsein haben die Werdenfelser nach sieben Siegen in Serie und quasi der Tabellenführung 2014 ohnehin genug getankt. Doch die Falken kommen mit einem 5:0-Kantererfolg zuletzt gegen Bad Nauheim nach Garmisch. Allein deshalb werden die Krinner-Männer ihren Kontrahenten nicht unterschätzen. „Wir unterschätzen keinen Gegner nur wegen des Tabellenplatzes“, sagt Toni Krinner.
Die bisherigen Ergebnisse:
11.10.: Falken – Riessersee 8:1
15.11.: Riessersee – Falken 3:1
30.12.: Falken – Riessersee 3:2
Der 41. DEL2-Spieltag im Überblick:
EVL Landshut - ESV Kaufbeuren (19.30 Uhr)
Fischtown Pinguins - Lausitzer Füchse (20.00)
Eispiraten Crimmitschau - Bietigheim Steelers (20.00)
Dresdner Eislöwen - EC Bad Nauheim (20.00)
Ravensburg Towerstars - Starbulls Rosenheim (20.00)
SC Riessersee - Heilbronner Falken (20.00)