Gerd Wittmann erneut der Feuerwehrmann in Heilbronn
Interimscoach hat mit den Falken Riessersee und Füchse vor der Brust / Topspiel Dresden-Kassel / Rosenheim will die Wende gegen Bietigheim
Die erste Hälfte einer langen DEL2-Saison wird an diesem Wochenende abgeschlossen. Und ein paar Tendenzen sind abzusehen: Der Weg zum Topspot nach Abschluss der Hauptrunde führt nur über den enteilten Spitzenreiter Bietigheim Steelers. Am anderen Ende der Tabelle geht es dagegen um den Klassenerhalt. Das stellten die Verantwortlichen des Tabellenletzten Heilbronner Falken Anfang der Woche nach der Trennung von Trainer Igor Pavlov klar. Richten soll es vorerst an der Bande wieder Clubinstitution Gerd Wittmann. Sein Start ist nicht ohne mit den Spielen beim SC Riessersee und gegen die Lausitzer Füchse. Zwei derzeit äußerst positive Erscheinungen der Liga treffen am Freitag im Topspiel aufeinander: Der Vierte Dresden trifft auf den zweiten Kassel.
Dresdner Eislöwen – Kassel Huskies (19.30 Uhr)
Beide Teams geben hinter Spitzenreiter Bietigheim zurzeit den Takt mit an. Der Vierte aus Dresden gewann nach einer Durststrecke vier der letzten fünf Spiele. In den vergangenen drei erfolgreichen Heimspielen erzielten die Mannen von Trainer Thomas Popiesch 16 Tore. Insbesondere Kris Sparre sticht als derzeitiger Scoringleader der Liga heraus. 42 Punkte (13 Tore/29 Assists) sammelte der Stürmer in 24 Spielen. Teamintern liegt Stefan Chaput mit 31 Punkten (14/17) hinter Sparre. Die Gäste aus Nordhessen schlossen ein erfolgreiches vergangenes Wochenende mit einem 8:2-Kantersieg gegen die Eispiraten Crimmitschau ab. Sechs verschiedene Torschützen unterstrichen einmal mehr die Ausgeglichenheit beim Aufsteiger. Für die Mannschaft von Trainer Rico Rossi war es ebenfalls der vierte Sieg in den vergangenen fünf Spielen.
Bisher:
28.09.2014: Kassel – Dresden 4:3 SO
EC Bad Nauheim – Fischtown Pinguins (19.30)
Für beide Mannschaft endete das vergangene Wochenende mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Für Bad Nauheim kam nach dem 3:2 in Crimmitschau mit dem 2:5 gegen Dresden die Ernüchterung, für Bremerhaven nach dem 3:0 gegen Landshut mit dem 1:4 in Kaufbeuren. Bad Nauheim kassierte gegen Dresden die zweite Heimniederlage in Folge. Die Roten Teufel ließen nach Meinung von Geschäftsführer Andreas Ortwein den einen oder anderen Punkt liegen, was aber auch mit der starken Konkurrenz zu tun hatte. „Die DEL2 hat sportlich nochmal einen Schritt nach vorne gemacht. Durch den Aufstieg von Kassel und Frankfurt ist die Dichte in der Liga noch größer geworden“, sagte Ortwein in einem Interview auf der Club-Homepage. „Wenn wir jetzt 43 und nicht 37 Punkte hätten, dann wären alle euphorisiert und es bestünde keine Katerstimmung wie nach dem Spiel gegen Dresden. Aber wir dürfen nicht jammern: Wenn wir in der zweiten Halbserie die 43 Punkte machen wollen, müssen alle eben noch härter arbeiten, und wir müssen uns steigern.“ Die erste Gelegenheit hat der EC am Freitag gegen Meister Fischtown Pinguins. Die Mannschaft von Trainer Mike Stewart machte im bisherigen Saisonverlauf vor allem die Doppelbelastung im Continental Cup zu schaffen, der elfte Platz ist alles andere als erfreulich. „Wir werden alles versuchen, um endlich wieder einmal mit einem Sechs-Punkte-Wochenende unsere Fans optimistisch zu stimmen. Aber wie schon gesagt, die Betonung liegt auf versuchen. Beide Gegner des Wochenendes besitzen hervorragende Kader und beide Mannschaften haben in dieser Spielzeit bereits bewiesen, zu welchen Leistungen sie im Stand sind. Das ringt mir Respekt ab, macht mir aber keine Angst!", sagte Stewart, dessen Team das Wochenende gegen Riessersee abschließt.
Bisher:
12.09.2014: Pinguins – Bad Nauheim 4:3 SO
Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren (19.30)
Ein reizvolles Duell steht den Fans in Frankfurt bevor. Die Löwen beendeten ihren Durchhänger am vergangenen Sonntag eindrucksvoll mit einem 5:0 in Rosenheim. Und in Kaufbeuren feierte der neue Coach Kari Rauhanen beim 4:1 gegen Meister Fischtown seinen zweiten Sieg im vierten Spiel. Dort entwickelt sich so langsam etwas. Vor allem das Selbstvertrauen kehrte wieder zurück. Beim Aufsteiger aus Frankfurt hatte man nach vier Niederlagen in Folge auch ein wenig das Gefühl für Erfolge verloren. Aber Trainer Tim Kehler hatte wie viele seiner Kollegen in der DEL2 mit zahlreichen Ausfällen und den Folgen zu kämpfen. Weiterhin ausfallen werden die Verletzten Bryan Hogan, Marc Schaub, Kyle Ostrow und Thomas Ziolkowski. Aus Nürnberg werden aller Voraussicht nach Andreas Schwarz sowie ein weiterer Stürmer zu den Löwen stoßen. „Kaufbeuren hat ebenfalls einen wichtigen Sieg eingefahren, daher dürfen wir uns auf keinen Fall wieder einen Rückschritt leisten. Beim Spiel am Sonntag in Bietigheim freuen wir uns jetzt schon riesig auf die Unterstützung unserer Fans. Wir werden aber an diesem Spiel selbst nur Freude haben, wenn wir am Freitagabend die Basis dafür legen“, sagte Kehler mit Blick auf das Spiel beim Spitzenreiter aus Bietigheim. Die Reise dorthin werden rund 600 Löwen-Fans antreten.
Bisher:
02.10.2014: Kaufbeuren – Frankfurt 3:7
Starbulls Rosenheim – Bietigheim Steelers (19.30)
Für die Starbulls war der Abschluss des vergangenen Wochenendes mit dem 0:5 gegen Aufsteiger Frankfurt nicht eben schmeichelhaft. Trainer Franz Steer redete seinen Spielern ins Gewissen. „Jeder Spieler weiß, dass das Spiel gegen Frankfurt bescheiden war. Wir haben viele Gespräche geführt, ich habe mit jedem Spieler einzeln geredet. Wir machen viele Kleinigkeiten falsch und daran müssen wir arbeiten. Jeder Misserfolg schadet dem Kopf, aber daraus müssen wir lernen“, sagte der Coach. Auch Steer muss wichtige Stützen des Teams ersetzen. Sergio Somma (Leistenverletzung) ist nicht dabei, genauso wenig wie der langzeitverletzte Max Renner und der gesperrte Beppo Frank. Zu Verfügung steht wieder Tyler McNeely. Bei den Steelers fallen Zwangspausen in dieser Saison bislang kaum ins Gewicht, zu ausgeglichen ist der Kader. Aus 22 von 24 Spielen holte die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet Punkte. Seit dem 3:4 gegen Meister Fischtown feierte Bietigheim acht Siege in Folge. Kein Wunder, dass der Vorsprung in der Tabelle auf den Zweiten Kassel 17 Punkte beträgt. Maßgeblich daran beteiligt waren David Wrigley (40 Scorerpunkte), Robin Just (40) und Matt McKnight (39), die die Plätze zwei bis vier in der Scorerwertung belegen.
Bisher:
04.10.2014: Rosenheim – Bietigheim 4:3 SO
Lausitzer Füchse – Ravensburg Towerstars (19.30)
Die Lausitzer Füchse hatten ein Wochenende ohne Punkte – nach zuvor zehn Siegen in Elf Spielen. Allerdings fielen einige Spieler der Mannschaft von Trainer Dirk Rohrbach durch Krankheit aus. So ging sowohl beim 2:4 beim SC Riessersee als auch beim 4:7 gegen Bietigheim am Ende die Luft aus. Am Wochenende bekommen die Füchse Unterstützung aus der DEL. Kooperationspartner Krefeld stellt für die Spiele gegen Ravensburg und Heilbronn Mike Mieszkowski und Dominik Meisinger ab. Auch die Towerstars beendeten das vergangene Wochenende sieglos. Die Mannschaft von Daniel Naud hat immer wieder Schwankungen im Spiel.
Bisher:
02.10.2014: Ravensburg – Füchse 5:2
SC Riessersee – Heilbronner Falken (20.00)
Und wieder steht Gerd Wittmann bei den Falken im Fokus. Die Clubinstitution hat nach der Trennung der Falken von Igor Pavlov vorerst das Sagen an der Bande. Ihm zur Seite stehen wird Luigi Calce als Co-Trainer. Die Verantwortlichen der Falken mit Manager Attila Eren an der Spitze wollen sich nach der Suche eines Trainers die nötige Zeit nehmen. Kurzfristig meldete der Tabellenletzte Mitte der Woche die Verpflichtung des 26-jährigen Kanadiers Stefan Legein. Jede Aufgabe ist für die Falken, die zehn Niederlagen in den vergangenen elf Spielen hinnehmen mussten, schwer. Der SC Riessersee und die Lausitzer Füchse sind die Gegner an diesem Wochenende. Der SCR feierte zwei bemerkenswerte Siege gegen die Füchse (4:2) und in Ravensburg (4:3 SO). Damit rückte das Team von Trainer Toni Krinner auf Rang fünf vor. Nach wie vor besticht Riessersee vor allem durch die solide Defensive, die in der DEL2 immer noch die beste ist.
Bisher:
14.09.2014: Riessersee – Falken 1:2
Eispiraten Crimmitschau – EV Landshut (20.00)
Die Eispiraten hatten nach einem Wochenende ohne Punkte einiges aufzuarbeiten – vor allem das 2:8 bei den Kassel Huskies. Diese Scharte will die Mannschaft von Trainer Chris Lee möglichst schnell in den Spielen gegen Landshut und in Ravensburg auswetzen. "Jeder Spieler muss zu 100 Prozent seine Leistung abrufen", sagte Lee. Auf die mangelnde Chancenauswertung hat man in Westsachsen mit der Verpflichtung des 28 Jahre alten US-Stürmers Eric Lampe reagiert. "Es gilt die eigenen Chancen in Treffer umzumünzen", sagte Lee weiter. Landshut korrigierte am vergangenen Wochenende das 0:3 bei Meister Fischtown mit einem erwarteten 5:2 gegen die Heilbronner Falken. Die Mannschaft von Trainer Andreas Brockmann hat mit 38 Punkten als Sechster eine vordere Platzierung weiter fest im Visier.
Bisher:
26.09.2014: Crimmitschau – Landshut 4:6
Der 25. Spieltag (Freitag, 12. Dezember 2014)
Dresdner Eislöwen – Kassel Huskies (19.30 Uhr)
EC Bad Nauheim – Fischtown Pinguins (19.30)
Löwen Frankfurt – ESV Kaufbeuren (19.30)
Starbulls Rosenheim – Bietigheim Steelers (19.30)
Lausitzer Füchse – Ravensburg Towerstars (19.30)
SC Riessersee – Heilbronner Falken (20.00)
Eispiraten Crimmitschau – EV Landshut (20.00)
Der 26. Spieltag (Sonntag, 14. Dezember 2014)
Fischtown Pinguins – SC Riessersee (17.00 Uhr)
Bietigheim Steelers – Löwen Frankfurt (17.00)
Kassel Huskies – EC Bad Nauheim (17.00)
EV Landshut – Dresdner Eislöwen (17.00)
Heilbronner Falken – Lausitzer Füchse (18.30)
Ravensburg Towerstars – Eispiraten Crimmitschau (18.30)
ESV Kaufbeuren – Starbulls Rosenheim (18.30)