In Bremerhaven sind nun „die Leader gefragt“
Trainer Ben Doucet sieht nach vier Niederlagen beim Vizemeister viele Defizite. Der Rückstand auf Bietigheim ist auf vier Punkte angewachsen.
Trainer Ben Doucet war die Unzufriedenheit nach der vierten Niederlage in Folge deutlich anzusehen. Mit acht Punkten Vorsprung auf Verfolger Bietigheim waren die Fischtown Pinguins in das neue Jahr gestartet. Seit dem 1:2 nach Verlängerung am Sonntag gegen die Lausitzer Füchse beträgt der Rückstand auf den Meister und Dauerrivalen vier Zähler. „Unsere Mannschaft hat eine schlechte Leistung abgeliefert“, sagte Doucet. Der Coach machte auch deutlich, woran es liegt. Fünf Tore in vier Spielen seien „viel zu wenig. Vor allem unsere Leader sind gefragt“, sagte der einstige Meisterprofi.
Seine Cracks haben ihre Zielstrebigkeit, die sie in den ersten zwei Dritteln der laufenden Saison auszeichnete, verloren. Gegen die Füchse wurde erneut lieber ein weiterer Pass gespielt, anstatt in aussichtsreichen Situationen die Scheibe auf das gegnerische Tor zu bringen. Bekanntlich passiert da immer etwas. Besonders auffällig wurde die Misere in Überzahl. „Wir haben im letzten Drittel bei einem Powerplay nicht einmal auf das Tor geschossen“, sagte er. Dabei hatte Doucet über weite Strecken dieser Spielzeit immer genügend Spieler im Kader, anders als zum Beispiel der große Rivale aus Bietigheim. Dort läuft es auch trotz personeller Engpässe wie beim 4:3 nach Verlängerung in Bad Nauheim. Dort standen Coach Kevin Gaudet einmal mehr nur 15 Feldspieler zur Verfügung. Aber die Leistungsträger wie David Wrigley oder Robin Just waren in den entscheidenden Phasen des Spiels zur Stelle. Die Steelers, die in der Startphase der Saison Probleme hatten, sind zur rechten Zeit in Bestform, das zeigen zumindest die 13. Siege in Folge.
Die Qualitäten der Führungsspieler fehlten den Pinguins in den vergangenen Spielen, im Gegenteil. Sie machen Fehler – wie am Sonntag David Stieler vor dem Siegtor der Füchse in der Verlängerung durch Ken Magowan. „Ich mache Spielern wie David Stieler keinen Vorwurf. Aber sie versuchen zu viel. Stieler hätte passen müssen. Wenn man hoch führt, dann macht das nicht so viel aus. Aber diese Fehler, diese Kleinigkeiten kosten uns im Moment Punkte“, sagte Doucet, dessen Team nun am kommenden Wochenende gegen Riessersee und in Kaufbeuren die Wende einleiten will.
Doucets Kollege Rich Chernomaz in Frankfurt konnte zumindest am Sonntag ebenfalls viele Fehler in seinem Team sehen. 6:2 führten die Löwen in einem spektakulären Derby gegen die Kassel Huskies zu Beginn des letzten Drittels. Und dann fanden die Gäste plötzlich ihre Offensive wieder, die am Freitag 14 Mal gegen Crimmitschau getroffen hatte. Immerhin sicherte Richard Müller den Löwen in der Overtime mit seinem dritten Tor des Abends den Sieg und zwei Punkte.