In Kaufbeuren genießt man die „Momentaufnahme“
Uli Egen nach 6:1 gegen Crimmitschau: „Gewiss keine Spitzenmannschaft“ / Superkulisse beim Hessenderby und erster Sieg für Bad Nauheim / Huskies mit bestem Angriff
Beim ESV Kaufbeuren hält man sich nach einem Traumstart in die DEL-Saison lieber an die Realitäten. „Wir sind gewiss keine Spitzenmannschaft und können dies auch ganz gut
einschätzen. Die Fans werden mit uns immer wieder auch Geduld haben müssen, sagte ESV-Trainer Uli Egen nach dem 6:1 seiner Mannschaft gegen die Eispiraten Crimmitschau am Sonntag. Mit einem starken Schlussdrittel stürmte der ESVK sogar an die Tabellenspitze und hat neben dem Zweiten Bietigheim Steelers alle vier Spiele in der regulären Spielzeit gewonnen.
"Wir sind derzeit zwar Tabellenführer und genießen diese Momentaufnahme auch, aber wir wissen eben auch, dass wir jedes Spiel weiter hart arbeiten müssen, um weitere Punkte einzufahren“, sagte Egen weiter. In Kaufbeuren erinnert man sich ungern an die vergangene Saison, da gingen genau diese ersten vier Spiele verloren. 18 neue Spieler musste der Coach zu einem Team formieren. Bislang ist dies sehr gut gelungen.
Egen freut sich über drei „ausgeglichene“ Reihen, „was unser Spiel weniger berechenbar macht“. Und die menschlichen Eigenschaften der Spieler stimmen offenbar. „Wir haben eine gute Truppe zusammen. Nicht nur auf dem Eis spielen wir gut, sondern auch charakterlich sind wir eine gute Mannschaft. Jeder kämpft einfach für jeden“, sagte Stürmer matt Marquardt und fügte mit Blick auf die Fans hinzu. „Ich kann das gar nicht erklären. Durch ihre Unterstützung macht uns das Spielen noch mehr Spaß und wir wollen ihnen das auch auf dem Eis zurückgeben."
Für Aufsehen sorgten am zweiten Spiel-Wochenende auch die Hessenderbys – in beide war der EC Bad Nauheim involviert. Das 3:5 des EC am Freitag gegen Aufsteiger Kassel Huskies sahen 3.411 Zuschauer, den ersten Saisonsieg der Bad Nauheimer mit dem 5:4 am Sonntag bei den Löwen Frankfurt zog 5.512 Fans in die Eissporthalle. Sie sollten ihr Kommen nicht bereuen, weil sie ein packendes Duell der beiden Mannschaften sahen. Das bessere Ende hatte Bad Nauheim. Beeindruckt war Bad Nauheims Coach Petri Kujala von der Atmosphäre. "Das war echte Derbystimmung“, sagte Kujala und ergänzte zum sportlichen Duell. „Wir haben hart gearbeitet, und beim 4:2 sollte es eigentlich schon durch sein. Im Endeffekt haben wir Frankfurt wieder selber zurück ins Spiel gebracht."
Nie einen Zweifel aufkommen ließen die Huskies, die nach zwei Niederlagen zur Ouvertüre der Saison ein perfektes zweites Wochenende feierten. Dem 5:3 in Bad Nauheim ließ die Mannschaft von Trainer Rico Rossi ein 7:2 gegen die bis Sonntag ungeschlagene Ravensburg Towerstars folgen. Im zweiten Drittel explodierten die Huskies mit sechs Toren. Der Aufsteiger ist nicht nur in der Liga angekommen, sondern hat auch Marken gesetzt. Als Tabellensechster hat Kassel mit 19 Treffern den besten Angriff der Liga neben den Bietigheim Steelers (ebenfalls 19). Mike Collins (7), Adriano Carciola und Matthias Bergmann (je 6) liegen in den Top Ten der DEL2-Scorerwertung.
Der 5. DEL2-Spieltag (26. September 2014) im Überblick:
Starbulls Rosenheim – Fischtown Pinguins (19.30 Uhr)
Löwen Frankfurt – Lausitzer Füchse (19.30)
Dresdner Eislöwen – Heilbronner Falken (19.30)
EC Bad Nauheim – ESV Kaufbeuren (19.30)
SC Riessersee – Kassel Huskies (20.00)
Eispiraten Crimmitschau – EV Landshut (20.00)
Ravensburg Towerstars – Bietigheim Steelers (20.00)
Der 6. DEL2-Spieltag (28. September 2014) im Überblick:
Bietigheim Steelers – Eispiraten Crimmitschau (17.00 Uhr)
Lausitzer Füchse – EC Bad Nauheim (17.00)
EV Landshut – Löwen Frankfurt (17.00)
Fischtown Pinguins – Ravensburg Towerstars (17.00)
ESV Kaufbeuren – SC Riessersee (18.30)
Heilbronner Falken – Starbulls Rosenheim (18.30)
Kassel Huskies – Dresdner Eislöwen (18.30)